Lufthansa Aktie: Kerosin-Schock!

Der Konzern rechnet mit mehr als 1,5 Milliarden Euro Zusatzkosten, hält aber an seinem Gewinnziel für 2026 fest.

Die Kernpunkte:
  • Treibstoffmehrkosten dürften 1,5 Milliarden Euro übersteigen
  • Gesamte Kerosinrechnung könnte über 8,7 Milliarden Euro liegen
  • Gewinnziel für 2026 bleibt bei 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro
  • Premium-Passagiernachfrage stützt die Ertragskraft

Steigende Treibstoffkosten belasten die Planungen der Deutschen Lufthansa AG für das Gesamtjahr. Vorstandschef Carsten Spohr stellte klar, dass die kerosinbedingte Zusatzbelastung im laufenden Jahr 2026 voraussichtlich höher ausfallen wird als der zuvor veranschlagte Betrag von 1,5 Milliarden Euro. Hintergrund des Kostenschubs sind die geopolitischen Spannungen im Zuge des Iran-Kriegs, die den Kerosinpreis nach oben treiben.

Die gesamte Treibstoffrechnung des MDAX-Konzerns könnte damit auf mehr als 8,7 Milliarden Euro anwachsen. Der Konzern wäre froh, wenn es bei der ursprünglichen Mehrbelastung von 1,5 Milliarden Euro bliebe, machte Spohr deutlich. Für den Flugbetrieb bedeutet dies einen erheblichen Kostendruck, den die Fluggesellschaft über den laufenden Flugplan hinweg auffangen muss.

Gewinnspanne bleibt trotz Treibstoffdruck erreichbar

Trotz der deutlichen Belastung durch die Energiepreise hält das Management an seinen Ertragszielen für das laufende Geschäftsjahr fest. Lufthansa peilt für 2026 weiterhin einen bereinigten operativen Gewinn in einer Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro an. Zuvor hatte das Unternehmen ein Ergebnis über dem Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Rückenwind erhält die Fluggesellschaft vor allem aus dem Passagiergeschäft der Sommermonate. Die Nachfrage nach Flugreisen zeigte sich nach Unternehmensangaben insbesondere in den margenstarken Premiumklassen robust. Dies stützt die Ertragskraft, während der Konzern gleichzeitig auf der Kostenseite gegensteuern muss.

Aktionärsstruktur und Analystenblick

Neben der operativen Entwicklung bleibt die Eigentümerstruktur für das Unternehmen von strategischer Bedeutung, insbesondere zur Sicherung internationaler Verkehrsrechte.

Zum Stichtag am 30. September lag der Anteil deutscher Anteilseigner bei 67,1 Prozent, während Investoren aus den USA 17,7 Prozent hielten. Weitere Anteile entfielen unter anderem auf Luxemburg mit 3,9 Prozent sowie Irland mit 3,6 Prozent. Damit sind die Anforderungen zur Aufrechterhaltung der luftverkehrsrechtlichen Befugnisse weiterhin erfüllt.

Am Markt spiegelt sich das von Treibstoffpreisen und geopolitischen Risiken geprägte Umfeld im Kurs wider. Das Papier notiert vorbörslich bei 7,55 Euro, was einem Rückgang von 10 Prozent seit Jahresanfang entspricht.

Das Analysehaus Bernstein Research bestätigte am 24. September die Einstufung mit „Market-Perform“ und beließ das Kursziel bei 9,00 Euro. Analysten sehen den Konzern vor der Aufgabe, das Passagierwachstum in einem anspruchsvollen Kostenumfeld abzusichern.

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