Marvell Technology Aktie: Vereinbarung mit GlobalFoundries ausgeweitet

Marvell erweitert mit GlobalFoundries die SiGe-Fertigung für optische Datenverbindungen und startet mit Partnern eine Azure-Sicherheitsvorschau.

Die Kernpunkte:
  • Mehr SiGe-Kapazität bei GlobalFoundries
  • Optische Verbindungen für 1,6 Terabit
  • Azure Payment HSM v2 öffentlich getestet
  • Aktie gewinnt heute 1,8 Prozent

Die Debatte um künstliche Intelligenz dreht sich an den Finanzmärkten fast ununterbrochen um gigantische Rechenkerne und immer neue Milliardeninvestitionen in Grafikprozessoren. Doch wer moderne Rechenzentren aus der Nähe betrachtet, stellt rasch fest: Nicht nur das Rechnen selbst wird zur Hürde, sondern der Transport der Daten zwischen den Chips.

Wenn Kupferleitungen bei Datenraten von 400 Gigabit pro Sekunde und Lane bereits nach gut einem Meter an ihre physikalischen Grenzen stoßen, droht die milliardenschwere Rechenpower im Stau zu ersticken. Genau an dieser Nahtstelle setzt Marvell Technology an.

Der Halbleiterkonzern treibt den Übergang von klassischen elektrischen Verbindungen hin zur Photonik voran. Werden optische Verbindungen zum entscheidenden Nadelöhr der gesamten Infrastruktur? Die jüngste operative Weichenstellung deutet genau darauf hin.

Lichtgeschwindigkeit gegen den Datenstau

Marvell hat eine bestehende Mehrjahresvereinbarung mit dem Auftragsfertiger GlobalFoundries ausgeweitet. Im Werk in Burlington im US-Bundesstaat Vermont soll die Produktionskapazität für Silizium-Germanium-Wafer, kurz SiGe, spürbar erhöht werden. Diese Technologie bildet das Fundament für optische Transceiver sowie für zukunftsweisende Architekturen wie Near-Packaged Optics und Co-Packaged Optics.

Die physikalischen Anforderungen an diese Schnittstellen steigen rasant. Die SiGe-Fertigung von GlobalFoundries ist für Geschwindigkeiten von bis zu 200 Gigabit pro Sekunde pro Lane ausgelegt, was die Voraussetzung für optische Transceiver mit einem Gesamtdurchsatz von 1,6 Terabit pro Sekunde darstellt.

Für künftige Generationen steht bereits die Verdopplung auf 3,2 Terabit auf der technologischen Roadmap. Indem sich Marvell rechtzeitig exklusive Fertigungskapazitäten sichert, versucht das Management, Lieferengpässen bei optischen Komponenten für KI-Infrastrukturen vorzubeugen.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Absicherung digitaler Transaktionen voran. Gemeinsam mit Microsoft und dem Sicherheitsspezialisten Utimaco startete gestern die öffentliche Vorschauversion von Azure Payment HSM v2 in den Regionen West-USA und Westeuropa.

Das System verknüpft Marvells LiquidSecurity-Hardware mit der Cloud-Plattform von Microsoft, um PCI-konforme Zahlungsabwicklungen, Kartenausgaben und Schlüsselverwaltungen direkt in Rechenzentren zu schützen. Branchenbeobachter beziffern das Marktvolumen für hardwarebasierte Sicherheitsmodule bis zum Jahr 2033 auf rund 5 Milliarden US-Dollar.

Hohe Erwartungen nach starkem Börsenjahr

An der Börse spiegeln sich diese strategischen Weichenstellungen in einer robusten Verfassung wider. Das Papier notiert heute bei 213,45 Euro, was einem Tagesgewinn von 1,8 Prozent entspricht.

Trotz dieser jüngsten Avancen liegt die Notierung mit 26 Prozent noch ein Stück unter dem 52-Wochen-Hoch, das im Juni markiert worden war. Nach der dynamischen Neubewertung der Halbleiterbranche im laufenden Zyklus preist der Markt bereits erhebliche Wachstumsbeiträge aus dem Cloud- und KI-Geschäft ein.

Die Stimmung unter den Marktbeobachtern bleibt dennoch überwiegend zuversichtlich. Bei einem Konsens von 22 Kauf- und fünf Halteempfehlungen liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei 298,38 US-Dollar. Die Zuversicht speist sich aus der Erkenntnis, dass moderne Rechenzentren ohne leistungsfähige Verbindungstechnik nicht skalieren können.

Für Anleger verschiebt sich der Fokus im KI-Sektor zusehends. Wer nur auf die bekanntesten Chipentwickler blickt, übersieht möglicherweise die elementaren Zulieferer, die das Gesamtsystem überhaupt erst lauffähig halten. Marvells Vorstoß bei Silizium-Germanium verdeutlicht, dass die photonische Vernetzung längst keine experimentelle Zukunftsmusik mehr ist, sondern zu einer harten Voraussetzung für die nächste Ausbaustufe der Rechenzentren wird.

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