Lynas Aktie: Seltene-Erden-Rally
Chinas Exportverbot für Dual-Use-Güter nach Japan lässt die Aktie von Lynas Rare Earths stark steigen. Das australische Unternehmen profitiert als wichtiger Alternativlieferant für Japan.

- Lynas-Aktie springt nach China-Exportstopp um 15%
- Japan stark von chinesischen Seltene-Erden-Importen abhängig
- Lynas als wichtiger Alternativlieferant für Japan
- Goldman Sachs stuft Lynas auf 'Strong Buy' hoch
Der Kurs von Lynas Rare Earths ist gestern zweistellig angesprungen, nachdem China ein Exportverbot für sogenannte Dual-Use-Güter nach Japan verhängt hat. Die australische Gesellschaft profitiert von ihrer Sonderrolle als größter Seltene-Erden-Anbieter außerhalb Chinas. Im Hintergrund wächst zugleich der geopolitische Druck zwischen Peking und Tokio – und damit die Bedeutung alternativer Lieferketten.
- Lynas-Aktie +15,1% auf 15,06 A$
- China verhängt Exportstopp für Dual-Use-Güter nach Japan
- Mögliche Ausweitung auf mittlere und schwere Seltene Erden
- Japan stark von chinesischen Seltene-Erden-Lieferungen abhängig
Chinas Exportstopp trifft Japan
Peking kündigte am Montag ein sofortiges Verbot sämtlicher Dual-Use-Exporte nach Japan an. Betroffen sind rund 800 Produktkategorien, darunter Chemikalien, Elektronik, Sensoren und Schiffszubehör. Hintergrund sind Äußerungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi zu Taiwan. Sie hatte erklärt, ein chinesischer Militärangriff auf Taiwan könne die kollektive Selbstverteidigung Japans auslösen.
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Laut der staatlichen Zeitung China Daily prüft Peking zudem, Exportbeschränkungen auf mittlere und schwere Seltene Erden auszuweiten. Diese Materialien sind zentral für Elektromotoren in E-Autos, Lenk- und Zielsysteme von Raketen sowie Komponenten von Kampfjets.
Japan bezieht rund 60 % seiner Seltene-Erden-Importe aus China. Bei schweren Seltenen Erden, die etwa für Magnete in Elektro- und Hybridfahrzeugen benötigt werden, besteht nahezu vollständige Abhängigkeit.
Japans Kabinettschef Minoru Kihara bezeichnete das Exportverbot als „absolut inakzeptabel und zutiefst bedauerlich“. Das Außenministerium legte bei Chinas stellvertretendem Missionschef Shi Yong formell Protest ein.
Ökonomische Folgen für Japan
Der Ökonom Takahide Kiuchi vom Nomura Research Institute schätzt, dass ein dreimonatiger Exportstopp für Seltene Erden japanische Unternehmen rund 660 Milliarden Yen (etwa 4,2 Milliarden US-Dollar) kosten und das Bruttoinlandsprodukt um 0,11 Prozentpunkte schmälern könnte. Ein einjähriges Verbot würde demnach 0,43 Prozentpunkte Wachstum kosten.
An der Börse reagierten die Kurse entsprechend. Der Leitindex Nikkei 225 verlor heute rund 1 %. Besonders im Fokus standen Rüstungsunternehmen wie Kawasaki Heavy und Mitsubishi Heavy mit Abschlägen von jeweils etwa 2 %. Auch Autohersteller wie Subaru erklärten, sie beobachteten die Lage genau.
Lynas profitiert von Lieferbeziehungen
Die Kursrallye bei Lynas spiegelt die starke Verankerung des Unternehmens in der japanischen Lieferkette für Seltene Erden wider. Seit Jahren besteht eine Abnahmevereinbarung mit dem japanischen Handelshaus Sojitz. Diese Beziehung macht Lynas zu einem naheliegenden Alternativlieferanten, wenn chinesische Ausfuhren stocken.
Der Kurssprung bedeutet zugleich eine deutliche Erholung von dem Viermonatstief bei 12,15 A$, das die Aktie am 2. Januar markiert hatte. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs inzwischen mehr als verdoppelt.
Ausbau der Kapazitäten
Operativ arbeitet Lynas weiter am Ausbau der eigenen Wertschöpfung. In Malaysia entsteht derzeit eine Anlage zur Trennung schwerer Seltener Erden, die 2026 die Produktion aufnehmen soll. Als Rohstoffbasis dient Material aus der Mt-Weld-Mine in Westaustralien.
Bereits im Juli 2025 meldete das Unternehmen einen Rekord bei der Produktion von Neodym-Praseodym (NdPr) von 2.080 Tonnen. Der Quartalsumsatz legte im Vergleich zum Vorquartal um 38 % auf 170,2 Millionen A$ zu.
Sektor im Aufwind und Analystenblick
Die geopolitische Entwicklung stützte nicht nur Lynas, sondern den gesamten Seltene-Erden-Sektor. Iluka Resources stiegen um 3,43 %, Brazilian Rare Earths um 5,84 %, Arafura um 5,17 % und Meteoric Resources um 8,11 %.
Bereits im November 2025 hatte Goldman Sachs Lynas von „Hold“ auf „Strong Buy“ hochgestuft. Die Analysten verwiesen damals insbesondere auf die Rolle des Unternehmens bei der Diversifizierung westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe. Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei rund 13,05 Milliarden A$.
Nächste Termine und geopolitischer Vergleich
Lynas will die Quartalszahlen für den Zeitraum bis zum 31. Dezember 2025 am Mittwoch, dem 21. Januar, vorlegen. Geschäftsführerin Amanda Lacaze wird am selben Tag zur Mittagszeit in Sydney eine Webcast-Präsentation für Analysten und Aktionäre halten.
Die aktuelle Auseinandersetzung zwischen China und Japan weckt Erinnerungen an den Territorialkonflikt von 2010, als Peking für zwei Monate die Seltene-Erden-Exporte nach Japan stoppte. Experten von Teneo verweisen darauf, dass die bewusst vage ausgestalteten Maßnahmen Pekings vermutlich auch als Druckmittel dienen sollen: Tokio soll politisch Zugeständnisse machen, während China seine Stellung bei kritischen Rohstoffen unterstreicht.
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