LVMH Aktie: Alexandre Oulès wird Beauty-COO
LVMH bündelt die Abläufe seiner Beauty-Marken, während Investoren Chancen sehen und die Aktie deutlich unter ihrem 200-Tage-Mittel notiert.

- Alexandre Oulès übernimmt neue Beauty-Funktion
- 16 Kosmetikmarken sollen enger zusammenarbeiten
- Cooper Investors steigt bei LVMH ein
- Louis Vuitton beendet Whiskey-Gemeinschaftsprojekt
Der Luxusgüter-Konzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton treibt die operative Verzahnung seiner Kosmetiksparte voran. Am Mittwoch gab das Unternehmen die Ernennung von Alexandre Oulès zum Chief Operating Officer der Beauty-Division bekannt. Diese neu geschaffene Position soll die Abläufe zwischen den 16 verschiedenen Kosmetikmarken des Hauses, zu denen prominente Namen wie Christian Dior und Guerlain zählen, enger koordinieren.
Strategische Straffung der Beauty-Sparte
Im Fokus der neuen Rolle stehen die Bereiche Fertigung, Einkauf und Logistik. Oulès soll die Effizienz in der gesamten Wertschöpfungskette steigern und Synergien zwischen den einzelnen Häusern heben. Dies markiert einen wichtigen Schritt, um die Schlagkraft des Segments in einem anspruchsvolleren Marktumfeld zu festigen. Die strategische Neuausrichtung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie seit Jahresanfang einen Rückgang von 28 % verzeichnet hat.
Während der Aktienkurs unter Druck steht, sehen professionelle Anleger in der aktuellen Bewertung eine Gelegenheit. Der Family and Founder Fund von Cooper Investors gab am Montag bekannt, eine neue Position in LVMH aufgebaut zu haben. Die Investmentgesellschaft begründete diesen Schritt mit einer aktuellen Bewertungslücke, die das langfristige Potenzial des Konzerns nach ihrer Einschätzung nicht ausreichend widerspiegelt.
Analysten sehen deutliches Aufwärtspotenzial
Diese Zuversicht teilen auch Experten der Branche. Luca Solca vom Analysehaus Bernstein bekräftigte am 20. August seine Kaufempfehlung für das Papier. Das Kursziel von 600,00 Euro signalisiert ein erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs von 455,55 Euro. Solca hatte diese Einschätzung bereits in einer vorangegangenen Analyse am 17. August vertreten.
Parallel zur operativen Umstrukturierung nutzt das Management das Kursniveau für eigene Zukäufe. In Mitteilungen an die französische Finanzmarktaufsicht AMF legte LVMH Transaktionen im Rahmen seines Rückkaufprogramms offen. So wurden am Dienstag Details zu Aktienkäufen veröffentlicht, die im Zeitraum zwischen dem 17. August und dem 21. August durchgeführt wurden.
Marken-Allianzen und Portfolio-Anpassungen
Die Flaggschiff-Marke Louis Vuitton setzt derweil auf exklusive Partnerschaften. Eine neue Design-Kooperation mit Porsche für das Modell 911 soll die handwerkliche Expertise beider Traditionshäuser kombinieren.
Gleichzeitig zeigt die Marke ihre starke Marktstellung im Bereich der Immobilien: Medienberichten zufolge treibt Louis Vuitton die Preise für Gewerbeobjekte im US-amerikanischen East Hampton massiv voran, sodass die Mieten dort inzwischen das Niveau führender globaler Hauptstädte erreichen.
Strategisch trennt sich der Konzern zudem konsequent von Randaktivitäten. Wie bereits am 10. August bekannt wurde, übernahm die Künstlerin Beyoncé die vollständige Kontrolle über die Whiskey-Marke SirDavis. LVMH veräußerte seinen Anteil an die Musikerin und beendete damit das bisherige Gemeinschaftsprojekt. Der Fokus des Konzerns verlagert sich damit wieder stärker auf das Kerngeschäft.
An der Börse wird die Entwicklung derzeit verhalten aufgenommen. Mit der Notierung von 455,55 Euro bleibt das Papier deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 521,09 Euro. Anleger warten nun gespannt auf die Veröffentlichung der Umsatzzahlen für das dritte Quartal, die für Ende Oktober erwartet werden.
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