Manz: Ist das der Befreiungsschlag?

Zufrieden zeigten sich die Anleger des Spezialmaschinenbauers Manz im vergangenen Jahr nicht und das auch zu Recht. Das Unternehmen rutschte immer weiter in die roten Zahlen und reduzierte schlussendlich die Prognose für das Geschäftsjahr 2015.

© Manz
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Die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr will Manz Ende März veröffentlichen. Allerdings ist jetzt schon klar, dass man mit einem hohen Verlust rechnet. Ging Manz zuerst von Umsätzen von bis zu 340 Mio. Euro aus, waren es zuletzt nur noch 210 Mio. Euro.

Sparen ist angesagt

Ende des letzten Jahres kündigte der Konzern ein Sparprogramm an. Ca. 174 Arbeitsplätze sollen danach abgebaut werden.

Besondere Sorgen bereitete dem Konzern die Solarsparte. Hier kamen mehrere Optionen auf den Prüfstand um dafür zu sorgen, dass in diesem Jahr keine Kostenbelastungen aus diesem Bereich mehr entstehen. Das könnte sich nun ändern.

Manz bekommt Unterstützung

Wie Manz bekannt gab, will der chinesische Konzern Shanghai Electric Group bei Manz einsteigen. Es wird eine Zusammenarbeit in den Bereichen Energiespeichersysteme, Solar und Automationstechnologie angestrebt.

Dazu plant Manz zunächst eine Kapitalerhöhung. Dabei soll das Grundkapital um rund 43% erhöht werden. Die Großaktionäre Dieter Manz und seine Ehefrau besitzen bisher 35,2 bzw. 3,8% am Unternehmen und wollen wohl kein neuen Aktien erwerben. Anteile, die ihnen zustehen würden, sollen an Shanghai Electric verkauft werden.

Wie viele Aktien letztlich an Shanghai Electric gehen werden, ist noch unklar. Maximal soll sich der Anteil nach der Kapitalerhöhung auf 29,9% belaufen. Abzuwarten ist, wie viele Altaktionäre im Rahmen der geplanten Kapitalerhöhung auf ihr Vorkaufsrecht verzichten werden.

Übernahme ist kein Thema

Zugleich betonte Manz, dass eine Übernahme durch die Chinesen nicht geplant ist. Dieter Manz soll für weitere fünf Jahre Vorstandschef bleiben. Die Chinesen sollen sich laut Angabe vorbehalten haben, die Stimmrechte von Dieter Manz im Rahmen einer so genannten Stimmbindungsvereinbarung zu übernehmen. Damit wären sie verpflichtet, den Aktionären von Manz ein Angebot zum Erwerb ihrer Aktien zu unterbreiten.

Honoriert der Markt die News?

Die Aktie von Manz konnte am Freitag letzter Woche die Börsenwoche mit einem leichten Plus von gut 2,7% beenden und erreichte damit wieder die gleitende 100-Tage-Linie. Die neuen Nachrichten über den Einstieg der Chinesen sollten am Markt gut ankommen. Das ist auch bitter nötig, da das Vertrauen der Anleger mehr und mehr abgenommen hat.

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Wir erwarten für den heutigen Handelstag, dass sich diese positive Tendenz deutlich im Aktienkurs von Manz widerspiegeln sollte und der Knoten platzen könnte.

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