LVMH Aktie: Modesparte zieht Quartal runter

Das organische Konzernwachstum blieb bei einem Prozent; Zuwächse bei Sephora, Schmuck und Spirituosen federten das Minus der Modesparte ab.

Die Kernpunkte:
  • Mode und Leder organisch fünf Prozent schwächer
  • Sephora-Einzelhandel legte um acht Prozent zu
  • Uhren und Schmuck wuchsen um sechs Prozent
  • Neunmonatsumsatz organisch zwei Prozent höher

Der weltgrößte Luxuskonzern hat als erster Branchenschwergewicht Drittquartalszahlen vorgelegt. Das Bild ist gemischt: Der Umsatz trifft die Erwartungen knapp, doch die wichtigste Sparte enttäuscht deutlich.

Mode und Leder verfehlen klar

Der organische Umsatz stieg im dritten Quartal um ein Prozent. Analysten hatten mit 1,3 Prozent gerechnet. Die Mode- und Ledersparte mit Louis Vuitton und Dior, die fast die Hälfte der Konzernerlöse liefert, verzeichnete ein organisches Minus von fünf Prozent. Erwartet worden war ein Rückgang von nur 1,8 Prozent.

Der Divisionsumsatz sank auf 8,25 Milliarden Euro, nach 8,5 Milliarden im Vorjahr. Der Konzern verweist auf einen weiterhin robusten US-Markt, der die nachlassende Nachfrage in China aber nicht ausgleichen konnte.

Beim Gesamtumsatz fallen die Angaben leicht auseinander: Der Konzern selbst nennt 18,5 Milliarden Euro, was knapp über dem Konsens liegt. Für die ersten neun Monate stehen 57,1 Milliarden Euro zu Buche. Das sind reported zwei Prozent weniger, organisch zwei Prozent mehr.

Andere Sparten stützen

Auffangen konnten andere Bereiche. Selektiver Einzelhandel wuchs organisch um acht Prozent, getragen von Sephora, das in mehreren Ländern Marktanteile gewann und nach Belgien und Kroatien expandierte.

Uhren und Schmuck legten um sechs Prozent zu. Tiffany stärkte seine Linien HardWear, Knot und Sixteen Stone, Bvlgari erzielte mit der neuen Hochschmuck- und Uhrenlinie Eclettica Rekordumsätze. Weine und Spirituosen wuchsen ebenfalls um sechs Prozent: Champagner erholt sich vor allem in Europa, Hennessy profitiert von guter Dynamik in Asien.

Parfums und Kosmetik kamen auf ein Prozent Wachstum, unterstützt von Dior-Neuheiten wie J’adore Intense und Sauvage Extrait.

Stimmung im Sektor bleibt fragil

Die Zahlen dürften die Anleger weiter verunsichern. Die Luxusbranche steckt seit drei Jahren in einer Flaute, und die Sorge wächst, dass sie ihren früheren Schwung nicht zurückgewinnt. Die LVMH-Aktie war vor der Veröffentlichung im europäischen Handel um gut ein Prozent gestiegen, die Zahlen kamen nach Börsenschluss.

Der Konzern gibt sich trotz eines unsicheren wirtschaftlichen und geopolitischen Umfelds zuversichtlich. Er will an der Strategie festhalten, die Begehrlichkeit seiner Marken zu steigern. Eine konkrete Prognose nannte er nicht. Die Reaktion der Aktie am Dienstag im Handel zeigt, ob der Markt die Schwäche im Modegeschäft schwerer gewichtet als die Stärke von Sephora, Schmuck und Spirituosen.

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