Mattel Aktie: Enttäuschung auf ganzer Linie
Mattel verfehlt Gewinn- und Umsatzerwartungen deutlich. Ein schwacher Dezember und höhere Investitionen belasten die Aussichten für 2026, während die langfristige Strategie gestärkt wird.

- Gewinn je Aktie deutlich unter Analystenschätzungen
- Umsatzrückgang durch schwachen US-Dezember
- Strategische Übernahme des Mobile-Game-Studios Mattel163
- Hohe Investitionen drücken vorübergehend den operativen Gewinn
Der Spielzeugriese Mattel hat heute seine Zahlen für das vierte Quartal 2025 vorgelegt – und die Anleger zeigen sich enttäuscht. Mit einem Gewinn je Aktie von 0,39 Dollar verfehlte das Unternehmen die Erwartungen von 0,54 Dollar deutlich um 27,78 Prozent. Auch beim Umsatz blieb Mattel hinter den Prognosen zurück: Statt der erwarteten 1,85 Milliarden Dollar wurden nur 1,77 Milliarden Dollar erlöst. Die Aktie reagierte mit einem Minus von 2,05 Prozent auf 21,54 Dollar.
Dezember bremst das Wachstum
Dabei hatte das Schlussquartal 2025 zunächst vielversprechend begonnen. Die Bruttoabrechnungen stiegen um 6 Prozent, in Nordamerika sogar um 7 Prozent. Doch der Dezember – traditionell der wichtigste Monat im Spielzeuggeschäft – entwickelte sich in den USA schwächer als erwartet. Verantwortlich dafür waren Unsicherheiten im Handel, die Einzelhändler zu einer zurückhaltenden Lagerpolitik veranlassten. Um eigene Lagerbestände abzubauen, musste Mattel verstärkt auf Rabattaktionen setzen, was die Bruttogewinnmarge um 480 Basispunkte auf 46 Prozent drückte.
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International hingegen verlief das Geschäft planmäßig. Die Verkäufe am Point of Sale legten weltweit um rund 3 Prozent zu – sowohl im vierten Quartal als auch über das Gesamtjahr. Mattel konnte in wichtigen Kategorien wie Fahrzeugen, Puppen und Actionfiguren Marktanteile gewinnen.
Barbie schwächelt, Hot Wheels glänzt
Die Portfolio-Performance zeigt ein gemischtes Bild. Während Hot Wheels zum achten Mal in Folge ein Rekordjahr erzielte und zweistellig wuchs, musste die Ikone Barbie Federn lassen. Im Gesamtjahr 2025 sank der Umsatz mit der Kultpuppe, im vierten Quartal war er zumindest stabil. CEO Ynon Kreiz zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Wir sind sehr überzeugt von Barbies Stärke als eine der anerkanntesten und beliebtesten Marken der modernen Kultur.“ Für 2027 rechnet das Management mit einer Rückkehr zum Wachstum.
Auch Fisher-Price und andere Produkte im Bereich Säuglinge, Kleinkinder und Vorschulkinder gaben deutlich nach – ein Minus von 18 Prozent im Gesamtjahr. Hingegen legten die sogenannten Challenger-Kategorien, insbesondere Actionfiguren, um 13 Prozent zu. Minecraft, Jurassic World und WWE trieben hier die Entwicklung an.
Strategische Weichenstellung für die Zukunft
Parallel zur Zahlenvorlage verkündete Mattel die vollständige Übernahme des Joint Ventures Mattel163, einem Studio für Mobile Games. Für 159 Millionen Dollar übernimmt Mattel die verbliebenen 50 Prozent von NetEase. Mehr als die Hälfte der Kaufsumme wird aus vorhandener Liquidität des Joint Ventures finanziert, die bisher nicht in Mattels Bilanz konsolidiert war. Mattel163 entwickelt Spiele wie Uno!, Phase 10 und Skip Bo, die zusammen rund 20 Millionen monatlich aktive Nutzer und über 550 Millionen Downloads verzeichnen.
Kreiz betonte, dass die Übernahme die digitale Strategie des Unternehmens deutlich beschleunigen werde. Mattel plant, 2026 zwei eigene Mobile Games selbst zu veröffentlichen und die Expertise von Mattel163 für weiteres Wachstum zu nutzen. Die Transaktion soll sofort gewinn- und wertsteigernd wirken.
Investitionen belasten 2026
Für das laufende Jahr 2026 rechnet Mattel mit einem Umsatzwachstum von 3 bis 6 Prozent in konstanter Währung. Die Bruttogewinnmarge soll auf rund 50 Prozent steigen. Allerdings plant das Unternehmen strategische Investitionen von 110 Millionen Dollar in Bereiche wie digitale Spiele, Datenanalyse und Innovation. Weitere 40 Millionen Dollar fließen in Performance-Marketing für die beiden neuen Mobile Games. Diese Ausgaben werden das operative Ergebnis auf 550 bis 600 Millionen Dollar drücken – deutlich unter den Erwartungen der Analysten.
CFO Paul Ruh machte jedoch klar, dass diese Investitionen sich ab 2027 selbst tragen und dann Wachstum sowie Profitabilität beschleunigen sollen. Für 2027 stellt Mattel ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich und einen zweistelligen Anstieg beim operativen Gewinn in Aussicht.
Zwei Filme und neue Lizenzen
2026 wird auch aus Unterhaltungssicht ein entscheidendes Jahr für Mattel. Im Juni startet „Masters of the Universe“ als großer Kinofilm mit Amazon MGM Studios, im Oktober folgt „Matchbox“ auf Apple TV. Beide Filme sollen die jeweiligen Marken neu beleben und für Spielzeugverkäufe sorgen. Zudem hat Mattel eine mehrjährige globale Lizenz für Teenage Mutant Ninja Turtles ab 2027 gesichert – rechtzeitig zu zwei geplanten Kinofilmen von Paramount.
Trotz der aktuellen Herausforderungen unterstreicht Mattel sein Vertrauen in die langfristige Strategie. Der Verwaltungsrat hat ein neues Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Dollar bis Ende 2028 genehmigt. Allein 2026 sollen Aktien im Wert von 400 Millionen Dollar zurückgekauft werden. Seit 2023 hat Mattel bereits Anteile für 1,2 Milliarden Dollar erworben – das entspricht rund 18 Prozent der ausstehenden Aktien.
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