Lufthansa Aktie: Wandelt 20 Boeing-Optionen in Festbestellungen um
Lufthansa wandelt Optionen in 20 Boeing-Bestellungen um und verlängert drei Vorstandsverträge. Die Aktie legte um 1,5 Prozent zu.

- 20 Boeing-Optionen in Festaufträge umgewandelt
- Festes MAX-Volumen auf 60 Jets erhöht
- Drei Vorstandsmandate vorzeitig verlängert
- Aktie seit Jahresbeginn 8,3 Prozent schwächer
Die Deutsche Lufthansa setzt auf personelle Kontinuität und eine weitreichende Modernisierung ihrer Flotte. Der Aufsichtsrat des Luftfahrtkonzerns traf gestern weitreichende Entscheidungen, die sowohl die Führungsriege als auch künftige Investitionen betreffen.
Der Konzern wandelt Optionen in Festbestellungen für 20 Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX 10 um. An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen: Das Papier schloss gestern mit einem Plus von 1,5 % bei 7,71 Euro.
Fokus auf Effizienz mit der Boeing 737 MAX 10
Mit der Ausübung der Kaufoptionen erhöht die Lufthansa ihr festes Bestellvolumen für die Boeing-737-MAX-Familie auf insgesamt 60 Flugzeuge. Die nun georderten Maschinen des Typs MAX 10 haben einen Listenwert von rund 3,4 Milliarden US-Dollar. Branchenüblich sind bei solchen Großbestellungen jedoch deutliche Rabatte auf den Listenpreis zu erwarten. Die Auslieferungen der neuen Jets sollen zu Beginn der 2030er-Jahre starten.
Nach Angaben der Lufthansa Group bietet die Boeing 737 MAX 10 erhebliche wirtschaftliche Vorteile gegenüber älteren Modellen. Die Flugzeuge verbrauchen demnach rund 30 % weniger Treibstoff und ermöglichen eine Reduzierung der Stückkosten um etwa 20 %.
Innerhalb des Konzerns sollen die neuen Boeing-Maschinen schrittweise die älteren Flugzeuge der Airbus-A320-Familie ersetzen. Während die ersten 40 bestellten Flugzeuge des Typs MAX 8 zwischen 2027 und 2032 für die Tochtergesellschaft Eurowings vorgesehen sind, steht die endgültige Zuteilung der neuen MAX 10 innerhalb der Gruppe noch nicht fest.
Kontinuität in der Führungsebene
Parallel zur Flottenplanung sicherte der Aufsichtsrat die langfristige Besetzung wichtiger Vorstandspositionen. Drei Verträge von amtierenden Mitgliedern wurden vorzeitig verlängert. Alle betroffenen Manager sind seit 2024 im Vorstand der Lufthansa tätig.
CFO Dr. Till Streichert erhielt eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre bis zum 14. September 2032. Ebenfalls für weitere fünf Jahre wurde CCO Dieter Vranckx bestellt, dessen Mandat nun bis zum 30. Juni 2032 läuft. Die CTO Grazia Vittadini wurde für drei Jahre bis zum 30. Juni 2030 wiedergewählt. Ihre Vertragslaufzeit ist kürzer bemessen, da sie zu diesem Zeitpunkt die im Konzern geltende Altersgrenze erreicht.
Langfristige Modernisierungsstrategie bis 2035
Die aktuelle Bestellung ist Teil einer umfassenden Erneuerung des Flugzeugparks. Bis zum Jahr 2035 plant die Lufthansa-Gruppe die Übernahme von mehr als 250 werksneuen Flugzeugen. Für Boeing bedeutet der Auftrag eine Bestätigung für das größte Modell der MAX-Serie, das sich derzeit noch in der Dokumentationsphase für die FAA-Zertifizierung befindet. Laut Medienberichten schloss die MAX 10 erst kürzlich ihre Testflugphase ab.
Trotz der gestrigen Kursgewinne verbleibt die Aktie in einer schwierigen mittelfristigen Verfassung. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 8,3 %.
Die Investoren blicken nun darauf, ob die angekündigten Effizienzgewinne der neuen Flottengeneration die hohen Investitionskosten rechtfertigen und die operativen Margen nachhaltig stützen können. Durch die Ausübung der 20 Optionen verbleiben der Lufthansa noch 40 weitere Kaufoptionen aus der ursprünglichen Vereinbarung mit dem US-Flugzeugbauer.
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