LVMH Aktie: Enttäuschung trotz Gewinn-Beat

LVMH überrascht mit operativem Gewinn über Analystenschätzungen, doch Umsatzrückgang und Währungsbelastungen drücken auf die Stimmung.

Die Kernpunkte:
  • Operativer Gewinn übertrifft Prognosen
  • Umsatz sinkt um drei Prozent
  • Wechselkurse belasten Ergebnis stark
  • Mode-Sparte bleibt Wachstumssorgenkind

LVMH hat besser abgeschnitten als von Analysten erwartet — und die Aktie gibt trotzdem nach. Ein Widerspruch, der sich beim Blick auf die Zahlen schnell auflöst: Der Konzern verdient zwar mehr, als der Markt kurzfristig eingepreist hatte, wächst aber langsamer als in besseren Jahren. Genau das macht Anleger nervös.

Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz des Luxuskonzerns um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro. Organisch, also bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte, stand dagegen ein Plus von zwei Prozent zu Buche. Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn fiel auf 8,69 Milliarden Euro — vier Prozent weniger als vor einem Jahr, aber deutlich über der Analystenschätzung von 8,46 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb der Nettogewinn mit 5,7 Milliarden Euro stabil. Die in New York gehandelten Hinterlegungsscheine gaben zuletzt um 1,6 Prozent nach.

Der Dollar kostet fast eine Milliarde

Der eigentliche Bremsklotz war die Währung. Ein negativer Wechselkurseffekt von fünf Prozent, getrieben vor allem von Dollar, Yen und Won, drückte im ersten Halbjahr rund 700 Millionen Euro aus dem operativen Ergebnis. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit einer ähnlichen Belastung wie 2025 — rund eine Milliarde Euro auf EBIT-Basis. Immerhin: Die operative Marge blieb mit 22,5 Prozent auf hohem Niveau, nur zehn Basispunkte unter dem Vorjahreswert. Die Nettoverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital sank auf rund 12 Prozent, nach 15 Prozent im Vorjahr.

Schmuck zieht, Mode hinkt hinterher

Zwischen den Sparten klafft eine Lücke. Uhren und Schmuck legten organisch um neun Prozent zu, angetrieben von Tiffany und Bulgari mit zweistelligem Wachstum im zweiten Quartal. Wein und Spirituosen kehrten mit fünf Prozent Plus zur Wachstumsspur zurück, Sephora trug die Sparte Selective Retailing mit ebenfalls fünf Prozent. Die mit Abstand größte Sparte, Mode und Lederwaren, blieb im Halbjahr mit minus einem Prozent das Sorgenkind, drehte im zweiten Quartal aber ins Plus. Geografisch fiel vor allem die Erholung in den USA auf, wo das organische Wachstum von drei auf sechs Prozent im zweiten Quartal beschleunigte. Japan schaffte einen Sprung von minus drei auf plus 14 Prozent, während Europa mit einem Rückgang von einem Prozent schwach blieb.

Die Zwischendividende bleibt bei 5,50 Euro je Aktie, ausgezahlt im Dezember 2026. Für die zweite Jahreshälfte warnt das Management vor optisch schwierigeren Vergleichswerten, verweist aber auf die 2024 bereits erreichten hohen Vorjahreswerte als relativierenden Faktor.

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