Marvell Technology Aktie: 83-Milliarden-Deal belastet
Der mögliche 83-Milliarden-Dollar-Erwerb belastet Marvells Kurs; Finanzierung, Verwässerung und behördliche Freigaben sind noch offen.

- Lumentum-Übernahme bislang unbestätigt
- Aktientransaktion könnte Altaktionäre verwässern
- Analysten halten an Kaufempfehlungen fest
- US-amerikanische und chinesische Freigaben nötig
Ein möglicher Mega-Zukauf drückt den Kurs von Marvell Technology weiter nach unten. Der Chipkonzern soll in fortgeschrittenen Gesprächen über die Übernahme des Laser- und Optikspezialisten Lumentum stehen. Eine Ankündigung könnte schon nächste Woche folgen, bestätigt ist bislang nichts.
Verwässerung als Knackpunkt
Im Frühhandel verlor die Aktie gut acht Prozent und rutschte auf rund 200 Dollar. Schon am Vortag war sie um mehr als 13 Prozent eingebrochen. Das Geschäft hätte ein Volumen von etwa 83 Milliarden Dollar und wäre eine der größten Chipfusionen überhaupt. Im Raum steht eine reine Aktientransaktion, und genau das alarmiert Anleger: Die Altaktionäre müssten mit spürbarer Verwässerung rechnen.
Wie stark, ist offen. Raymond James hält je nach Struktur alles zwischen einem Ergebnis-neutralen Verlauf bis 2028 und einer Verwässerung von mehr als 10 Prozent für möglich. Diese Bandbreite macht eine Bewertung schwierig.
Hinzu kommen offene Fragen zu Finanzierung und Integration. Beide Seiten bräuchten zudem Genehmigungen der US-Behörden und aus China.
Analysten bleiben optimistisch
Die Analysten halten trotz des Kursrutsches an ihren positiven Einschätzungen fest. Die Kursziele zeigen, wie groß der Abstand zum aktuellen Niveau ist:
- Rosenblatt: Buy, Kursziel 300 Dollar
- Stifel: Buy, Kursziel 370 Dollar
- Piper Sandler: Overweight, Kursziel 400 Dollar
Rosenblatt verweist auf die Erfahrung des Konzerns mit Zukäufen. Marvell habe in den vergangenen zehn Jahren durch Skaleneffekte und die Vermarktung erworbener Technologien Wert geschaffen. Allerdings arbeitet Marvell ohne eigene Fertigung, während Lumentum kapitalintensiv produziert und stärker von Angebots- und Nachfragezyklen abhängt.
Die Experten kalkulieren mit einer Dauer von 12 bis 18 Monaten bis zum Abschluss, auch wegen einer längeren Prüfung durch Chinas Wettbewerbsbehörde. Ihr Modell sieht für 2028 eine Verwässerung von 5,0 Prozent, für 2029 von 2,4 Prozent.
Schwaches Umfeld verstärkt den Druck
Der Gesamtmarkt bot keinen Halt. Die Nasdaq gab zeitweise 2,6 Prozent nach, der S&P 500 verlor 1,5 Prozent. Auch andere Halbleiterwerte standen unter Druck. Eine kleine Zusatzbelastung kam von einem Insiderverkauf: Manager Sandeep Bharathi trennte sich von 3.685 Aktien.
Lumentum-Aktionäre profitieren dagegen bislang. Das Papier hat sich binnen eines Jahres vervielfacht und liegt weit über dem Niveau früherer Bewertungen. Als nächster Termin steht dort der Quartalsbericht an, den Optionsmärkte mit einem Kursausschlag von etwa 9 Prozent einpreisen. Eine offizielle Bestätigung der Übernahmepläne durch Marvell würde die Debatte um Preis und Struktur auf eine konkrete Zahlenbasis stellen.
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