Lufthansa Aktie: Zwischen Hoffen und Bangen

Goldman Sachs bestätigt Verkaufsempfehlung für Lufthansa mit Kursziel von 6,60 Euro. Der Nahost-Konflikt belastet die europäische Airline durch höhere Kosten und Unsicherheit stärker als US-Wettbewerber.

Die Kernpunkte:
  • Goldman Sachs erneuert Verkaufsempfehlung für Lufthansa
  • Kursziel liegt bei 6,60 Euro, zwölf Prozent unter Niveau
  • Nahost-Konflikt belastet Kerosinkosten und Streckenführung
  • Vorstandschef Spohr tätigt signifikanten Aktienkauf

Goldman Sachs hat die Verkaufsempfehlung für Lufthansa erneuert — und das mitten in einer Phase, in der der Kurs ohnehin schon unter Druck steht. Analyst Patrick Creuset sieht in seinem aktualisierten Modell ein Kursziel von 6,60 Euro. Das wären nochmals rund zwölf Prozent Luft nach unten vom aktuellen Niveau.

Auslöser der Neubewertung ist der Krieg im Nahen Osten, der seit Ende Februar die globale Luftfahrt durcheinanderwirbelt. Kerosinpreise, Streckenführungen, Ticketpreise — alles steht unter Druck. In weniger als drei Wochen büßte die Lufthansa-Aktie zeitweise bis zu einem Fünftel ihres Wertes ein.

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Keine Klarheit in Sicht

Creuset selbst räumt ein, dass die Gesamtlage kaum kalkulierbar ist. Wie hoch die Belastung durch teureren Treibstoff am Ende tatsächlich ausfällt, hängt maßgeblich von der Dauer des Konflikts ab. Höhere Langstreckenpreise und gestiegene Luftfrachterlöse könnten zwar gegenläufig wirken — doch unter dem Strich überwiegen für Creuset die Risiken. Anders als bei der British-Airways-Mutter IAG fiel sein Ausblick auf die Kassenlage bei Lufthansa spürbar pessimistischer aus.

Hinzu kommt: Anders als ihre amerikanischen Wettbewerber sind europäische Airlines wie Lufthansa geografisch näher am Konfliktherd. Umwege, Sperrgebiete und Unsicherheit bei der Nachfrage belasten stärker. In den USA berichten die großen Carrier hingegen von einem stabilen Buchungsumfeld — und erhöhen Preise, um die Mehrkosten beim Kerosin weiterzugeben.

Ein Signal aus der Chefetage

Am gestrigen Donnerstag wurde bekannt, dass Vorstandschef Carsten Spohr am 19. März Lufthansa-Aktien im Wert von 75.200 Euro zu je 7,52 Euro erworben hat. Solche Insiderkäufe werden von Marktbeobachtern gelegentlich als Vertrauenssignal gewertet — das Führungspersonal setzt eigenes Kapital ein, wenn es die eigene Aktie für günstig hält.

Immerhin gibt es heute einen kleinen Lichtblick: Brent-Rohöl ist von über 119 Dollar je Barrel gestern auf rund 108 Dollar gefallen. Aussagen aus Israel lassen auf ein möglicherweise früheres Kriegsende hoffen — zumindest etwas. Die Aktie notiert auf XETRA aktuell rund 0,65 Prozent höher bei 7,48 Euro. Von einer Entwarnung ist das jedoch weit entfernt.

Creuset hat sein Modell jetzt an die neue Realität angepasst. Wie diese Realität in drei Monaten aussieht, weiß niemand. Das ist derzeit das eigentliche Problem für Anleger.

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