LVMH: €17 Milliarden US-Geschäft gefährdet

LVMH verzeichnet leichten Umsatzanstieg, während das Kerngeschäft mit Mode schrumpft und drohende US-Zölle das Risikoprofil verändern. Die Aktie notiert technisch überverkauft.

Die Kernpunkte:
  • Asien ohne Japan liefert stärkstes regionales Wachstum
  • Mode- und Lederwaren-Sparte schrumpft siebtes Quartal in Folge
  • Drohende US-Importzölle bedrohen wichtigen Absatzmarkt
  • Aktie notiert technisch überverkauft, Analysten bleiben optimistisch

Asien erholt sich, Amerika droht mit Zöllen. Beim Luxusgüterkonzern LVMH prallen derzeit zwei gegensätzliche Kräfte aufeinander. Kurz vor der heutigen Hauptversammlung in Paris bewerten Investoren das Risiko-Rendite-Profil der Aktie völlig neu.

Zölle bedrohen das US-Geschäft

Nordamerika steht für rund ein Viertel des Konzernumsatzes. Im vergangenen Jahr entsprach das Erlösen von etwa 17 Milliarden Euro. Genau dieser wichtige Wachstumsmarkt gerät nun durch drohende US-Importzölle unter Druck.

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LVMH versuchte bereits während der ersten Trump-Amtszeit, sich mit lokaler Produktion abzusichern. Fabriken in Kalifornien und Texas decken mittlerweile die Hälfte des US-Volumens ab. Die 2019 eröffnete Handtaschen-Produktion in Texas kämpft allerdings mit massiven Problemen. Mangelnde Produktivität, fehlendes Fachpersonal und Qualitätsmängel belasten den Standort.

Asien stützt, Mode schwächelt

Die operativen Zahlen zum ersten Quartal spiegeln diese Zerrissenheit wider. Der Gesamtumsatz sank auf berichteter Basis auf 19,1 Milliarden Euro. Bereinigt um negative Währungseffekte verzeichnete LVMH ein leichtes organisches Wachstum von einem Prozent.

Regional lieferte Asien ohne Japan mit einem Plus von sieben Prozent den stärksten Impuls. Das lag vor allem an der Erholung auf dem chinesischen Festland.

Auf Segmentebene bereitet das Kerngeschäft Sorgen. Die Sparte für Mode und Lederwaren schrumpfte organisch um zwei Prozent. Es ist der siebte Rückgang in Folge für den Bereich, der im Vorjahr noch 80 Prozent der Konzerngewinne erwirtschaftete.

Besser lief es bei den Weinen und Spirituosen. Dank eines starken chinesischen Neujahrsgeschäfts erholte sich die Sparte mit einem Zuwachs von fünf Prozent deutlich vom Vorjahreseinbruch.

Aktie im überverkauften Bereich

An der Börse hinterlässt die unsichere Gemengelage tiefe Spuren. Bei einem aktuellen Kurs von 477,85 Euro notiert das Papier seit Jahresbeginn gut 25 Prozent im Minus. Ein RSI-Wert von 26,7 signalisiert mittlerweile eine technisch überverkaufte Situation.

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 610 Euro. Barclays-Analystin Carole Madjo rechnet für das zweite Quartal mit einer Beschleunigung des organischen Wachstums auf fünf Prozent. Voraussetzung dafür ist eine Stabilisierung der Kernmarken wie Dior und Celine.

Um die Abhängigkeit vom US-Markt zu verringern, forciert das Management die Expansion in unterrepräsentierte Regionen. Indien, Japan und der Nahe Osten rücken in den Fokus. Wie schnell diese Märkte die drohenden US-Ausfälle kompensieren können, dürfte heute auf der Hauptversammlung in Paris das bestimmende Thema sein. Passend dazu reichte LVMH gestern pflichtgemäß eine Meldung über jüngste Aktientransaktionen bei der französischen Finanzaufsicht AMF ein.

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