Marvell Technology Aktie: Hohe Hürde für Murphy
Marvell erzielte im zweiten Quartal 2,74 Milliarden Dollar; beim Investorentag stehen Maßchip-Umsatz, Margen und langfristige Ziele im Fokus.

- Quartalsumsatz stieg um 36,5 Prozent
- Google-Option umfasst bis zu 59 Millionen Aktien
- RBC erwartet höheres Maßchip-Umsatzziel
- Bereinigte Bruttomarge soll weiter sinken
Nach einem Kursplus von rund 220 Prozent seit Jahresbeginn muss Konzernchef Matt Murphy heute liefern. Um 15:00 Uhr deutscher Zeit beginnt in New York der Investorentag, und der Markt hat das Ergebnis in weiten Teilen bereits eingepreist.
Was die Erwartungen treibt
Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erlöste Marvell 2,74 Milliarden Dollar, ein Rekord und 36,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen gut 3,1 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen allerdings nur knapp, und die Aktie gab nach der Vorlage Ende August zeitweise um mehr als elf Prozent nach.
Der eigentliche Hebel liegt woanders: Google darf über eine Option bis zu 59 Millionen Marvell-Aktien beziehen. Die Staffelung hängt an der Abnahme von Maßchips im Wert von bis zu 120 Milliarden Dollar bis zum Geschäftsjahr 2033.
Maßchips im Zentrum
Bislang peilt Marvell mit Maßchips für das Geschäftsjahr 2029 rund zehn Milliarden Dollar Umsatz an. RBC rechnet damit, dass das Management diese Marke um mindestens zwei Milliarden Dollar anhebt. Analysten wünschen sich zudem klarere Margenziele und eine größere Marktabschätzung für Rechenzentren bis 2030.
Wird nur bestätigt, was ohnehin erwartet wird, fehlt der frische Impuls. Hinzu kommt die Profitabilität. Maßchips verdienen weniger als das übrige Geschäft, weshalb die bereinigte Bruttomarge im laufenden Quartal auf 57,5 bis 58,5 Prozent sinken soll, nach 58,9 Prozent im Vorquartal. Ein höheres Umsatzziel ohne belastbare Margenperspektive dürfte Investoren kaum genügen.
Charttechnik vor dem Termin
Die Aktie schloss zuletzt bei knapp 270 Dollar, am Montag gab sie leicht nach. Das Bild bleibt konstruktiv, ist aber aufgeladen: Der Wochen-RSI nähert sich überhitztem Terrain, der Wochen-Stochastik signalisiert überkaufte Verhältnisse.
Als Unterstützung gelten die 10- und 20-Tage-Linien bei etwa 263 und 248 Dollar. Ein nachhaltiger Bruch darunter würde das kurzfristige Momentum schwächen. Ein Sprung über das jüngste Sitzungshoch von 279,48 Dollar wäre dagegen ein Signal, dass der Markt die langfristige Story akzeptiert. Legt Marvell Umsatz-, Margen- und Gewinnziele gleichzeitig höher, wäre eine Neubewertung denkbar.
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