Lufthansa mit Gewinnsprung – reines Glück oder nachhaltige Wende?

Die Deutsche Lufthansa profitierte in den vergangenen sechs Monaten mehr als deutlich von den günstigen Ölpreisen. Die Ausgaben für Kerosin stellen einen der größten Kostenposten für die Fluggesellschaft dar.

 

© Lufthansa
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Gleichzeitig litt der Konzern unter mehrfachen Streikrunden der Piloten, wodurch bisher bereits Belastungen in Höhe von 100 Mrd. Euro in diesem Jahr verbucht werden mussten. Zugleich könnten künftige Streiks das Budget weiterhin belasten.

Lufthansa will sich mit der neuen Billigflug-Airline Eurowings gegen die entsprechende Konkurrenz durchsetzen. Dieses Vorhaben trifft jedoch bei den Beschäftigten der Lufthansa auf wenig Gegenliebe. Hier wird befürchtet, dass das Lohnniveau entsprechend abgesenkt wird. Insofern stehen die Zeichen also weiterhin auf Sturm.

 

Günstige Umstände sorgen für Gewinnsprung

Im 1. Halbjahr konnte die Deutsche Lufthansa vor allem aufgrund der niedrigen Ölpreise einen deutlichen Gewinnsprung verzeichnen. Das bereinigte EBIT stieg nach 178 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 468 Mio. Euro an. Damit lag der Konzern deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Der Konzernumsatz stieg auch aufgrund des schwachen Euro um 8,5% auf 155,4 Mrd. Euro. Beim Nettoergebnis konnte der Konzern sich von -79 Mio. Euro im Jahr zuvor auf 954 Mio. Euro steigern. Dieser Sprung lag jedoch hauptsächlich in einem lukrativen Finanzgeschäft begründet.

 

Prognose bleibt vorsichtig

Zwar freute sich der Vorstand über diese Ergebnisse, Grund zum Übermut besteht indes nicht. Die Lufthansa rechnet auch für das 2. Halbjahr nicht mit einer Erholung der Preise für Flugtickets.

Für das Gesamtjahr wird danach ein bereinigtes EBIT von mehr als 1,5 Mrd. Euro erwartet. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte die Lufthansa hier 1,2 Mrd. Euro erzielen. Eventuelle Belastungen durch Streiks sind hierin jedoch nicht berücksichtigt.

 

Aktie der Lufthansa auf Erholungskurs?

Die Aktie bot den Anlegern in diesem Jahr bisher ein trauriges Bild. Die Papiere der Deutschen Lufthansa zählte damit zu den schlechtesten Werten der im DAX notierten Unternehmen.

Insofern lechzt der Markt regelrecht nach guten Nachrichten. Diese boten die Halbjahreszahlen fürs Erste und so ging es gleich zum Börsenbeginn um 3,36% aufwärts. Ein Teil musste jedoch bereits wieder abgegeben werden, sodass das aktuelle Plus bei 2,33% liegt.

150730 Lufthansa

Die nächste Hürde der Aktie liegt bei ca. 13,20 Euro und könnte heute noch überwunden werden. Jedoch muss bei allem Optimismus auch berücksichtigt werden, dass die Zahlen zwar sehr gut, jedoch hauptsächlich durch günstige Umstände wie den schwachen Euro und die niedrigen Ölpreise zurückzuführen waren. Hierauf kann man nicht bauen, dazu muss die Lufthansa die eigenen Baustellen in Angriff nehmen, nur so lässt sich langfristig ein solides Fundament aufbauen.

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