Lululemon Aktie: Leggings-Absatz bricht um 20 Prozent ein
Lululemon verzeichnet Umsatz- und Gewinnrückgänge, reduziert die Jahresprognose und plant weniger neue Filialen. Ein CEO-Wechsel steht bevor.

- Umsatz im zweiten Quartal rückläufig
- Leggings-Absatz in Amerika eingebrochen
- Jahresziele für Umsatz und Gewinn gesenkt
- Heidi O’Neill übernimmt bald CEO-Posten
Der Sportbekleidungshersteller Lululemon Athletica steht vor einer schwierigen Neuausrichtung. Nach Vorlage enttäuschender Quartalszahlen und einer deutlichen Senkung der Jahresprognose reagierte der Markt mit erheblichen Kursverlusten.
Vor allem das schwächelnde Kerngeschäft mit Yogahosen in Nordamerika und eine verhaltene Kundenreaktion auf neue Produktlinien belasten die Bilanz, während das Unternehmen unmittelbar vor einem Wechsel an der Konzernspitze steht.
Schwache Nachfrage nach Kernprodukten im zweiten Quartal
Im zweiten Geschäftsquartal, das am 2. August endete, verzeichnete Lululemon einen Umsatzrückgang um 4 Prozent auf 2,4 Milliarden US-Dollar. Auf vergleichbarer Fläche sanken die Erlöse sogar um 9 Prozent. Besonders deutlich zeigte sich die Schwäche im Heimatmarkt Amerika, wo der Nettoumsatz um 8 Prozent nachgab.
Das Unternehmen führt dies unter anderem auf eine uneinheitliche Kundenresonanz auf Neuerscheinungen und eine unerwartet starke Abkühlung im Bereich der klassischen Leggings zurück, deren Absatz im Quartal um etwa 20 Prozent einbrach.
Der Nettogewinn sank im Berichtszeitraum um 11 Prozent auf 329,2 Millionen US-Dollar. Dass die Bruttomarge dennoch um 200 Basispunkte auf 60,5 Prozent gesteigert werden konnte, lag maßgeblich an einmaligen Effekten.
Lululemon profitierte von Zollerstattungen in Höhe von 134,5 Millionen US-Dollar, was die Marge rechnerisch um 560 Basispunkte stützte. Ohne diesen Sondereffekt wäre die Profitabilität durch gestiegene Preisnachlässe unter Druck geraten, die zur Räumung saisonaler Bestände eingesetzt wurden.
Ausblick und strategische Korrekturen
Angesichts der operativen Herausforderungen korrigierte das Management die Erwartungen für das Gesamtjahr massiv nach unten. Der erwartete Jahresumsatz wird nun in einer Spanne von 10,35 Milliarden bis 10,5 Milliarden US-Dollar gesehen.
Zuvor hatte Lululemon noch Erlöse von bis zu 11,15 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Auch beim Gewinn je Aktie wird der Rotstift angesetzt: Statt der bisher prognostizierten 10,95 bis 11,15 US-Dollar rechnet das Unternehmen nun lediglich mit 9,48 bis 9,73 US-Dollar.
Als Reaktion auf das Marktumfeld drosselt der Konzern zudem sein Expansionstempo. Die Zielvorgabe für die Netto-Neu eröffnungen von Filialen wurde für das laufende Jahr von 40 auf etwa 35 Standorte reduziert. Zum Ende des zweiten Quartals betrieb Lululemon weltweit 825 eigene Läden. Um die Aktionäre bei der Stange zu halten, kaufte das Unternehmen im abgelaufenen Quartal 2,7 Millionen eigene Anteile für insgesamt 330 Millionen US-Dollar zurück.
Führungswechsel und Analystenreaktionen
Der operative Rückschlag fällt in eine Phase des personellen Umbruchs. Am morgigen Dienstag übernimmt Heidi O’Neill offiziell den Posten als CEO. Die ehemalige Nike-Managerin tritt ihr Amt in einer Phase an, in der die Marktdaten eine deutliche Skepsis widerspiegeln: Die Aktie notiert mit 87,20 Euro rund 55 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat seit Jahresbeginn 52 Prozent an Wert verloren.
Die Analysten reagierten am Freitag prompt auf die schwachen Zahlen. JPMorgan senkte das Kursziel von 154 auf 95 US-Dollar und stufte das Papier auf „Neutral“ herab. Die Experten von BNP Paribas Exane bewerteten den Titel noch vorsichtiger und stuften ihn von „Neutral“ auf „Underperform“ ab, wobei das Kursziel auf 88 US-Dollar festgesetzt wurde.
Medienberichten zufolge rechnen Beobachter damit, dass die erhöhten Preisnachlässe auch im dritten Quartal anhalten werden, um die Lagerbestände weiter zu bereinigen.
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