Lufthansa Aktie: Kerosin-Sorgen vor Zahlen?

JPMorgan erwartet ein schwächeres operatives Ergebnis als der Markt und sieht die Bestätigung der EBIT-Prognose am 3. November als entscheidend.

Die Kernpunkte:
  • JPMorgan belässt Lufthansa auf Neutral
  • Kursziel bleibt bei sieben Euro
  • Zehn neue Langstrecken für Sommer 2027
  • Neue Sitzplatzoptionen bei vier Airlines

Gestiegene Treibstoffkosten könnten Lufthansa vor der nächsten Zahlenvorlage belasten. JPMorgan-Analyst Harry Gowers äußerte sich gestern zum operativen Ergebnis pessimistischer als der Marktkonsens. Für Anleger rückt damit die Frage in den Vordergrund, ob der Konzern seinen EBIT-Ausblick bestätigt. Der Ausbau des Flugangebots allein beantwortet diese Ergebnisfrage nicht.

JPMorgan richtet den Blick auf den Ausblick

JPMorgan beließ die Lufthansa-Einstufung gestern auf „Neutral“ und das Kursziel bei 7 Euro. Gowers hält eine Bestätigung des EBIT-Ausblicks bei der Zahlenvorlage am 3. November für entscheidend. Seine vorsichtigere Ergebniserwartung begründet er mit den gestiegenen Treibstoffkosten.

Damit setzt die Analyse einen klaren Prüfpunkt für den nächsten Bericht: Entscheidend ist nicht nur das zurückliegende Geschäft. Ebenso wichtig wird die Einschätzung der Unternehmensführung zum weiteren Ergebnisverlauf. Die Erwartung eines schwächeren operativen Ergebnisses als im Marktkonsens ist dabei eine Analystenprognose, keine bereits gemeldete Geschäftszahl.

Die Kostenfrage ist von der Versorgungslage zu unterscheiden. Am 15. Oktober erklärte Lufthansa, trotz möglicher Einschränkungen bei der Kerosinversorgung am Flughafen Frankfurt keine Flugstreichungen zu erwarten. Vorsorgliche Maßnahmen sollten die dortigen Vorräte entlasten.

Diese Aussage betraf die Sicherung des Flugbetriebs. Sie entkräftet nicht die von JPMorgan angesprochene Belastung durch höhere Treibstoffpreise.

Mehr Angebot ist noch kein Ergebnisbeleg

Auf der Angebotsseite verfolgt die Lufthansa Group zugleich einen Ausbaukurs. Am Dienstag veröffentlichte sie den Sommerflugplan 2027 mit zehn neuen Langstreckenverbindungen und zahlreichen Frequenzerhöhungen.

Für die Einordnung der Aktie sind diese Pläne ein Gegengewicht zur Kostendebatte. Sie beschreiben allerdings das künftige Angebot und liefern noch keinen Beleg dafür, wie sich zusätzliche Verbindungen auf das operative Ergebnis auswirken werden.

Parallel führte die Gruppe auf selbst durchgeführten Interkontinentalflügen zusätzliche kostenpflichtige Sitzplatzkategorien ein. „Duo Seat“ bezeichnet Zweierplätze ohne direkten Sitznachbarn. „Back Seat“ betrifft Plätze in den hinteren Economy-Reihen. Die Neuerung gilt bei Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines und Brussels Airlines.

Die zusätzlichen Buchungsoptionen setzen auf der Erlösseite an. Ob sie höhere Treibstoffkosten ausreichend ausgleichen können, lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Für Anleger bleibt deshalb die Ergebnisprognose der zentrale Maßstab: Die Streckenpläne zeigen die Richtung des Angebotsausbaus, der anstehende Zwischenbericht muss die wirtschaftliche Einordnung liefern.

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