Lynas Aktie: Erfolgsgeschichte fortsetzen
Verschärfte chinesische Exportregeln für Japan lösen bei Lynas eine deutliche Kursrally aus. Der Fokus liegt nun auf dem bevorstehenden Quartalsbericht und der Frage nach der Nachhaltigkeit der Bewegung.

- Kurs springt nach China-Exportankündigungen über 14%
- Technische Erholung aus stark überverkaufter Lage
- Fokus verschiebt sich auf anstehenden Quartalsbericht
- Seltenerdensektor bleibt politisch extrem sensibel
Spannende Woche für Lynas: Strengere chinesische Exportkontrollen gegenüber Japan haben die Sorge vor neuen Engpässen bei kritischen Rohstoffen neu entfacht. Das Papier reagierte mit einer kräftigen Kurserholung aus einer zuvor stark überverkauften Lage. Entscheidend ist nun, ob die geopolitisch getriebene Bewegung von fundamentalen Daten untermauert wird.
Chinas Exportkontrollen als Auslöser
Auslöser der erhöhten Schwankungen war eine Ankündigung des chinesischen Handelsministeriums zu verschärften Exportkontrollen für sogenannte „Dual-Use“-Güter nach Japan – also Produkte mit ziviler und militärischer Nutzung. Zwar wurden seltene Erden in der Mitteilung nicht ausdrücklich genannt, doch die Erinnerung an das Embargo von 2010 reichte aus, um den Markt aufzuschrecken.
Lynas, größter kommerzieller Produzent getrennter Seltenerden außerhalb Chinas, profitierte unmittelbar von dieser Verunsicherung. Die Aktie sprang zur Wochenmitte deutlich an und legte am Mittwoch um mehr als 14 % auf ein Hoch von 15,21 A$ zu.
Gegen Ende der Woche ließ der Kaufdruck nach. Am Freitag gab der Kurs an der ASX um 0,98 % nach, die in den USA gehandelten ADRs (LYSDY) verloren im nachbörslichen Handel 5,9 %. Parallel dazu berichteten unter anderem The Japan Times und China Daily von Signalen möglicher Entspannung, da chinesische Vertreter betonten, die bilateralen Beziehungen nicht übermäßig belasten zu wollen.
Technische Erholung aus überverkauftem Bereich
Neben der geopolitischen Komponente spielte eine technische Gegenbewegung eine zentrale Rolle. Die Aktie war mit einem Viermonatstief von 12,15 A$ zum Jahresauftakt klar überverkauft. Die Rally der vergangenen Tage ist daher auch als scharfe Korrektur des vorangegangenen Abwärtstrends zu sehen.
Im Unterschied zu früheren Phasen mit stark spekulativem Charakter war die Dynamik diesmal stärker durch konkrete Sorgen um Lieferketten geprägt. Lynas betreibt das Mt-Weld-Bergwerk in Westaustralien und eine Verarbeitungsanlage in Malaysia. Damit gilt das Unternehmen kurzfristig als nahezu einzige realistische Alternative für westliche Abnehmer, falls es in Asien tatsächlich zu Störungen im Angebot käme.
Wichtig ist ein Blick auf die jüngsten Diskussionen rund um Analystenempfehlungen: Große Häuser wie UBS und Goldman Sachs bleiben dem Titel zwar langfristig wohlgesonnen, ihre einschlägigen Einstufungen datieren jedoch aus dem späten Jahr 2025. In der ersten Januarwoche 2026 gab es von diesen beiden Adressen keine neuen Ratingänderungen – anders als es teilweise in Marktgerüchten suggeriert wurde.
Sensibler Markt für Seltene Erden
Die Kursbewegung unterstreicht, wie empfindlich der Sektor der Seltenen Erden auf politische Signale reagiert. Im Jahr 2025 stand Lynas noch unter Druck: fallende Preise für Neodym und Praseodym (NdPr) sowie Zweifel an der Dynamik im Elektroauto-Sektor belasteten Stimmung und Bewertung.
Die schnelle Gegenbewegung in dieser Woche zeigt, wie abrupt sich die Wahrnehmung drehen kann, wenn Versorgungssicherheit plötzlich wichtiger wird als reine Nachfrageüberlegungen. Auch wenn sich die unmittelbare Gefahr eines umfassenden chinesischen Exportverbots bis Freitag abgeschwächt hat, bleibt die Verwundbarkeit der globalen Lieferkette präsent.
Diese Art „politischer Aufschlag“ im Kurs dürfte kurzfristig eine Untergrenze einziehen und einen vollständigen Rücklauf auf die Tiefs vom Januar weniger wahrscheinlich machen – zumindest solange das Thema Exportkontrollen nicht vollständig vom Tisch ist.
Blick nach vorn: Quartalsbericht im Fokus
In den kommenden Tagen dürfte der Fokus vom geopolitischen Umfeld wieder stärker auf die Fundamentaldaten übergehen. Lynas will den Quartalsbericht für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2025 am 21. Januar 2026 vorlegen.
Im Mittelpunkt der Auswertung stehen voraussichtlich drei Bereiche:
- Produktionsvolumen: Erfüllen die Anlage in Malaysia und die neue Anlage in Kalgoorlie die angepeilten Output-Ziele?
- Durchschnittlicher Verkaufspreis: Bestätigt sich, dass die erzielten NdPr-Preise stabiler werden, wie es die jüngsten Spotmarkt-Daten nahelegen?
- Projektfortschritt: Wie entwickelt sich der Ausbau des Mt-Weld-Projekts?
Charttechnisch gilt der Bereich um 14,00 A$ als wichtige Unterstützung. Kann sich der Kurs in der kommenden Woche oberhalb dieser Marke behaupten, wäre das ein stärkeres Signal für eine etablierte Trendwende. Gleichzeitig könnte eine sichtbarere diplomatische Entspannung zwischen Peking und Tokio dazu führen, dass der zuletzt eingepreiste „Angstaufschlag“ im Kurs weiter abschmilzt.
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