Marvell: China Renaissance zieht auf 276 Dollar nach

Marvell profitiert von erweiterter Nvidia-Partnerschaft und mehreren Kurszielanhebungen. Die Aktie legte zu, bleibt aber deutlich unter ihrem Rekordhoch.

Die Kernpunkte:
  • Nvidia erweitert Zusammenarbeit mit Marvell
  • Mehrere Analysten erhöhen Kursziele
  • Neue KI-Speicherprodukte auf FMS-Konferenz
  • Aktie notiert 34 Prozent unter Rekordhoch

Marvell Technology bekommt Rückenwind aus mehreren Richtungen zugleich. Nvidia weitete seine Zusammenarbeit mit dem Chiphersteller aus: Marvells kundenspezifische Beschleuniger und Hochgeschwindigkeits-Netzwerkhardware sollen künftig enger mit Nvidias NVLink-Interconnects und BlueField-DPUs zusammenspielen.

Gleichzeitig hoben mehrere Analysehäuser ihre Kursziele deutlich an. Die Marvell-Aktie schloss am Donnerstag bei 192,86 Euro und legte gegenüber dem Vortag um 2,4 Prozent zu.

Analysten sehen wachsendes Wachstumspotenzial

Goldman Sachs-Analyst James Schneider beließ seine Einstufung am Donnerstag auf „Neutral“, erhöhte das Kursziel jedoch von 180 auf 195 US-Dollar. Als Begründung nannte er die starke Nachfrage im optischen Netzwerkgeschäft sowie den Hochlauf eines neuen Kunden für kundenspezifische Chips.

China Renaissance zog nach: Der Analyst erhöhte am Vortag das Kursziel von 247 auf 276 US-Dollar und bestätigte die Kaufempfehlung, mit Verweis auf die jüngsten Produktstarts im Bereich KI-Speicher.

Bereits im Sommer hatte UBS deutlich optimistischer reagiert und das Kursziel von 230 auf 340 US-Dollar angehoben, verbunden mit einer Kaufempfehlung und Verweis auf die wachsenden Chancen im Bereich CXL-Technologie (Compute Express Link). Diese Einschätzung liegt inzwischen mehrere Wochen zurück und lässt sich nicht mehr als aktueller Stand werten, zeigt aber die Breite des Optimismus, der die Aktie seither begleitet.

Neue Produkte und mögliche Google-Kooperation

Auf der FMS-Konferenz Anfang August stellte Marvell ein neues Portfolio für KI-Speicherinfrastruktur vor, darunter die Bravera-SC6-SSD-Controller und die Structera-X-Lösungen zur Speichererweiterung für agentenbasierte KI-Workloads.

Parallel dazu befindet sich Marvell Medienberichten zufolge in fortgeschrittenen Gesprächen mit Google über die Entwicklung kundenspezifischer KI-Prozessoren für Google-Cloud-Rechenzentren, mit denen sich Inferenz großer Modelle optimieren ließe. Bestätigt ist diese Kooperation bislang nicht.

Auf der Kapitalseite gab es zuletzt gegenläufige Bewegungen. Der frühere Finanzchef Willem Meintjes meldete Anfang August den geplanten Verkauf von rund 207.000 Aktien, was etwa 48 Prozent seines persönlichen Bestands entspricht.

Auch Betriebschef Chris Koopmans verkaufte im Rahmen eines im Januar aufgesetzten Handelsplans 10.000 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 180,50 US-Dollar. Solche Verkäufe im Rahmen vorab festgelegter Pläne gelten unter Anlegern gemeinhin nicht als negatives Signal.

Kurs deutlich unter Rekordhoch

Trotz der jüngsten Kursziel-Anhebungen notiert die Aktie derzeit rund 34 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 290,35 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde.

Zum 50-Tage-Durchschnitt von 208,40 Euro beträgt der Abstand 7,5 Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 165 Prozent zu Buche, ein Zeichen dafür, wie stark die Aktie von der Nachfrage nach KI-Infrastruktur profitiert hat.

Anleger richten den Blick nun auf den 27. August, wenn Marvell die Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 nach Börsenschluss vorlegen will. Zusätzlich hat das Unternehmen für den 6. Oktober einen Investorentag in New York angekündigt, auf dem weitere strategische Details erwartet werden.

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