Marvell Technology Aktie: Speicherchip für KI-Server
Die zweite Structera-X-Generation erweitert den Speicherzugriff für KI-Systeme; Kundenmuster sind für das erste Quartal 2027 vorgesehen.

- Neue Controller bieten sechs Speicherkanäle
- Bis zu neun Terabyte DDR4 je Controller
- Kundenmuster ab dem ersten Quartal 2027 geplant
- Analysten-Kursziele reichen bis 425 Dollar
Marvell legt im Geschäft mit CXL-Speichererweiterungen nach. Der Chipentwickler stellt auf dem OCP Global Summit in San Jose die zweite Generation seiner Structera-X-Controller vor. Sie sollen ein Kernproblem von KI-Rechenzentren entschärfen: knappen Arbeitsspeicher.
Sechs Kanäle, mehr Kapazität
Die neuen Modelle Structera X 3406 und 3506 bieten sechs DDR4- beziehungsweise DDR5-Speicherkanäle, 50 Prozent mehr als die Vorgängergeneration. Pro Controller sind bis zu 9 Terabyte DDR4 oder 6 Terabyte DDR5 möglich. Hinzu kommen PCIe Gen 6 und die Anbindung von bis zu vier Hosts.
Eine integrierte LZ4-Kompression soll die effektive Kapazität laut Unternehmen um das Zwei- bis Dreifache steigern. Bei der Bereitstellung großer Sprachmodelle verspricht Marvell eine bis zu 40 bis 50 Prozent schnellere Zeit bis zum ersten Token. Das sind Herstellerangaben, unabhängig geprüft sind sie nicht.
Dazu kommen Sicherheitsfunktionen wie Post-Quanten-Kryptografie und erweiterte Fehlerkorrektur. Die Muster sollen im ersten Quartal 2027 an Kunden gehen. Die erste Generation, Structera X 2404 und 2504, wird bereits an Hyperscaler geliefert.
Starke Partner im Rücken
Marvell nennt sich den einzigen Anbieter mit einem vollständigen CXL-Portfolio, von der direkten Speichererweiterung bis zu Speicherpools im Pod-Maßstab. Unterstützung kommt von AMD, Arm, Alibaba, Samsung und SK hynix. Ein Marktbeobachter verweist zudem auf die aktuelle Speicherknappheit: IT-Verantwortliche nutzten CXL, um gebrauchte DDR4-Module in DDR5-Systemen weiterzuverwenden und so Kosten zu sparen.
Bewertung auf hohem Niveau
An der Börse ist viel Optimismus eingepreist. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 224 Prozent zugelegt und notierte zuletzt bei etwa 275 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 241 Milliarden Dollar. Ein Bewertungsmodell stuft die Aktie als überbewertet ein.
Chief Accounting Officer Justin Scarpulla verkaufte am 8. Oktober 1.100 Aktien zu 273,59 Dollar, rund 300.000 Dollar. Er hält danach noch 909 Aktien direkt.
Die Analysten bleiben dennoch zuversichtlich, nicht zuletzt nach dem Investorentag. Stifel bestätigt das Kursziel von 370 Dollar und lobt die Stellung bei optischen Komponenten. BMO hob auf 325 Dollar an, Wolfe Research auf 375 Dollar. RBC nennt mit 425 Dollar das höchste Ziel und verweist auf die Stärke bei Interconnect und Custom Silicon.
Den nächsten Anhaltspunkt liefert der OCP Summit selbst. Er läuft noch bis zum 15. Oktober, Marvell zeigt die neuen Controller dort an Stand B31.
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