McDonald’s Aktie: Beim Gewinn sind die Analysten geschlagen

Der bereinigte Quartalsgewinn übertraf die Erwartungen, während US-Umsatztrends und Analystenurteile ein gemischtes Bild zeichneten.

Die Kernpunkte:
  • Bereinigter Gewinn je Aktie steigt um 11 Prozent
  • US-Vergleichsumsätze sinken erstmals seit fünf Quartalen
  • Menütests in rund 1.900 US-Restaurants angekündigt
  • TD Cowen hält an neutraler Bewertung fest

McDonald’s hat gestern mit einem überraschend starken Quartalsgewinn überzeugt. Hinter dem Ergebnis steht allerdings keine breite Belebung des Geschäfts: Der Umsatz verfehlte die Erwartungen, während die vergleichbaren US-Verkäufe zurückgingen. Für Anleger entscheidet deshalb die Qualität des Gewinnwachstums darüber, wie belastbar die positive Börsenreaktion ist.

Gewinn wächst schneller als Umsatz

Im dritten Quartal 2026 stieg der bereinigte Gewinn je Aktie um 11% auf 3,57 US-Dollar. Damit übertraf McDonald’s die Analystenerwartungen. Die Bereinigung berücksichtigt Restrukturierungskosten.

Das Ergebnis entwickelte sich deutlich dynamischer als das Geschäft an den Restaurantkassen. Internationale Märkte lieferten Wachstumsbeiträge, während das US-Geschäft die Entwicklung bremste. Die Gewinnüberraschung ist damit kein Beleg für eine durchgehend stärkere Nachfrage.

Laut Unternehmensmitteilung erhöhte sich der Umsatz um 1% auf 7,157 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn legte um 7% zu.

Auch das Franchise-Geschäft trug zur Ergebnisentwicklung bei. Dessen höhere Margen stehen im Kontrast zur verhaltenen Umsatzentwicklung. Für die Bewertung ist diese Unterscheidung wichtig: Steigende Erträge und wachsende Gästezahlen sind nicht dasselbe.

Die Franchise-Margen erhöhten sich um 3% auf 3,8 Milliarden US-Dollar. Die Aktie gewann gestern 6,3% – die Börse reagierte damit positiv auf das gemischte Zahlenwerk.

Neue Menüangebote sollen US-Nachfrage stärken

Die weltweiten vergleichbaren Verkäufe stiegen um 1,5%. In den USA sanken sie dagegen um 0,2%. Nach fünf Wachstumsquartalen verzeichnete McDonald’s dort erstmals wieder einen Rückgang.

Hinter der US-Schwäche stehen weniger Restaurantbesuche. Höhere durchschnittliche Rechnungen glichen diesen Rückgang weitgehend aus. CEO Chris Kempczinski verwies laut Reuters jedoch auf bessere Basistrends im September und Oktober sowie auf Werbeaktionen.

McDonald’s reagiert mit neuen preisorientierten Angeboten. Nach einem Bericht von MarketWatch laufen achtwöchige Tests zweier Menüformate in rund 1.900 US-Restaurants. Geprüft werden frei kombinierbare Angebote und feste Menükombinationen.

Das besser angenommene Format soll Anfang 2027 landesweit starten. Die Nachrichtenagentur AP berichtete ebenfalls über die gestern angekündigten Pläne. Damit setzt McDonald’s auf ein dauerhaftes Einstiegsangebot, um die schwächere Nachfrage anzugehen.

Die Tests sind für Anleger vor allem deshalb relevant, weil sie über kurzfristige Werbeaktionen hinausreichen. Ob sie die Gästezahlen nachhaltig verbessern, ist durch die bisherigen Quartalszahlen noch nicht belegt. Die vom Management beschriebene Erholung zum Quartalsende liefert dafür lediglich einen ersten Anhaltspunkt.

Analysten unterscheiden Ergebnis und Nachfrage

TD Cowen bestätigte nach den Zahlen die Halteempfehlung und das Kursziel von 270 US-Dollar. Das Analysehaus führt die Gewinnüberraschung vor allem auf Faktoren unterhalb des operativen Ergebnisses zurück.

Diese Einschätzung relativiert die Aussagekraft des überraschend hohen Gewinns je Aktie. Sie bedeutet nicht, dass das operative Geschäft geschrumpft wäre. Sie lenkt den Blick vielmehr darauf, welche Ergebnistreiber sich wiederholen lassen und ob die Nachfrageentwicklung nachzieht.

Für das vierte Quartal erwartet TD Cowen einen Rückgang der vergleichbaren US-Verkäufe um 2%. Das ist eine Analystenprognose, keine Unternehmensvorgabe. UBS bestätigte dagegen die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 320 US-Dollar.

Die unterschiedlichen Bewertungen spiegeln die zentrale Abwägung wider: McDonald’s steigert seine Ertragskraft trotz schwacher US-Nachfrage. Eine breiter getragene operative Erholung müsste sich jedoch auch in den Restaurantbesuchen zeigen. Die neuen Menütests und die Entwicklung der US-Verkäufe sind deshalb die entscheidenden Prüfsteine für die kommenden Quartale.

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