Lufthansa Aktie: Prognose auf 1,7–2,2 Mrd. Euro gesenkt

Lufthansa verfehlt Erwartungen im zweiten Quartal und kappt das Jahresziel. Treibstoffkosten und Streiks belasten das Ergebnis, während sich der Tarifkonflikt entspannt.

Die Kernpunkte:
  • Betriebsgewinn sinkt auf 383 Millionen Euro
  • Jahresprognose auf 1,7 bis 2,2 Milliarden gesenkt
  • Kernmarke Lufthansa Airlines rutscht in Verlustzone
  • Goldman Sachs und JPMorgan senken Kursziele

Lufthansa hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2026 einen deutlichen Dämpfer erlitten. Der Konzern wies einen Betriebsgewinn von 383 Millionen Euro bei einem Umsatz von 11,1 Milliarden Euro aus – der Umsatz legte damit um 8 Prozent zu, während höhere Treibstoffkosten und Streikbelastungen das operative Ergebnis deutlich drückten. Als Konsequenz senkte der Konzern seine Jahresprognose für 2026 auf ein bereinigtes EBIT von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.

Besonders schwer traf es die Kernmarke Lufthansa Airlines: Sie verzeichnete im zweiten Quartal einen bereinigten EBIT-Verlust von 37 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 247 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Konzern selbst nannte höhere Treibstoffkosten als wesentlichen Belastungsfaktor und verwies zusätzlich auf Kosten durch Streiks, die zur gesenkten Prognose beitrugen.

Aktie unter Druck, Kennzahlen zeigen Schwäche

Am Markt spiegelt sich die eingetrübte Lage wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 8,18 Euro, nach einem Minus von 0,5 Prozent an diesem Tag und einem Rückgang von 9,2 Prozent über die vergangenen 30 Tage. Damit notiert das Papier rund 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro, das im Juli erreicht wurde.

Der Kurs liegt zudem knapp 9 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,99 Euro – ein Signal dafür, dass sich die kurzfristige Schwäche seit den Quartalszahlen verfestigt hat.

Analysten reagieren mit Kurszielsenkungen

Nach der Vorlage der Geschäftszahlen reagierten mehrere Häuser mit niedrigeren Kurszielen. Goldman Sachs senkte sein Ziel von 7,50 auf 7,10 Euro und beließ das Rating bei „Sell“. JPMorgan reduzierte seine Zielmarke von 8,00 auf 7,50 Euro, die Einstufung bleibt „Neutral“. Beide Anpassungen erfolgten am 5. August und damit unmittelbar im Anschluss an den Quartalsbericht.

Entspannung im Tarifkonflikt

Immerhin gibt es auf der operativen Seite eine positive Entwicklung: Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit einigten sich am 11. August auf einen Rahmen zur Beilegung ihres langjährigen Arbeitskonflikts durch Schlichtung und Mediation. Damit ist die Gefahr weiterer Pilotenstreiks vorerst entschärft – ein Umstand, der die Kostenbelastung aus dem zweiten Quartal künftig lindern könnte, ohne dass bereits entstandene Streikkosten rückwirkend entfallen.

Daneben treibt der Konzern auch operative Innovationen voran: Für den 19. August ist der erste Einsatz des „Lufthansa Group Wi-Fi“ powered by Starlink auf einer A320neo geplant. Nutzer von Miles & More sowie Travel ID sollen den Dienst kostenlos erhalten. Für die kurzfristige Kursentwicklung dürfte dieses Detail jedoch weniger ausschlaggebend sein als die fundamentale Gewinnschwäche, die sich in gesenkten Prognosen und Kurszielen zeigt.

Insgesamt zeichnet sich ein Bild ab: Der operative Gegenwind durch Treibstoffkosten und Streiks hat die Ertragslage spürbar belastet, während die Einigung mit den Piloten zumindest einen weiteren Eskalationsfaktor entschärft. Die Marktreaktion – ein Kurs deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch und unter dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt – spiegelt diese Gemengelage aus kurzfristigem Rückschlag und teilweiser Entspannung wider.

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