McDonald’s Aktie: 50.000 Restaurants erst 2028
McDonald's kämpft mit rückläufigen Kundenfrequenzen in den USA und verschiebt sein Expansionsziel. Neue Marketingaktionen und ein überarbeitetes Digitalangebot sollen die Wende bringen.

- US-Kundenverkehr trotz höherer Ausgaben rückläufig
- Expansionsziel von 50.000 Restaurants auf 2028 verschoben
- Aktie verliert seit Jahresbeginn rund 11 Prozent
- Analysten uneins über zukünftige Kursentwicklung
Der Fast-Food-Riese McDonald’s versucht mit einer Reihe neuer Marketing-Maßnahmen und einer überarbeiteten Digital-Strategie, die jüngste Wachstumsschwäche am US-Heimatmarkt zu überwinden.
Ab dem morgigen Montag gelten neue Geschäftsbedingungen für die Online-Dienste, die unter anderem das Bonusprogramm MyMcDonald’s Rewards und digitale Geschenkkarten betreffen. Bereits am Dienstag startete der Konzern eine landesweite Kooperation für das Happy Meal mit Charakteren von Hello Kitty und Godzilla, um die Kundenfrequenz in den Filialen wieder zu steigern.
Herausforderungen am US-Markt
Diese Bemühungen folgen auf einen durchwachsenen Geschäftsbericht für das zweite Quartal, den das Unternehmen Anfang August vorlegte. Zwar stieg der Nettoumsatz um 4 Prozent auf 7,1 Milliarden US-Dollar und der Nettogewinn kletterte auf 2,36 Milliarden US-Dollar. Doch hinter der Fassade zeigten sich deutliche Risse: Während die globalen flächenbereinigten Umsätze mit einem Plus von 1,3 Prozent noch die Erwartungen erfüllten, blieb das US-Geschäft mit einem Zuwachs von lediglich 0,8 Prozent dahinter zurück.
Besonders besorgniserregend für Anleger: Trotz höherer Durchschnittsausgaben pro Besuch ging der Kundenverkehr in den US-Restaurants zurück. Ein wesentlicher Grund dafür war die lückenhafte Umsetzung der neuen Preisstrategie.
Medienberichten zufolge haben lediglich 60 bis 65 Prozent der Franchise-Partner das geplante Menü mit zehn Artikeln unter drei Dollar vollständig eingeführt. Stattdessen gab es im zweiten Quartal signifikante Preiserhöhungen, die zusammen mit komplexen Produktneueinführungen die Abläufe in den Restaurants verlangsamten und die Kundenzufriedenheit belasteten.
Korrektur der Expansionspläne
Als Konsequenz aus dem schwierigen Konsumumfeld und den inflationsbedingten Kostensteigerungen bei der Standortentwicklung hat McDonald’s seine langfristigen Expansionspläne angepasst. Das ambitionierte Ziel, weltweit 50.000 Restaurants zu betreiben, wurde vom Ende des Jahres 2027 auf Ende 2028 verschoben. Für das laufende Gesamtjahr 2026 plant der Konzern weiterhin rund 2.100 Netto-Neueröffnungen, wobei die Investitionsausgaben zwischen 3,7 und 3,9 Milliarden US-Dollar liegen sollen.
An der Börse hinterlässt die aktuelle Lage Spuren. Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund 11 % im Minus. Mit einem aktuellen Kurs von 232,20 € zum Freitagsschluss liegt das Papier zudem 9,3 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den anhaltenden Abwärtstrend unterstreicht.
Reaktionen des Finanzmarktes
Die Einschätzungen der Experten gehen derzeit auseinander. Am Montag hob Tigress Financial das Kursziel für McDonald’s von 385 auf 390 US-Dollar an. Im Gegensatz dazu zeigten sich andere Häuser Anfang August skeptischer: Der Analyst Christopher Carril von KeyBanc senkte sein Kursziel von 315 auf 305 US-Dollar und verwies auf Trends, wonach die vergleichbaren Umsätze in den USA auch im Juli negativ tendierten.
Danilo Gargiulo von der Bernstein SocGen Group reduzierte sein Ziel am 5. August auf 295 US-Dollar und begründete dies mit dem verzögerten Wachstum sowie der schwachen Umsetzung der Value-Strategie. Auch Zacks Research reagierte am Dienstag mit einer Senkung der Gewinnerwartungen für das dritte Quartal.
Das Unternehmen steht nun vor der Aufgabe, mit neuen Saisonprodukten wie dem am Montag eingeführten „Caramel Apple Pie“-Kaffee wieder mehr Kunden in die Filialen zu locken, um die operative Marge im angestrebten Bereich zwischen 40 und 50 Prozent zu stabilisieren.
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