Manz senkt den Daumen, Anleger ergreifen die Flucht

Erst vor wenigen Tagen überraschte der Spezialmaschinenbauer Manz die Marktteilnehmer mit der Nachricht über eine Zusammenarbeit mit adidas. Der Markt lechzte geradezu nach solchen Meldungen und verhalf der Aktie damit wieder zu etwas Momentum.

 

© Manz
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Die letzten Monate verliefen für das Unternehmen und damit auch für die Anleger recht turbulent. Die große Abhängigkeit von der Solarindustrie hatte zur Folge, dass Manz deutliche Einbußen verbuchen musste. Aus diesem Grund wollte man sich aus dieser Abhängigkeit lösen und neue Wege erschließen.

Das ist dem Konzern bisher auch recht gut gelungen. Gerade im Bereich von Lithium-Ionen-Batterien konnte man sich einen guten Namen machen. Gleichfalls wurde mit Veröffentlichung der Zahlen für das 1. Halbjahr deutlich, dass der Weg, welcher noch vor Manz liegt, ein steiniger ist.

 

Manz kappt die Prognose

Heute nun zog der Vorstand erneut die Bremse und reduzierte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Erneute Auftragsverschiebungen vor allem von Kunden aus Asien in den Sparten Energy Storage und Electronics sind hierfür der Grund. Die nachlassende Konjunktur in China und die Turbulenzen an den chinesischen Kapitalmärkten führten laut Manz zu einer deutlichen Zurückhaltung der Investitionsbereitschaft.

Aktuell erwartet Manz für dieses Geschäftsjahr nur noch Umsatzerlöse von 200 bis 210 Mio. Euro. Die bisher für dieses Jahr erwarteten Umsätze können im größten Umfang aller Voraussicht nach erst im kommenden Geschäftsjahr realisiert werden. Das EBIT wird im negativen mittleren zweistelligen Millionenbereich erwartet.

Zuvor ging man von einem moderat rückläufigen Umsatz gegenüber dem Vorjahr und einem zwar negativen, jedoch verbesserten EBIT aus.

 

Restrukturierung steht auf dem Plan

Zugleich kündigte der Vorstand ein umfassendes Restrukturierungsprogramm an. Einzelheiten hierzu will Manz bis Ende November vorstellen. Im Rahmen dieses Programms sollen die globalen Kostenstrukturen angepasst werden, um ab dem kommenden Jahr kostendeckend wirtschaften zu können. Der Fokus liegt dabei künftig allein auf den Sparten Consumer Electronics und Energy Storage. Für die Sparte Solar will Manz alle strategischen Optionen prüfen, sodass ab dem Jahr 2016 aus diesem Bereich keine Kostenbelastungen mehr entstehen.

Die Zahlen für das 3. Quartal sollen am 9. November veröffentlicht werden. Sicher ist, dass man hierin keine allzu großen Hoffnungen setzen sollte, da auch diese die eine oder andere Enttäuschung mit sich bringen werden.

 

Anleger verlieren die Geduld

Der Unmut der Anleger zeigte sich allzu deutlich. Seit heutigem Börsenbeginn verloren die Papiere mehr als 20% und markierten damit ein neues Tief bei 45,56 Euro. Diesen Vertrauensverlust wieder wettzumachen, wird ein hartes Stück Arbeit für den Konzern.

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Insofern bleibt es auch bei unserer Einschätzung, dass hier vorerst nur investieren sollte, wer harte Nerven hat und Spekulationen mag. Alle anderen sollten den Wert in ihrer Watchlist behalten und zunächst die Zahlen für das 3. Quartal und Einzelheiten zum eingeleiteten Restrukturierungsprogramm abwarten.

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