Lufthansa Aktie: Riad-Flüge pausieren
Nach Raketenbeschuss mit drei Todesopfern pausiert die Lufthansa Group Verbindungen nach Riad; Analyst Rieck sieht deutliches Kurspotenzial.

- Riad-Verbindungen bis 16. Oktober gestrichen
- Angriff forderte drei Todesopfer
- Flughafenbetrieb inzwischen wieder normal
- Analyst Rieck erwartet fast Verdreifachung
Die Lufthansa Group streicht ihre Flüge in die saudi-arabische Hauptstadt Riad bis einschließlich 16. Oktober. Anlass sind Raketenangriffe auf den dortigen Flughafen, die inzwischen Todesopfer gefordert haben.
Angriff auf den King-Chalid-Flughafen
Die Huthi-Miliz aus dem Jemen reklamierte den Beschuss für sich. Nach ihren Angaben feuerte sie eine ballistische Rakete auf den Airport. Saudi-Arabien sprach von mehreren abgefangenen Geschossen, Augenzeugen berichteten von vier aufeinanderfolgenden Explosionen.
Die Zivilluftfahrtbehörde meldet inzwischen drei Tote und mehrere Verletzte. Getroffen wurden eine Flughafeneinrichtung und die Maschine einer saudischen Fluggesellschaft. Trümmer abgefangener Raketen fielen zudem auf ein Terminalgebäude. Der Betrieb am Flughafen ist laut Behörde wieder aufgenommen, der Flugverkehr laufe normal.
Die Huthi drohen indes mit weiteren Angriffen. Alle Ölanlagen in Saudi-Arabien könnten Ziele werden. Außerdem forderten sie Fluggesellschaften erneut auf, Flüge ins Land einzustellen.
Lufthansa entschied sich trotz der Normalisierung vor Ort für die Pause. Die Streichung gilt für alle Airlines der Gruppe und begründet sich mit den aktuellen Entwicklungen in der Region. Für den Konzern ist es nach den Dubai-Verbindungen, die im Oktober zurückkehren sollen, ein weiteres Nahost-Thema.
Analyst sieht deutlich mehr Potenzial
Die Aktie notiert unter 8 Euro. Jens-Peter Rieck von mwb research hält die Angst vor teurem Kerosin für übertrieben und verweist auf den aus seiner Sicht unterschätzten Wert der Flotte. Er traut dem Papier fast eine Verdreifachung zu.
Für das dritte Quartal erwartet er einen Umsatz von 11,7 Milliarden Euro, ein Plus von 4,5 Prozent. Das operative Ergebnis soll bei 1,35 Milliarden Euro liegen. Die Marge von 11,5 Prozent entspräche etwa dem Vorjahresniveau.
Konkret steht nun der 16. Oktober als Datum fest: Bis dahin bleibt Riad aus dem Flugplan gestrichen. Ob die Gruppe die Pause verlängert, dürfte von der Sicherheitslage in der Region abhängen.
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