Lynas Aktie: Caldeira-Projekt zu teuer?

Der geplante Meteoric-Kauf belastet Lynas mit neuen Aktien und hohen Ausgaben; Ord Minnett senkte sein Kursziel auf 14,00 A$.

Die Kernpunkte:
  • Meteoric-Übernahme im Wert von 968 Millionen A$
  • Lynas-Aktien als vollständige Kaufwährung vorgesehen
  • Caldeira-Entwicklungskosten dürften 500 Millionen US-Dollar übersteigen
  • Ord Minnett senkte Kursziel auf 14,00 A$

Nach dem deutlichen Kurseinbruch am Donnerstag legte die Lynas-Aktie am Freitag um 2,3 Prozent auf 8,05 Euro zu. Für mich ist diese leichte Gegenbewegung jedoch kein Signal für eine nachhaltige Wende. Anleger verarbeiten weiterhin die geplante Übernahme von Meteoric Resources, für deren jüngste Kurserholung am Markt kein einzelner Auslöser erkennbar war. Die Skepsis am Markt ist aus meiner Sicht völlig berechtigt.

Hohe Verwässerung für brasilianische Vorkommen

Der geplante Zukauf von Meteoric Resources im Gesamtwert von 968 Millionen A$ soll vollständig über eigene Aktien abgewickelt werden. Aktionäre von Meteoric sollen je eigener Aktie 0,0207 neue Lynas-Papiere erhalten. Für die bestehenden Lynas-Aktionäre bedeutet diese Struktur eine spürbare Verwässerung ihrer Anteile. Zusätzlich hat sich das Unternehmen verpflichtet, Meteoric eine Zwischenfinanzierung von bis zu 110 Millionen A$ bereitzustellen.

Zwar sichert sich Lynas mit dem Caldeira-Projekt in Brasilien den Zugriff auf bedeutende Seltene-Erden-Vorkommen. Doch der Preis dafür wiegt schwer. Wie Reuters berichtete, dürften die Entwicklungskosten für das Caldeira-Projekt 500 Millionen US-Dollar übersteigen.

Unterm Strich lädt sich das Management damit erhebliche Investitionspflichten auf. Die Transaktion steht zudem noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und ist keineswegs abgeschlossen.

Analysten sehen begrenztes Gewinnpotenzial

Die Zurückhaltung der Investoren spiegelt sich auch in den Einschätzungen der Experten wider. Am Dienstag senkte das Analysehaus Ord Minnett sein Kursziel für Lynas um 1,00 A$ auf 14,00 A$. Die Analysten behielten ihre Einstufung „Lighten“ ausdrücklich bei.

Nach Ansicht von Ord Minnett bietet der Konkurrent Iluka Resources das bessere relative Bewertungsniveau. Zudem böten die von Lynas vorgeschlagenen Projekte nur begrenzten Spielraum für Gewinnsteigerungen. Diese Einschätzung trifft den Kern der aktuellen Debatte. Anleger verlangen in einem anspruchsvollen Marktumfeld verlässliche Erträge statt kapitalintensiver Großprojekte.

Zwischen Erholung und Umsetzungsrisiken

Die Kurserholung vor dem Wochenende verschafft der Aktie eine Atempause, ändert aber nichts am übergeordneten Chartbild. Mit dem Schlusskurs vom Freitag notiert der Titel 13 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 9,27 Euro. Diese Differenz unterstreicht den anhaltenden Abwärtsdruck der vergangenen Wochen.

Für mich überwiegen kurzfristig die Belastungsfaktoren. Der Erwerb neuer Liegenschaften stärkt zwar theoretisch die Marktposition abseits bestehender Förderstätten. Allerdings verlangen die anstehenden Ausgaben und die Verwässerung den Aktionären viel Geduld ab. Solange die Finanzierung und Umsetzung des Caldeira-Projekts nicht vollends geklärt sind, bleibt die Lynas-Aktie ein Papier mit erhöhtem Risiko.

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