Lufthansa Aktie: TAP-Bieter unter Druck aus Lissabon

Lufthansa verhandelt mit Gewerkschaften und über TAP, während Lufthansa Technik einen Emirates-Auftrag verlängert und JPMorgan neutral bleibt.

Die Kernpunkte:
  • UFO-Gespräche werden wieder aufgenommen
  • Schlichtung im Pilotenstreit gestartet
  • Portugal fordert bessere TAP-Angebote
  • Lufthansa Technik verlängert Emirates-Vertrag

In dieser Woche stehen bei der Lufthansa entscheidende operative Weichenstellungen auf der Agenda. Während die Fluggesellschaft die festgefahrenen Gespräche mit der Kabinengewerkschaft UFO wieder aufnimmt, steigt der Druck im Bieterstreit um die portugiesische Staatsairline TAP. Zudem haben prominente Schlichter ihre Arbeit im Pilotenstreit aufgenommen, um weitere Arbeitskämpfe abzuwenden.

Neue Verhandlungsrunden mit Kabine und Piloten

Die Fluggesellschaft bemüht sich derzeit um eine Befriedung der Tarifkonflikte an mehreren Fronten. Medienberichten zufolge wollen die Lufthansa und die Kabinengewerkschaft UFO in der laufenden Woche die Gespräche über offene Tarifthemen fortsetzen. Ein wesentlicher Punkt der Verhandlungen soll zudem eine Lösung für die Mitarbeitenden sein, die von der Schließung der Tochtergesellschaft CityLine betroffen sind.

Parallel dazu hat am Freitag die Schlichtung im Tarifstreit mit den Piloten begonnen. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bestätigte ein erstes Vorgespräch mit den beiden Schlichtern, den ehemaligen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow und Roland Koch. Dieser Schritt soll den Weg für eine langfristige Einigung ebnen, nachdem der Konflikt in der Vergangenheit wiederholt den Flugbetrieb belastet hatte.

Druck bei der TAP-Übernahme nimmt zu

Nicht nur am Verhandlungstisch mit den Gewerkschaften, sondern auch auf dem internationalen Parkett sieht sich der Konzern gefordert. Im Rahmen der geplanten Privatisierung der portugiesischen Airline TAP hat die Regierung in Lissabon die Lufthansa sowie den Wettbewerber Air France-KLM zu verbesserten Angeboten aufgefordert.

Laut Reuters verlangt Portugal in der finalen Verhandlungsrunde nachgebesserte Konditionen von den Bietern. Die Lufthansa erklärte dazu, man wolle den Prozess in den kommenden Wochen konstruktiv fortsetzen.

An der Börse spiegeln sich die operativen Herausforderungen in einer verhaltenen Kursentwicklung wider. Am Montag schloss das Papier bei 7,77 Euro. Damit verzeichnet die Aktie seit Jahresbeginn ein Minus von 7,6 Prozent. Das aktuelle Kursniveau liegt zudem deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 10,27 Euro, das im Juli erreicht worden war.

Impulse von Lufthansa Technik und Analysten

Trotz der komplexen Verhandlungen gibt es positive Signale aus dem Wartungsgeschäft. Die Tochter Lufthansa Technik konnte den Basis-Wartungsvertrag für die Airbus A380-Flotte der Fluggesellschaft Emirates bis zum Jahr 2030 verlängern.

Die Arbeiten werden an der Station in Manila durchgeführt. Personell stellt sich die Sparte ebenfalls neu auf: Anfang Februar wird Harald Gloy für eine Amtszeit von fünf Jahren den Posten des CEO übernehmen und damit auf Soeren Stark folgen.

Analysten beobachten die Gemengelage derzeit mit einer abwartenden Haltung. Die US-Bank JPMorgan bestätigte am Freitag ihre Einstufung für die Aktie mit „Neutral“ und beließ das Kursziel bei 7,50 Euro.

Die Experten verwiesen zur Begründung auf ein weiterhin günstiges Nachfrageumfeld in der Branche, das die bestehenden Kostenrisiken teilweise ausgleichen könne. Neben den Tarifkosten warnten Branchenvertreter zuletzt auch vor möglichen operativen Verzögerungen an den Schengen-Grenzen durch das Auslaufen von Ausnahmeregelungen beim digitalen Einreisesystem EES.

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