Madison Air: Gies und Bertarelli stützen Platzierung

Madison Air schloss eine 2,25-Milliarden-Dollar-Platzierung ab und finanziert damit den geplanten ebm-papst-Erwerb im Wert von 5,1 Milliarden Euro.

Die Kernpunkte:
  • Aktie gewinnt 0,9 Prozent
  • Kapitalmaßnahme über 2,25 Milliarden Dollar
  • Insider investieren 839 Millionen Dollar
  • Auftragsbestand steigt um 133 Prozent

Madison Air Solutions Corp-A verzeichnet am heutigen Freitag einen leichten Kurszuwachs von 0,9 Prozent auf 22,25 Euro. Damit unternimmt der Wert einen vorsichtigen Stabilisierungsversuch, nachdem die Aktie über einen Zeitraum von 30 Tagen einen Rückgang von 20 Prozent hinnehmen musste.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der planmäßige Abschluss einer massiven Eigenkapitalerhöhung am vergangenen Dienstag, die den Weg für die bisher größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte ebnen soll.

Rückendeckung durch Großaktionäre und Insider

Am 25. August veröffentlichte das Unternehmen die Details einer Privatplatzierung im Volumen von 2,25 Milliarden US-Dollar. Besonders auffällig ist dabei das massive finanzielle Engagement der Führungsriege und bedeutender Investoren.

Laut Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC beteiligte sich der Verwaltungsratsvorsitzende Larry Gies mit insgesamt 620 Millionen US-Dollar an der Kapitalmaßnahme. Davon entfielen 300 Millionen US-Dollar auf direkte Käufe von Class A Stammaktien, während weitere 320 Millionen US-Dollar über die Gesellschaft Madison Solutions LLC beigesteuert wurden.

Ebenfalls am 25. August sicherte sich Ernesto Bertarelli über das Vehikel K.C. Armada ein Aktienpaket im Wert von rund 219 Millionen US-Dollar. Durch den Erwerb von mehr als 8,7 Millionen Anteilen erhöhte der Direktor seine Beteiligung an Madison Air auf etwa 11 Prozent.

Diese Transaktionen wurden zu einem Festpreis von 24,97 US-Dollar je Aktie strukturiert. Dass Insider in diesem Umfang Kapital bereitstellen, wird am Markt oft als Vertrauensbeweis gewertet, zumal die Aktie derzeit mit rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 37,85 Euro notiert.

Strategische Neuausrichtung durch ebm-papst-Zukauf

Die eingeworbenen Mittel dienen primär der Finanzierung der Übernahme des Ventilatorspezialisten ebm-papst. Die am 17. August unterzeichnete Vereinbarung sieht einen Unternehmenswert von 5,1 Milliarden Euro vor.

Madison Air strebt durch diesen Zukauf jährliche Kostensynergien von 160 Millionen US-Dollar bis zum dritten Jahr nach dem Zusammenschluss an. Die Finanzierung der Transaktion stützt sich neben der Eigenkapitalerhöhung auf Kreditzusagen von UniCredit und Wells Fargo in Höhe von rund 2,8 Milliarden US-Dollar.

Bereits Ende Juli hatten Marktbeobachter auf die operative Entwicklung des Konzerns geblickt. So senkten beispielsweise Analysten von RBC Capital Markets am 31. Juli das Kursziel von 47 auf 38 US-Dollar, behielten jedoch die Einstufung „Outperform“ bei.

Das Analysehaus Stifel reduzierte das Ziel am selben Tag von 49 auf 41 US-Dollar. Trotz dieser Anpassungen verwies das Management bei der Vorlage der Quartalszahlen Ende Juli auf einen massiv gestiegenen Auftragsbestand von über 2,8 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von 133 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach.

Die Integration von ebm-papst soll bis zum Jahresende 2026 abgeschlossen sein. Madison Air verfolgt das Ziel, die Nettoverschuldung innerhalb von zwei Jahren nach dem Vollzug der Übernahme auf einen Wert unter dem 2,5-fachen des bereinigten EBITDA zu senken.

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