Lufthansa Aktie: Solide Zahlen

Lufthansa meldet operativen Gewinnanstieg und Rekordumsatz für 2025, sieht sich jedoch zunehmenden externen Risiken durch Nahost-Konflikt und neue Arbeitskampfandrohungen ausgesetzt.

Die Kernpunkte:
  • Bereinigtes EBIT steigt um 19 Prozent auf 1,96 Milliarden Euro
  • Nahost-Konflikt führt zu Flugumwegen, aber auch zu Buchungsplus
  • Tarifkonflikte bei Eurowings und Cityline erhöhen Streikrisiko
  • Konzern plant Kapazitätsausbau und Flottenerneuerung für 2026

Lufthansa liefert operativ besser ab als viele erwartet hatten. Doch ausgerechnet die Faktoren, die eine Airline kaum steuern kann, rücken jetzt in den Vordergrund: Nahost-Konflikt, Treibstoffkosten und neue Streikrisiken. Wie robust ist der Ausblick für 2026 unter diesen Vorzeichen?

Operativ stärker – trotz schwächerem Nettoergebnis

Der Konzern hat am 6. März seine Jahreszahlen für 2025 vorgelegt und dabei vor allem operativ gepunktet. Das bereinigte EBIT stieg um rund 19% auf 1,96 Mrd. Euro. Auch die Marge legte zu und liegt nun bei 4,9% nach 4,4% im Vorjahr. Der Umsatz wuchs um 5% auf den Rekordwert von 39,6 Mrd. Euro.

Unterm Strich zeigt sich allerdings ein kleiner Dämpfer: Der Überschuss sank wegen negativer Steuereffekte um 3% auf 1,34 Mrd. Euro. Trotzdem soll die Dividende um 10% auf 0,33 Euro je Aktie steigen (Vorschlag).

Auf der Kostenseite kamen zwei spürbare Entlastungen zusammen: niedrigere Treibstoffkosten (rund 0,5 Mrd. Euro weniger Belastung) und das Ausbleiben der hohen Streikkosten aus dem Vorjahr. Lufthansa Cargo steuerte zudem 324 Mio. Euro Gewinn bei.

Nahost-Lage: Belastung im Flugbetrieb, Rückenwind bei Buchungen

Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten trifft das Netzwerk gleich mehrfach. Direktverbindungen nach Tel Aviv, Teheran und Beirut bleiben bis mindestens 8. März ausgesetzt. Zusätzlich meidet Lufthansa derzeit den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate.

Der größere Hebel liegt aber bei den Umwegen: Viele Langstrecken zwischen Europa und Asien müssen deutlich längere Routen fliegen. Das erhöht den Treibstoffverbrauch und kann Verspätungen im gesamten System nach sich ziehen.

Gleichzeitig entstehen daraus überraschende Chancen. Die Vorbuchungen für Direktflüge Richtung Asien liegen laut Unternehmen derzeit 75% über Vorjahr. Hintergrund sind die stillstehenden Drehkreuze der Golf-Airlines Emirates und Qatar, die sonst viel Verkehr nach Asien, Australien und Afrika bündeln.

Beim Risiko „Kerosinpreis“ verweist Lufthansa auf ihre Absicherung: Für das laufende Jahr sind die Treibstoffkosten zu rund 80% gehedgt. Finanzvorstand Till Streichert erwartet für 2026 insgesamt etwa 7,2 Mrd. Euro Treibstoffkosten.

Arbeitskampf-Risiko: Eurowings und Cityline im Fokus

Neben Geopolitik wächst der Druck intern. Bei Eurowings hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beschlossen, eine Urabstimmung einzuleiten. Hintergrund: gescheiterte Verhandlungen zu einem Tarifvertrag für die betriebliche Altersvorsorge. Bis 16. März, 10 Uhr können die Piloten über mögliche Maßnahmen abstimmen.

Bei Lufthansa Cityline gab es bereits Ende Februar ein deutliches Signal: 99% Zustimmung bei 95% Beteiligung für potenzielle Arbeitskampfmaßnahmen. Ein Streik würde vor allem den Zubringerverkehr nach Frankfurt und München sowie europäische Strecken treffen – und damit Verbindungen, die für die Stabilität des Gesamtnetzes besonders wichtig sind.

Ausblick 2026: Wachstum geplant, Flotte soll moderner werden

Für 2026 stellt Lufthansa einen erneut deutlichen Anstieg des bereinigten EBIT in Aussicht, dazu mehr Umsatz und eine bessere Marge. Die Passagierairlines sollen ihre Kapazität um rund 4% ausbauen. Mittelfristig peilt der Konzern eine bereinigte EBIT-Marge von 8 bis 10% an.

Bis Ende 2026 soll außerdem rund 30% der Flotte aus Flugzeugen der neuesten Generation bestehen – mit geringerem Kerosinverbrauch, weniger Lärm und mehr Komfort. Ein zusätzlicher Branchenimpuls wird von der bestätigten Senkung der deutschen Luftverkehrsteuer erwartet, die laut Text zum 1. Juli 2026 in Kraft treten soll.

Am Markt spiegelt sich die Gemengelage zuletzt in einer schwächeren Tendenz: Der Schlusskurs am Freitag lag bei 8,21 Euro, in den vergangenen 7 Tagen steht ein Minus von 9,12% zu Buche.

Der nächste konkrete Termin ist die Hauptversammlung am 12. Mai 2026. Bis dahin dürfte sich vieles an zwei Punkten entscheiden: ob die operativen Umwege und Kostenfolgen aus dem Nahost-Konflikt beherrschbar bleiben – und ob die Tarifkonflikte bei Eurowings und Cityline tatsächlich in Arbeitskampfmaßnahmen münden.

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