Lynas Rare Earths Aktie: NdPr-Ausbeute sinkt auf 1.857 Tonnen

Trotz eines Umsatzrekords verfehlt Lynas die Analystenschätzungen. Produktionsrückgang und Kostenexplosion belasten die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzrekord verfehlt Analystenerwartungen
  • Produktion von Neodym-Praseodym gesunken
  • Kostenexplosion in Malaysia um 60 Prozent
  • Liquide Mittel von über 1,2 Milliarden AUD

Rekordverdächtige Umsätze auf der einen Seite, massive Produktionslücken auf der anderen — bei Lynas Rare Earths klaffen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Trotz eines deutlichen Umsatzsprungs im Vergleich zum Vorjahr reagierten Investoren mit Verkäufen. Die Gründe liegen tief im australischen Boden und in explodierenden Kosten in Südostasien.

Der Seltene-Erden-Produzent meldete für das Juni-Quartal einen Bruttoumsatz von 288,9 Millionen Australischen Dollar (AUD). Das entspricht einem starken Plus, getrieben von Rekordpreisen von durchschnittlich 98,2 AUD pro Kilogramm. Allerdings verfehlte das Ergebnis die Analystenerwartungen von rund 373 Millionen AUD deutlich.

Besonders kritisch bewertete der Markt den Produktionsrückgang beim Schlüsselprodukt Neodym-Praseodym (NdPr). Die Ausbeute sank im Jahresvergleich um elf Prozent auf 1.857 Tonnen. Management-Angaben zufolge bereiteten Erzqualitäten in einer Übergangszone der Mount-Weld-Mine Schwierigkeiten. Technische Probleme in einer neuen Wasseraufbereitungsanlage verschärften die Lage zusätzlich.

Kostenexplosion in Malaysia

Neben den operativen Hürden in Australien belastet eine deutliche Budgetüberschreitung in Malaysia die Stimmung. Die geschätzten Kosten für das Erweiterungsprojekt zur Verarbeitung schwerer Seltener Erden kletterten auf fast 294 Millionen AUD. Zuvor war das Unternehmen noch von 180 Millionen AUD ausgegangen. Das entspricht einer Kostensteigerung von über 60 Prozent.

Interim-CEO Pol Le Roux, der das Amt am 1. Juli übernahm, sieht die schwierigste Phase der Minenumstellung jedoch hinter sich. Finanziell ist der Konzern trotz der Rückschläge solide aufgestellt. Lynas verfügt über liquide Mittel in Höhe von 1,209 Milliarden AUD. Dieses Kapital dient als Puffer für den laufenden Hochlauf der Verarbeitungsanlage in Kalgoorlie.

Die Aktie verlor zuletzt deutlich an Boden und notiert mit 9,31 Euro rund 30 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Für die kommenden Monate steht die Stabilisierung der Fördermengen im Mittelpunkt. Marktbeobachter achten nun darauf, ob Le Roux den versprochenen operativen Wendepunkt bei Mount Weld tatsächlich im nächsten Quartalsbericht nachweisen kann.

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