Marvell: 7 Prozent Rücksetzer nach 38-Prozent-Rally

Nach fast 40 Prozent Kursplus in einer Woche korrigiert die Marvell-Aktie deutlich. Analysten sehen technische Überhitzung als Auslöser.

Die Kernpunkte:
  • Aktie fällt um rund sieben Prozent
  • Huang-Lob löste zuvor Rally aus
  • Rekordumsatz von 2,4 Milliarden Dollar
  • Technische Indikatoren zeigten Überhitzung

Nach einem historischen Kursanstieg kommt Marvell Technology wieder auf den Boden. Die Aktie verliert am Donnerstag knapp sieben Prozent auf 242,85 Euro — ein Rücksetzer, der angesichts der vorausgegangenen Euphorie kaum überrascht.

Jensen Huang als Kurskatalysator

Der Auslöser für die Rally war eindeutig: Nvidia-CEO Jensen Huang bezeichnete Marvell auf der COMPUTEX 2026 in Taipeh als zukünftiges Billionen-Dollar-Unternehmen. Kein Wunder, dass die Aktie in den Tagen zuvor explodierte — innerhalb von sieben Handelstagen legte sie knapp 38 Prozent zu.

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Hinter dem Lob steht eine handfeste Partnerschaft. Nvidia investierte im März 2026 zwei Milliarden Dollar in Marvell, um eine langfristige Zusammenarbeit zu sichern. Im Mittelpunkt steht die Integration von Marvells Custom-XPUs und Netzwerklösungen in Nvidias NVLink-Fusion-Plattform. Huang nannte das Unternehmen am 2. Juni einen „unverzichtbaren“ Partner im Hardware-Stack für die laufende KI-Infrastruktur-Expansion.

Rekordquartal stützt die Fantasie

Die Fundamentaldaten liefern eine solide Grundlage. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte Marvell einen Rekordumsatz von 2,418 Milliarden Dollar — ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Rechenzentrumsgeschäft steuerte 1,83 Milliarden Dollar bei, rund 76 Prozent des Gesamtumsatzes.

Technologisch setzt Marvell mit dem Teralynx T100 nach. Der neue Switch-Chip mit 102,4 Tbps richtet sich gezielt auf KI-Workloads aus und soll 25 Prozent weniger Strom verbrauchen als sein Vorgänger. Das Management peilt für das Geschäftsjahr 2028 einen Umsatz von rund 16,5 Milliarden Dollar an.

Überhitzte Bewertung, nüchterne Signale

Der heutige Rücksetzer war technisch absehbar. Der 14-Tage-RSI lag zuletzt bei 76,7 — klar im überkauften Bereich. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 111 Prozent spiegelt den Gamma-Squeeze wider, den Marktbeobachter nach dem hohen Optionsvolumen der vergangenen Tage diagnostizierten.

Die Bewertungsrelationen sind extrem gedehnt. Die Aktie notiert rund 75 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt und mehr als 175 Prozent über dem 200-Tage-Schnitt. Seit Jahresbeginn hat der Kurs mehr als 218 Prozent zugelegt — vom 52-Wochen-Tief bei 53,47 Euro im September 2025 bis zum Hoch von 290,35 Euro am 3. Juni ist es eine Vervierfachung.

Institutionelle Investoren halten 83,5 Prozent der Aktien. Insider verkauften in den vergangenen drei Monaten Papiere im Wert von 32 Millionen Dollar — über vorab vereinbarte Handelspläne. Das ist kein Alarmsignal, aber ein Hinweis, dass auch im Unternehmen niemand ewig auf Rekordbewertungen wartet.

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