Marvell: 18-Milliarden-Ziel für 2028
Marvell präsentiert neue KI-Infrastruktur auf dem AI Infra Summit und plant bis 2028 deutlich höhere Erlöse im Halbleitergeschäft.

- KI-Technologien in Santa Clara präsentiert
- Zwölf Milliarden Dollar Umsatz 2027 angepeilt
- Kundenspezifische Chips sollen stark zulegen
- Aktie verliert 4,6 Prozent
Der Halbleiterspezialist Marvell Technology bereitet sich auf seinen nächsten Branchenauftritt vor. Ab dem morgigen Dienstag zeigt das US-Unternehmen auf dem AI Infra Summit 2026 im kalifornischen Santa Clara seine neuesten Technologien für Rechenzentren im Bereich künstlicher Intelligenz. Die dreitägige Veranstaltung läuft bis zum 17. September und bildet den Auftakt zu einer Serie wichtiger Termine für den Konzern im Herbst.
Im Mittelpunkt der Präsentationen stehen Verbindungstechnologien und Speicherlösungen für KI-Infrastrukturen. Marvell baut sein Angebot in diesem Segment gezielt aus, da Hochleistungsrechenzentren zunehmend leistungsfähigere Schnittstellen benötigen, um riesige Datenmengen zwischen Prozessoren und Speichereinheiten ohne Verzögerung zu transportieren.
Hohe Wachstumsziele für das Rechenzentrumsgeschäft
Die technologische Ausrichtung stützt die ehrgeizigen Mittelfristziele der Unternehmensführung. Das Management peilt für das Geschäftsjahr 2027 einen Konzernumsatz von rund 12 Milliarden US-Dollar an. Im darauffolgenden Geschäftsjahr 2028 soll der Erlös auf etwa 18 Milliarden US-Dollar zulegen.
Dabei setzt Marvell vor allem auf zwei Treiber: Das Rechenzentrumsgeschäft soll spürbar schneller wachsen als der Gesamtkonzern. Zudem erwartet die Führung, dass sich die Erlöse im Bereich kundenspezifischer Halbleiterlösungen im Geschäftsjahr 2028 mehr als verdoppeln werden.
Medienberichten zufolge wächst die Nachfrage nach maßgeschneiderten Chips für große Cloud-Anbieter kontinuierlich, erfordert aber auch verlässliche Produktions- und Lieferketten.
Makroökonomischer Gegenwind für Chipwerte
Trotz des intakten Bedarfs an KI-Hardware spürt die gesamte Halbleiterbranche derzeit makroökonomischen Druck. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen – die Rendite der zehnjährigen US-Papiere stieg zuletzt auf rund 4,8 Prozent – haben zu Neubewertungen wachstumsstarker Technologietitel geführt. Höhere Diskontierungssätze und gestiegene Ölpreise dämpfen die Risikobereitschaft der Investoren.
Dieser Gegenwind hinterlässt auch Spuren im Börsenhandel. Die Marvell-Aktie notiert heute bei 194,00 Euro, was einem Tagesrückgang von 4,6 Prozent entspricht. Mit diesem Niveau liegt der Kurs nun 33 Prozent unter seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch.
Einen weiteren Meilenstein für die strategische Ausrichtung hat das Unternehmen bereits terminiert: Am 6. Oktober 2026 veranstaltet Marvell einen Investorentag, auf dem das Management vertiefte Einblicke in die Produktpipeline und die langfristige Geschäftsentwicklung geben will.
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