Lumentum Aktie: Milliardenverlust trotz Rekordquartal

Lumentum verzeichnet Rekordumsatz dank KI-Nachfrage, weist aber wegen Wandelanleihen-Tilgung einen Milliardenverlust aus. Die Prognose übertrifft die Erwartungen deutlich.

Die Kernpunkte:
  • Rekordumsatz dank KI-Komponenten
  • Milliardenverlust durch Anleihenumwandlung
  • Optimistische Prognose für Q1
  • Kurszielanhebung durch Mizuho

Ein Nettoumsatz über den Erwartungen, eine Prognose weit über dem Konsens – und trotzdem ein GAAP-Verlust in Milliardenhöhe. Bei Lumentum zeigt sich gerade, wie stark Bilanzeffekte und operatives Geschäft auseinanderklaffen können. Der vorbörsliche Kurssprung von über 8 Prozent auf rund 887 US-Dollar verrät, welche Zahl den Anlegern tatsächlich wichtig ist.

KI-Nachfrage treibt Komponenten-Geschäft

Im vierten Fiskalquartal 2026 setzte der Hersteller optischer Komponenten 1,01 Milliarden US-Dollar um, deutlich mehr als die von Analysten erwarteten 987,9 Millionen US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,23 US-Dollar gegenüber einem Konsens von 2,97 US-Dollar. Besonders das Komponenten-Geschäft, Lumentums größter Bereich, verdoppelte sich im Jahresvergleich auf 649,4 Millionen US-Dollar.

CEO Michael Hurlston macht dafür die steigenden Anforderungen von KI-Rechenzentren verantwortlich. Höhere Geschwindigkeiten und mehr Bandbreite zwingen Betreiber zunehmend auf optische Verbindungstechnik zu setzen. Für das komplette Geschäftsjahr 2026 kletterte der Umsatz auf 3,01 Milliarden US-Dollar, nach 1,645 Milliarden US-Dollar im Vorjahr – der Non-GAAP-Gewinn je Aktie stieg von 2,06 auf 8,67 US-Dollar.

Wandelanleihen sorgen für Bilanzverzerrung

Unter dem Strich stand dennoch ein GAAP-Nettoverlust von 7,2 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 84,65 US-Dollar je verwässerter Aktie. Grund war ein einmaliger, nicht zahlungswirksamer Verlust aus der Tilgung von Wandelanleihen der Jahrgänge 2026, 2028 und 2029 im Volumen von 7,8 Milliarden US-Dollar, die in Eigenkapital umgewandelt wurden. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über 2,7 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Investitionen.

Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt Lumentum einen Umsatz zwischen 1,23 und 1,28 Milliarden US-Dollar in Aussicht – deutlich über der Analystenschätzung von 1,16 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet das Management mit 4,05 bis 4,35 US-Dollar, verglichen mit einem Konsens von 3,61 US-Dollar. Hurlston zufolge treibt die KI-Nachfrage den Mittelwert der Prognose so weit nach oben, dass das eigene Zielmodell mehr als ein Quartal früher als geplant erreicht wird.

Mizuho reagierte auf die Zahlen mit einer Anhebung des Kursziels von 1.100 auf 1.140 US-Dollar bei unveränderter Outperform-Einstufung und verwies auf die anhaltend starke Nachfrage nach 800G- und 1,6T-Transceivern sowie auf weiterhin knappe Lieferketten. Die optischen Schalter sollen im September-Quartal bereits Umsätze von mehr als 100 Millionen US-Dollar erreichen, die Bruttomarge soll auf etwa 51,5 Prozent steigen.

Institutionelle Investoren wie Renaissance Technologies, Tiger Global Management und Insight Holdings bauten nach der Pflichtmeldung neue Positionen auf. Zusätzlich sicherte sich Lumentum einen langfristigen Abnahmevertrag über Indiumphosphid-Substrate bis 2031 mit dem Zulieferer AXT, der Anzahlungen von insgesamt 87 Millionen US-Dollar umfasst.

Der nächste Zahlentermin ist vorläufig für den 10. November vorgesehen. Dann zeigt sich, ob die für das erste Quartal 2027 ausgegebene Prognose tatsächlich Bestand hat und wie sich der einmalige Bilanzeffekt aus der Anleihen-Tilgung in den Folgequartalen auswirkt.

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