Lufthansa ordert neue Maschinen bei Airbus, aber können die auch liefern?

Für den Ausbau der Flotte und um dem zunehmenden Konkurrenzkampf zu begegnen, nimmt die Lufthansa nun erneut Geld in die Hand und ordert neue Maschinen beim Flugzeugbauer Airbus.

Mehrere Milliarden will Lufthansa in den Ausbau der eigenen Flotte investieren. Dafür ordert der deutsche Branchenprimus 23 neue Maschinen beim Flugzeugbauer Airbus. "Mit dieser Entscheidung reagiert Lufthansa auf die positive Markt- und Ergebnis-Entwicklung und stellt so die erforderliche Flottengröße in den nächsten Jahren sicher", teilte LH am Freitag mit. Doch kann Airbus auch wirklich liefern? Denn im Moment hat man arge Probleme mit zwei seiner wichtigsten Zulieferer.

Zusagen der Zulieferer

Denn die Triebwerks-Lieferanten Pratt & Whitney und CFM halten ihre Zusagen nicht ein. Dadurch gibt es momentan massive Probleme bei der Produktion der Flugzeuge. Beide Triebwerksmodelle sollen aber in der Neo-Flotte der Lufthansa verbaut werden. Zuletzt hatte die Lufthansa bei Airbus Dutzende Flugzeuge des Typs A320neo bestellt. Davon wurden aber nur 13 Stück geliefert. Und laut eines Interviews im „Spiegel“ mit Lufthansa-Chefstratege Detlef Kayser gibt es mit den Maschinen dauernd Probleme, was zu weiterem Ärger mit Airbus führt.

Kayser beklagt im Interview ungewöhnliche Vibrationen der Triebwerke, deren Ursache unklar sei, was allerdings von Pratt & Whitney dementiert wird. Laut deren Aussagen träten diese Vibrationen nur bei rund 2 % der Triebwerke auf. Doch Kayer erklärte: "Der finanzielle Schaden ist insbesondere durch die vielen Ausfälle und Standzeiten erheblich.“ Er werde "auch durch die Strafzahlungen nicht voll ausgeglichen, die Airbus uns erstatten muss". Man hätte sogar bereits zusätzliche Mechaniker an den Standorten Frankfurt und München, wo die Pannenflieger am häufigsten auftauchen, eingestellt.

Airbus Aktie mit wichtiger Entscheidung

Entsprechend zurückhaltend reagierte auch der Markt auf die neuen Bestellungen. Immerhin: Nachdem die Airbus-Aktie fast den gesamten September über an einem Durchbruch durch die 50-Tage-Linie gescheitert war, gelang ihr in der Vorwoche endlich der Ausbruch. Und dieser schien sogar am Freitag in einem sehr schwachen Börsenumfeld bestätigt zu werden. Damit bleiben gute Chancen in der Aktie, auch wieder in Richtung Jahreshoch zu laufen.

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