Lynas Aktie: Hinkt hinterher

Trotz stark steigender Neodym-Preise spiegelt der Lynas-Kurs die Rohstoffhausse nur gedämpft wider. Gründe sind Produktionsrückgänge, politische Veränderungen und ein bevorstehender CEO-Wechsel.

Die Kernpunkte:
  • Neodym-Preise auf höchstem Niveau seit 2022
  • Umsatzplus von 43%, aber Produktion eingebrochen
  • CEO Amanda Lacaze tritt nach 12 Jahren zurück
  • Politische Fokusverschiebung in den USA

Bei Seltenen Erden ziehen die Preise spürbar an – doch der Kurs von Lynas Rare Earths spiegelt diesen Rohstoffschub nur teilweise wider. Besonders Neodym hat in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt und notiert wieder auf Niveaus, die seit dem Boom 2022 kaum mehr gesehen wurden. Warum kommt diese Stärke bei der Aktie nicht im gleichen Tempo an?

Wichtige Fakten im Überblick:
Neodym (Heute): 1.065.000 CNY/Tonne (+34,38% im Monat, +94,52% zum Vorjahr; Trading Economics)
Aktie (Gestern): 15,76 AUD (+4,10% am Tag)
Aktie (Heute): 16,00 AUD (Fintel)
Umsatz Q2 GJ 2026: 201,9 Mio. AUD (+43%)
Ø Verkaufspreis: 85,60 AUD/kg (Vorjahr: 49,20 AUD/kg)
Produktion Q2: 2.382 Tonnen Rare-Earth-Oxide (REO)
Marktkapitalisierung: ca. 16,1 Mrd. AUD

Rohstoffpreise laufen voraus

Der Markt für Seltene Erden hat zuletzt deutlich Rückenwind bekommen. Neodym handelt laut Trading Economics auf dem höchsten Niveau seit der Hausse 2022. Auch aus China kamen Signale einer breiten Preisaufwärtsbewegung: China Tungsten Industry meldete, dass die heimischen Preise klar anziehen. Demnach stieg der Preis für Praseodym-Neodym-Oxid um rund 60.000 RMB je Tonne, Terbiumoxid um etwa 100.000 RMB je Tonne.

Bei Lynas zeigt sich zwar ebenfalls ein positives Bild, aber weniger „synchron“ mit dem Rohstoff: Seit Jahresbeginn liegt die Aktie bei rund +26,69%, auf Sicht von zwölf Monaten bei etwa +128%. Kurzfristig wirkt das im Vergleich zur Dynamik einiger Preisindikatoren dennoch wie ein Hinterherlaufen.

Höhere Preise, weniger Output

Die jüngsten Quartalszahlen liefern genau diese Mischung aus Rückenwind und Bremse. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres (Ende Dezember) stieg der Umsatz auf 201,9 Mio. AUD – ein Plus von 43%. Der durchschnittlich erzielte Verkaufspreis sprang auf 85,60 AUD je Kilogramm, nach 49,20 AUD im Vorjahresquartal.

Auf der Produktionsseite gab es dagegen Gegenwind: Die gesamte REO-Produktion fiel auf 2.382 Tonnen, nach 3.993 Tonnen im Vorquartal. Als Ursache nennt das Unternehmen Stromausfälle am Standort Kalgoorlie in Westaustralien. Die NdPr-Produktion sank dadurch um rund 30% gegenüber dem Vorquartal auf 1.404 Tonnen.

Politik und Chefwechsel als zusätzliche Faktoren

Parallel verändert sich das politische Umfeld. Laut einer Canaccord-Genuity-Notiz von Ende Januar richtet Washington den Fokus bei kritischen Mineralien demnach neu aus: weg von breiten Preisgarantien, hin zu selektiveren Investitionen, gezielten Zöllen und konkreten Abnahmevereinbarungen. Das könnte Produzenten mit etablierten Anlagen eher begünstigen als Projekte im frühen Stadium.

Hinzu kommt ein Wechsel an der Spitze: Lynas kündigte im Januar an, dass CEO Amanda Lacaze nach 12 Jahren zurücktritt. In der Quartalsmitteilung verwies sie darauf, dass staatliche Regelungen rund um Mindestpreise („floor prices“) die Marktmechanik verbessert und Preise auf ein aus ihrer Sicht nachhaltigeres Niveau gehoben hätten.

Unterm Strich trifft bei Lynas aktuell ein starker Preisimpuls auf operative Reibung – und genau diese Kombination erklärt, warum die Aktie den Rohstoffanstieg nicht eins zu eins nachzeichnet.

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