Marvell: 15-Prozent-Crash, dann S&P-500-Aufstieg

Marvell Technology steigt in den S&P 500 auf, nachdem der Kurs zuvor um 15 Prozent einbrach. Der Indexaufstieg und Nvidia-Investment stützen die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Aufnahme in den S&P 500 Index
  • Kursrutsch von über 15 Prozent
  • Nvidia investiert zwei Milliarden Dollar
  • Umsatzwachstum von 28 Prozent

Der Freitag endete für Marvell-Aktionäre mit einem herben Rückschlag. Der Kurs brach im regulären Handel um über 15 Prozent ein. Nach Börsenschluss folgte die Wende. S&P Dow Jones Indices nimmt den Chipentwickler in den S&P 500 auf.

Ab dem 22. Juni 2026 gehört Marvell zur ersten Börsenliga. Das Unternehmen ersetzt im Zuge der vierteljährlichen Anpassung Pool Corp im Leitindex. Parallel dazu rückt der Elektronikfertiger Flex für The Campbell’s Company nach. Die Nachricht wirkte sofort. Im nachbörslichen Handel kletterten die Papiere um rund sechs Prozent nach oben.

Zinsangst trifft auf KI-Fantasie

Zuvor dominierte nackte Panik den Halbleitersektor. Starke US-Arbeitsmarktdaten weckten neue Zinsängste, da im Mai 172.000 neue Stellen entstanden. Investoren fürchten nun weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank. Marvell rutschte deshalb im regulären Handel auf 230,55 Euro ab.

Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt. Seit Jahresbeginn steht ein massives Plus von 202 Prozent auf der Kurstafel. Die Aktie notiert extrem weit über ihren langfristigen Durchschnitten. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt fast 159 Prozent.

Milliarden-Rückenwind von Nvidia

Der Indexaufstieg krönt eine rasante operative Entwicklung. Marvell profitiert massiv vom Ausbau der globalen KI-Infrastruktur. Nvidia-Chef Jensen Huang bezeichnete das Unternehmen kürzlich als Kandidaten für eine Billionen-Dollar-Bewertung. Die Folge: Nvidia investierte laut Berichten zwei Milliarden Dollar in den Partner.

Die Geschäftszahlen untermauern den Optimismus. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz um 28 Prozent auf 2,42 Milliarden Dollar. Für das laufende Vierteljahr peilt das Management bereits 2,7 Milliarden Dollar an.

Ein zentraler Wachstumstreiber sind maßgeschneiderte Chips. Hier erwartet Marvell bis zum Geschäftsjahr 2029 Einnahmen von über zehn Milliarden Dollar. Die strikten Profitabilitätskriterien für den Index hat der Konzern damit mühelos erfüllt.

Indexfonds müssen ihre Portfolios nun zügig anpassen. Bis zum Handelsstart am 22. Juni werden sie Marvell-Aktien im großen Stil kaufen. Das dürfte den Kurs nach dem jüngsten Rücksetzer weiter stabilisieren. Hält die Unterstützung bei 230 Euro, rückt das frische Rekordhoch von Anfang Juni wieder in den Fokus.

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