Marvell Technology Aktie: 12,2-Milliarden-Dollar-Deal mit Google
Marvell übertraf im zweiten Quartal die Prognosen und stellte einen starken Ausblick vor. Analysten sehen trotz Kursrückgangs weiteres Potenzial.

- Umsatz steigt um 37 Prozent
- Datacenter-Erlöse legen 46 Prozent zu
- Analysten heben und senken Kursziele
- Google erhält mögliche Aktienoptionen
Marvell Technology hat mit den Zahlen zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 die Erwartungen übertroffen – und trotzdem büßte die Aktie an Wert ein. Nun mehren sich Stimmen, die genau darin eine Gelegenheit sehen.
Der Chiphersteller meldete am 28. August einen Umsatz von 2,74 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als von Analysten erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,94 US-Dollar und übertraf ebenfalls die Konsensschätzung von 0,92 US-Dollar.
Besonders das Datacenter-Geschäft stach hervor: Hier legte der Umsatz um 46 Prozent zu. Der operative Cashflow im Quartal summierte sich auf 605,5 Millionen US-Dollar.
Ausblick übertrifft Erwartungen
Auch der Ausblick fiel stärker aus als vom Markt eingepreist. Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres stellte Marvell einen Umsatz von 3,15 Milliarden US-Dollar in Aussicht, mit einer Schwankungsbreite von 5 Prozent nach oben oder unten – deutlich über der Konsensschätzung von 3,03 Milliarden US-Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Unternehmen 1,10 US-Dollar an, ebenfalls über den zuvor erwarteten 1,07 US-Dollar.
Trotz dieser Zahlen reagierte der Markt verhalten – die Aktie geriet im Zuge einer breiteren Korrektur bei Technologiewerten unter Druck. Zum gestrigen Handelsschluss am Donnerstag notierte das Papier bei 179,70 Euro, nach einem Rückgang von 4,1 Prozent auf Wochensicht.
Analysten reagieren unterschiedlich
Die Reaktionen der Analysten fielen gemischt aus. Craig Hallum hob das Kursziel am 27. August von 217 auf 300 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Wolfe Research bekräftigte am selben Tag die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 280 US-Dollar. B. Riley Financial senkte hingegen am 31. August sein Kursziel von 345 auf 315 US-Dollar, hielt aber ebenfalls an der Kaufempfehlung fest.
Bemerkenswert ist eine Einschätzung vom 3. September: Ein bei Seeking Alpha veröffentlichter Analystenbeitrag stufte Marvell auf „Kaufen“ hoch und begründete dies damit, dass der Kursrückgang von rund 28 Prozent die Bewertung attraktiv gemacht habe, während die robuste, KI-getriebene Nachfrage im Datacenter-Geschäft und die starken Quartalszahlen das Potenzial stützten.
Google-Deal als strategischer Anker
Im Hintergrund bleibt die Mitte August bekannt gewordene Vereinbarung mit Google relevant. Der Technologiekonzern kann demnach bis zu 58.970.907 Marvell-Aktien zu einem Preis von 206,58 US-Dollar je Anteil erwerben, was einem Volumen von rund 12,2 Milliarden US-Dollar entspricht.
Die Optionsrechte sind an Einkaufsziele gebunden, die bis zum Geschäftsjahr 2033 reichen. Die erweiterte Partnerschaft umfasst nach Unternehmensangaben KI-Inferenzbeschleuniger, Speichercontroller, Netzwerkkarten und Speicher-Interface-Controller.
Laut Insiderdaten haben Führungskräfte des Unternehmens in den vergangenen drei Monaten ausschließlich Aktien verkauft, keine gekauft. Anleger richten den Blick nun auf den 6. Oktober: An diesem Tag findet in New York ein Investor Day statt, bei dem CEO Matt Murphy und das Führungsteam ihre mittelfristige Strategie vorstellen wollen.
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