Lufthansa Aktie: Starlink startet am 19. August

Lufthansa einigt sich mit der Pilotengewerkschaft auf ein Schlichtungsverfahren, während Streiks das operative Ergebnis im zweiten Quartal deutlich belasten und die Jahresprognose gesenkt wird.

Die Kernpunkte:
  • Schlichtungsverfahren mit Pilotengewerkschaft vereinbart
  • Kostenloses Starlink-Internet ab August
  • Streiks belasten operatives Ergebnis
  • Jahresprognose gesenkt, Investitionen reduziert

Die Deutsche Lufthansa hat einen wichtigen Schritt zur Befriedung ihrer langwierigen Tarifkonflikte unternommen. Gestern einigten sich das Unternehmen und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) auf ein umfassendes Schlichtungsverfahren für die offenen Tariffragen. Die Verhandlungen, die durch eine Mediation begleitet wurden, betreffen die Kernmarke Lufthansa sowie die Flugbetriebe von Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und Eurowings.

Strategische Weichenstellungen und technologischer Ausbau

Parallel zur Tarifeinigung treibt der Konzern die Modernisierung seines Serviceangebots voran. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, startet ab dem 19. August die Einführung von kostenlosem Highspeed-Internet des Anbieters Starlink an Bord von Maschinen des Typs Airbus A320neo. Bis zum Jahr 2029 soll schrittweise die gesamte Flotte der Lufthansa Group mit dieser Technologie ausgerüstet werden.

Auch im internationalen Geschäft werden die Kapazitäten neu geordnet. Das strategische Joint Venture zwischen Europa und Japan, an dem bereits die Lufthansa Group und All Nippon Airways beteiligt sind, wird ab Herbst durch die italienische ITA Airways erweitert.

In der Flottenplanung muss sich der Konzern jedoch auf Verzögerungen bei einem wichtigen Langstreckenprojekt einstellen: Laut FlightGlobal erwartet Lufthansa die erste Lieferung der Boeing 777-9 erst für das erste Quartal 2027. Ein Notfallplan sieht für diesen Fall die Reaktivierung älterer Maschinen des Typs Airbus A340-300 vor, um Kapazitätsengpässe zu überbrücken.

Belastungen durch Streikkosten und angepasste Jahresziele

Die Einigung mit der Gewerkschaft erfolgt vor dem Hintergrund massiver finanzieller Belastungen durch vorangegangene Arbeitskämpfe. Wie der Konzern am vergangenen Dienstag bekannt gab, drückten Streiks das bereinigte EBIT im zweiten Quartal um mehr als 150 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) sank in diesem Zeitraum um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch 870 Millionen Euro erzielt worden waren. Dies geschah trotz eines Rekordumsatzes von 11,1 Milliarden Euro im selben Zeitraum.

Infolge der gestiegenen Kosten und operativen Herausforderungen passte die Konzernführung ihre Prognose für das Gesamtjahr an. Das bereinigte EBIT wird nun in einer Spanne zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro erwartet.

Zuvor war das Management von einem Wert ausgegangen, der deutlich über dem Vorjahresergebnis von 1,96 Milliarden Euro liegen sollte. Auch das Budget für Treibstoffkosten wurde nach oben korrigiert und wird nun für das laufende Jahr mit 8,66 Milliarden Euro beziffert.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage in der Bewertung wider. Der aktuelle Kurs liegt bei 8,28 Euro, womit die Aktie seit Jahresbeginn einen Rückgang von 1,45 Prozent verzeichnet. Mit einem Abstand von 7,97 Prozent notiert der Titel derzeit unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Um die finanzielle Stabilität zu wahren, senkte das Unternehmen die Prognose für die Netto-Investitionen auf rund 2,5 Milliarden Euro, während die Erwartung für den freien Cashflow bei etwa 900 Millionen Euro stabil bleibt.

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