Lynas Aktie: Gewinnmitnahmen drücken
Die Aktie des Seltene-Erden-Produzenten Lynas verliert deutlich nach einer starken Rally. Ein schwächerer Rohstoffpreis und ein bevorstehender Führungswechsel belasten die Stimmung.

- Korrektur nach Kursverdopplung im letzten Jahr
- Schwächere Preise für Neodym und Praseodym
- Bevorstehender Wechsel an der Unternehmensspitze
- Hohes Handelsvolumen deutet auf Umschichtungen
Nach einer starken Rally geraten die Aktien des Seltene-Erden-Produzenten Lynas heute spürbar unter Druck. Nach einem Kursplus von mehr als 120 % auf Jahressicht setzen nun deutliche Gewinnmitnahmen ein. Der Rücksetzer trifft den Wert ausgerechnet nach einem neuen Zwischenhoch und in einer Phase steigender Unsicherheit bei Rohstoffpreisen und Managementwechsel.
Deutlicher Rücksetzer nach Rally
Die Aktie verliert heute 6,33 % auf 15,25 A$ und korrigiert damit einen Teil der jüngsten Gewinne. Zwischenzeitlich stieg der Kurs noch bis auf 16,19 A$, bevor verstärkte Verkäufe einsetzten. Das Tagestief lag bei 15,125 A$.
Damit dreht der Wert klar von dem Vortag ab, als die Aktie noch um 5,17 % auf 16,28 A$ zulegen konnte. Der Rückgang beendet vorerst den steilen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen.
Wichtige Kenngrößen im Überblick:
- 1-Jahres-Performance: über 120 %
- 30-Tage-Performance: ca. +25 %
- 52-Wochen-Spanne: 6,16 A$ – 21,96 A$
- Heutige Kursbewegung: -6,33 %
Auffällig ist das hohe Handelsvolumen von 7,38 Mio. Stück, das deutlich über den jüngsten Durchschnittswerten liegt und auf umfangreiche Umschichtungen größerer Adressen hindeutet.
Abkühlung bei Seltene-Erden-Preisen
Belastend wirkt eine Abschwächung der Preise für Neodym und Praseodym (NdPr), zwei zentrale Erlöstreiber für Lynas. Diese Seltenen Erden hatten Ende 2025 noch kräftig zugelegt, getrieben von Sorgen um das Angebot und geopolitische Spannungen rund um chinesische Exportbeschränkungen.
Inzwischen bewertet der Markt Nachfrageaussichten und die Angebotslage aus China neu. Diese Neubewertung schwächt die Stimmung für Produzenten von Seltenen Erden, wobei Lynas als einer der größeren Player in dem Segment besonders im Fokus steht.
Führungswechsel als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor
Für zusätzliche Unsicherheit sorgt der bevorstehende Führungswechsel. CEO Amanda Lacaze hat nach rund zwölf Jahren an der Spitze ihren Rücktritt angekündigt. Der Nachfolgeprozess läuft, Investoren achten genau auf mögliche Hinweise zur weiteren strategischen Ausrichtung.
Der Zeitpunkt ist entscheidend, denn Prognosen von S&P Global sehen Lynas vor einer starken Wachstumsphase. Für das Geschäftsjahr 2026 wird eine Verdopplung der Umsätze auf 1,1 Mrd. A$ erwartet. Treiber dieser Einschätzung sind:
- ein Plus von 53 % bei der gesamten Produktion von Seltenen-Erden-Oxiden auf 16.100 Tonnen
- ein Anstieg der durchschnittlich erzielten Preise um 47 % auf 72,5 A$ je Kilogramm
- 35 % Wachstum bei den NdPr-Produktionsmengen auf 8.800 Tonnen
- ein erwarteter Anstieg der NdPr-Preise um 48 % auf 118 A$ je Kilogramm
Diese Zahlen unterstreichen das hohe Ertragspotenzial – erhöhen aber auch den Druck, die Wachstumspläne operativ umzusetzen.
Bewertung und Prognosen klaffen auseinander
Trotz der heutigen Kursverluste bleibt die Bewertung anspruchsvoll. Die Aktie wird aktuell mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 28 bewertet und liegt damit deutlich über dem Branchendurchschnitt von 9,3.
Das Analystenkonsensmodell sieht einen fairen Wert bei rund 15,77 A$. Ausgehend vom heutigen Schlusskurs deutet das nur auf begrenztes Aufwärtspotenzial hin.
Die Erwartungen an die Gewinnentwicklung gehen weit auseinander:
- Optimistische Schätzungen: Ergebnis von 959,4 Mio. A$ bis September 2028
- Pessimistische Schätzungen: Ergebnis von 521,6 Mio. A$ bis September 2028
Die Differenz reflektiert vor allem Unsicherheit über die weitere Preisentwicklung bei Seltenen Erden und die Umsetzung der geplanten Projekte.
Technisches Bild trübt sich ein
Charttechnisch verliert der kurzfristige Aufwärtstrend an Dynamik. Seit dem 22. Dezember hatte der Kurs von 12,48 A$ bis gestern auf 16,28 A$ zugelegt. Mit dem heutigen Rückgang wurden fast die Gewinne einer ganzen Woche in einer Sitzung wieder abgegeben.
Das deutlich erhöhte Volumen stützt die Einschätzung, dass es sich nicht nur um eine kleine Verschnaufpause handelt. Die Umsätze von 7,38 Mio. Aktien deuten eher auf eine Neupositionierung institutioneller Investoren hin, die nach der Kursverdopplung im vergangenen Jahr verstärkt Gewinne realisieren oder Engagements anpassen.
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