Lynas Aktie: Führungswechsel und Chancen

Lynas Rare Earths steht vor einem Führungswechsel, profitiert aber von geopolitischen Spannungen und einem milliardenschweren australischen Rohstoffprogramm. Analysten erwarten eine Umsatzverdopplung für 2026.

Die Kernpunkte:
  • Langjährige CEO Amanda Lacaze kündigt ihren Rückzug an
  • Australiens Milliardenprogramm stärkt strategische Position
  • Exportbeschränkungen Chinas gegenüber Japan bieten Chancen
  • Analysten erwarten Verdopplung der Erlöse für 2026

Lynas Rare Earths steht vor einem Führungswechsel, während das Umfeld für Seltene Erden zunehmend politisch aufgeladen ist. Die langjährige CEO Amanda Lacaze kündigt ihren Rückzug an – ausgerechnet in einer Phase, in der geopolitische Spannungen und neue Förderprogramme die strategische Bedeutung des Unternehmens unterstreichen.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt, trotz eines leichten Rückgangs zur Wochenmitte. Im Zentrum steht nun die Frage, wie stabil Wachstumsstory und Marktposition durch die anstehende Nachfolge geführt werden.

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CEO-Abgang nach erfolgreicher Ära

Amanda Lacaze beendet nach rund zwölf Jahren ihre Amtszeit als Vorstandschefin. Sie hatte 2014 übernommen und in dieser Zeit eine deutliche Wertsteigerung erreicht: Der Aktienkurs legte unter ihrer Führung um das Zwölffache zu, aus Lynas wurde ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 10 Milliarden australischen Dollar.

  • Lacaze bleibt noch bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres (Juni 2026) an Bord
  • Der Aufsichtsrat sucht intern wie extern nach einer Nachfolge
  • Ziel ist ein geordneter Übergang ohne Bruch in der operativen Führung

Institutionelle Investoren würdigen vor allem die Restrukturierung der Finanzierung mit japanischen Partnern, den Ausbau der nordamerikanischen Aktivitäten sowie den Aufbau der Verarbeitungsanlage in Kalgoorlie. Zudem gilt Lacaze laut Forbes-Daten als die am längsten amtierende weibliche CEO am australischen Aktienmarkt.

Die Bekanntgabe ihres Rückzugs führte zunächst zu Kursverlusten, die sich jedoch im weiteren Handelsverlauf wieder weitgehend ausglichen, unterstützt von einer starken Sektorentwicklung bei Seltenen Erden.

Neue Rohstoffpolitik als Rückenwind

Jefferies-Analyst Mitch Ryan bestätigte heute seine Halte-Empfehlung für die Aktie mit einem Kursziel von 14,50 AUD. Er verweist insbesondere auf das Potenzial durch die jüngst vorgestellte Rohstoffstrategie der australischen Regierung.

Australien hat am 12. Januar ein strategisches Minerals-Reserveprogramm im Volumen von 1,2 Milliarden AUD (rund 801 Millionen US-Dollar) angekündigt. Im Fokus stehen dabei vor allem:

  • Seltene Erden
  • Antimon
  • Gallium

Finanzminister Jim Chalmers betonte, das Programm solle globale Lieferketten stärken und die Abhängigkeit von chinesischen Exporten verringern. Als führender Produzent von Seltenen Erden in Australien ist Lynas ein direkter Profiteur dieses politischen Rückenwinds.

China-Japan-Konflikt stärkt Rolle von Lynas

Die Branche für Seltene Erden wird derzeit stark von geopolitischen Spannungen geprägt. Am 8. Januar kündigte China Exportbeschränkungen für Lieferungen an japanische Unternehmen an, nachdem es zu diplomatischen Verwerfungen gekommen war. Laut einem Bericht des Wall Street Journal gehen die Einschränkungen über militärnahe Anwendungen hinaus.

Japan hat seine Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden seit 2010 von rund 90 % auf etwa 60 % gesenkt. Ein wichtiger Baustein dabei ist die Kooperation mit Lynas über das Handelshaus Sojitz. Die aktuellen Spannungen rücken alternative Anbieter erneut in den Vordergrund. Am 13. Januar berieten die G7-Finanzminister in Washington über die Sicherung der Versorgung mit kritischen Rohstoffen.

Japanische Unternehmen analysieren derzeit, wie stark sie konkret von den neuen Exportauflagen betroffen sind. Mit klareren Auswirkungen wird ab Februar gerechnet.

Deutlicher Wachstumssprung erwartet

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnen Analysten im Schnitt mit einer Verdopplung der Erlöse von 557 Millionen AUD (GJ 2025) auf rund 1,1 Milliarden AUD. Treiber sind vor allem höhere Produktionsmengen und steigende Preise:

  • NdPr-Produktion (Neodym-Praseodym): +35 % auf etwa 8.800 Tonnen
  • NdPr-Preise: +48 % im Jahresvergleich auf 118 AUD je Kilogramm
  • Gesamtproduktion Seltener Erden-Oxide: +53 % auf 16.100 Tonnen

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Lynas Umsätze von 200,2 Millionen AUD – den höchsten Wert seit mehreren Jahren – sowie einen positiven operativen Cashflow von 55 Millionen AUD.

Zudem plant das Unternehmen, in der ersten Jahreshälfte 2026 mit der Produktion von Samarium zu beginnen. Parallel dazu wird die Kapazität für die Trennung schwerer Seltener Erden in Malaysia ausgebaut.

Analysten uneins, Quartalszahlen im Fokus

Die Einschätzungen der Banken fallen unterschiedlich aus. Macquarie sieht weiteres Potenzial und nennt ein Kursziel von 17 AUD. Im Durchschnitt liegt das Konsensziel mit 15,35 bis 15,52 AUD etwa auf dem aktuellen Kursniveau. UBS hatte die Aktie im November 2025 auf „Kaufen“ hochgestuft und ein Kursziel von 17,80 AUD genannt.

Ein wichtiger kurzfristiger Impuls dürfte der Quartalsbericht zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sein, der für den 21. Januar angekündigt ist. Dann legt Lynas neue Zahlen zu Produktionsvolumen, Preisdynamik und zur operativen Entwicklung in Kalgoorlie vor, nachdem es dort Ende 2025 zu Stromunterbrechungen gekommen war.

Ausblick: Übergang im laufenden Aufschwung

Der anstehende Führungswechsel bringt zwar Unsicherheit, ändert aber nichts an der Rolle von Lynas als größtem Produzenten Seltener Erden außerhalb Chinas. Gleichzeitig wirken mehrere Faktoren unterstützend: eine aktivere Rohstoffpolitik in Australien, ein angespanntes globales Angebot und die jüngsten Exportbeschränkungen Pekings gegenüber Japan.

Kurzfristig rücken der CEO-Nachfolgeprozess und die Q2-Zahlen in den Vordergrund. Entscheidend wird sein, ob Lynas die erwartete Produktions- und Umsatzdynamik im laufenden Geschäftsjahr bestätigen und die neue Kapazität – insbesondere in Kalgoorlie und Malaysia – stabil hochfahren kann.

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