Madison Air: ebm-papst-Deal für 5,4 Milliarden besiegelt

Madison Air finanziert die 5,4-Milliarden-Dollar-Übernahme von ebm-papst, während Insider und Investoren umfangreiche Aktienkäufe tätigen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie verliert am Freitag 3,1 Prozent
  • Übernahmevolumen beträgt 5,4 Milliarden Dollar
  • Larry Gies kauft 24,8 Millionen Aktien
  • Ernesto Bertarelli investiert rund 219 Millionen Dollar

Madison Air Solutions Corp-A beendete die Handelswoche am Freitag mit Verlusten, während sich das Unternehmen auf den Abschluss einer großvolumigen Kapitalmaßnahme vorbereitet.

Die Anleger reagierten zuletzt zurückhaltend auf die ambitionierten Expansionspläne, die den Konzern durch die Übernahme des deutschen Weltmarktführers ebm-papst grundlegend verändern werden. Dennoch setzen namhafte Insider und strategische Investoren durch massive Zukäufe ein deutliches Zeichen des Vertrauens.

Strategische Übernahme und Finanzierungslasten

Der Konzern kündigte am 17. August eine definitive Vereinbarung zur Übernahme des deutschen Lufttechnik-Spezialisten ebm-papst an. Der Kaufpreis beläuft sich auf ein Gesamtvolumen von 5,4 Milliarden US-Dollar, was unter Berücksichtigung künftiger Steuererparnisse einem Nettowert von rund 5,0 Milliarden Dollar entspricht. Die Verkäufer sind die drei Gesellschafterstämme Sturm KG, Ziehl KG und Philippiak GmbH. Laut Unternehmensangaben erweitert dieser Schritt den adressierbaren Markt für Madison Air um rund 30 Milliarden Dollar.

Die Finanzmärkte gewichteten zuletzt vor allem die steigende Verschuldung. Die pro-forma Nettoverschuldung wird nach Abschluss der Transaktion voraussichtlich auf einen Wert von knapp unter 4,0 steigen, verglichen mit 2,8 zum Ende des zweiten Quartals.

Zur Finanzierung nutzt das Unternehmen eine Kombination aus Barbeständen, fest zugesagten Kreditlinien der Banken UniCredit und Wells Fargo sowie Eigenkapitalfinanzierungen. Medienberichten zufolge verlor das Papier im Zuge der Ankündigung zeitweise zweistellig an Wert, da Sorgen über Integrationsrisiken und die kurzfristige Bilanzbelastung überwogen.

Vertrauensbeweis durch Großinvestoren

Ein Gegengewicht zur Skepsis bilden umfangreiche Aktienkäufe aus dem engsten Umkreis des Unternehmens. Am morgigen Dienstag soll eine Privatplatzierung abgeschlossen werden, bei der unter anderem Gründer Larry Gies über Beteiligungsgesellschaften 24,8 Millionen Aktien zu einem Preis von 24,97 US-Dollar erwirbt. Damit erreicht sein Anteil am Unternehmen rund 11 Prozent.

Parallel dazu tritt der Schweizer Milliardär Ernesto Bertarelli als neuer Ankerinvestor auf. Über die K.C. Armada LP und weitere Vehikel übernimmt Bertarelli ein Aktienpaket von insgesamt rund 53,6 Millionen Stück. Sein finanzielles Engagement beläuft sich laut Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC auf rund 219 Millionen Dollar. Zudem erwarb Director Andrew Hudson III am 25. August zusätzliche 20.000 Aktien über den freien Markt.

Bilanzielle Dynamik nach dem zweiten Quartal

Die Kursentwicklung findet vor dem Hintergrund eines operativ starken zweiten Quartals statt. Am 30. Juli meldete Madison Air einen Umsatzanstieg um 21 Prozent auf 991,3 Millionen Dollar. Besonders der Auftragsbestand, der im Jahresvergleich um 133 Prozent auf über 2,8 Milliarden Dollar kletterte, unterstreicht das Wachstum. Synergieeffekte aus der ebm-papst-Übernahme sollen ab dem dritten Jahr nach Abschluss jährlich rund 160 Millionen Dollar einbringen.

Dennoch löste der Quartalsbericht eine Neubewertung aus, da das Management zwar die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf bis zu 3,925 Milliarden Dollar anhob, die Erwartungen für das bereinigte EBITDA jedoch unverändert ließ.

Am Freitag schloss die Aktie bei 26,33 USD, was einem Minus von 3,1% entspricht. Damit notiert das Papier aktuell mit einem Abstand von -20% unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 33,04 USD. Analysten von Häusern wie RBC Capital, Baird und Stifel hatten bereits Ende Juli ihre Kursziele reduziert, um dem veränderten Bewertungsgefüge und den Integrationskosten Rechnung zu tragen.

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