Marvell: 35,73 Prozent Minus in 30 Tagen

Die Aktie von Marvell Technology verliert weiter an Wert und notiert nahe überverkauftem Niveau. Branchenweite Sorgen um KI-Investitionen und eine Analysten-Herabstufung belasten den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um über sechs Prozent
  • Annäherung an überverkauftes Terrain
  • Analysten-Herabstufung belastet zusätzlich
  • Quartalszahlen von Tech-Riesen im Fokus

Marvell Technology rutscht weiter ab. Am Dienstag verliert die Aktie 6,36 Prozent und fällt auf 156,24 Euro. Damit setzt sich eine Talfahrt fort, die den gesamten KI-Chipsektor erfasst hat.

Der Halbleiterhersteller schloss den Montag noch bei 166,86 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 290,35 Euro, erreicht am 3. Juni 2026, trennen die Aktie inzwischen fast die Hälfte des Wertes. Innerhalb von 30 Tagen hat Marvell 35,73 Prozent verloren.

Wochen des Abwärtsdrucks

Der aktuelle Rückgang steht nicht isoliert da. Schon am 27. Juli fiel die Aktie um 3,81 Prozent, während der gesamte Technologiesektor um 2,92 Prozent nachgab. Marvell schnitt dabei schlechter ab als der Branchendurchschnitt.

Am 24. Juli folgte ein Einbruch von 7,21 Prozent auf 194,23 Dollar. Bemerkenswert daran: Der S&P 500 und der Dow Jones schlossen an diesem Tag im Plus, der Philadelphia Semiconductor Index brach dagegen um 4,3 Prozent ein. Eine unternehmensspezifische Nachricht gab es an diesem Handelstag nicht. Beobachter nannten unterschiedliche Gründe – von Spannungen im Nahen Osten bis zu allgemeiner Sorge um KI-Investitionsausgaben.

Der Relative-Stärke-Index liegt inzwischen bei 34,8. Das signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain. Vom 50-Tage-Durchschnitt bei 212,86 Euro liegt die Aktie mittlerweile 26,60 Prozent entfernt.

Hinter dem Kursrutsch stecken zwei Faktoren, die sich überlagern: die Nachwirkungen einer Analysten-Herabstufung und ein branchenweiter Ausverkauf bei Halbleiterwerten. Eine neue negative Unternehmensmeldung fehlt.

Solide Zahlen, trotzdem unter Druck

Dabei sieht es operativ nicht schlecht aus. Ende Mai meldete Marvell für das erste Quartal des Fiskaljahres 2027 einen Rekordumsatz von 2,418 Milliarden Dollar. Für das zweite Quartal stellt das Management rund 2,7 Milliarden Dollar in Aussicht.

Eine kürzliche Herabstufung von „Buy“ auf „Hold“ begründete sich vor allem mit der Bewertung und Marge – nicht mit schwacher operativer Entwicklung. Die Einschätzung: Die vorherige Rally hatte bereits viel vom erwarteten KI- und Rechenzentrums-Wachstum eingepreist. Andere Analysten bleiben trotz der Kursverluste konstruktiv gestimmt.

Hyperscaler-Zahlen als nächster Test

Diese Woche dürfte zeigen, ob die Sorgen um KI-Investitionen berechtigt sind. Microsoft und Meta Platforms legen am 29. Juli ihre Ergebnisse vor, Amazon folgt einen Tag später. Die Kapitalausgaben der drei Konzerne gelten als wichtiger Gradmesser für die Annahmen, auf denen Marvells eigene Prognosen beruhen.

Vorher steht noch eine Ausschüttung an: Am 30. Juli zahlt Marvell eine Quartalsdividende von 0,06 Dollar je Aktie an Anteilseigner, die am Stichtag 10. Juli registriert waren.

Die eigenen Quartalszahlen von Marvell folgen erst am 20. August nach Börsenschluss. Bis dahin dürfte der Kurs weniger von unternehmenseigenen Nachrichten abhängen als von der grundsätzlichen Stimmung rund um KI-Infrastruktur-Ausgaben. Die Berichte von Microsoft, Meta und Amazon in dieser Woche dürften dabei den Ton für den gesamten Sektor bis in den Herbst hinein vorgeben.

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