McDonald’s Aktie: Nur 0,10 Euro über Jahrestief

McDonald's übertrifft im zweiten Quartal die EPS-Prognose, doch Zinssorgen und Rezessionsrisiken belasten den Aktienkurs nahe dem Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Aktie schließt nahe dem 52-Wochen-Tief
  • US-Arbeitsmarkt schürt neue Zinssorgen
  • Quartals-EPS liegt über Analystenerwartungen
  • Digitaler Aktionstag für den 10. September angekündigt

Die Papiere des Fast-Food-Konzerns McDonald’s gerieten zum Wochenabschluss unter spürbaren Verkaufsdruck und schlossen am Freitag bei 220,10 Euro. Damit notiert der Wert nur noch hauchdünn über seinem 52-Wochen-Tief von 220,00 Euro. Auslöser für die jüngste Schwäche war ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht für den Monat August, der an den Finanzmärkten neue Sorgen vor weiteren Zinserhöhungen durch die Federal Reserve befeuerte.

Belastungsfaktoren durch die US-Geldpolitik

Die am Freitag veröffentlichten Daten zeigten einen Zuwachs von 162.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, während Ökonomen im Schnitt lediglich mit 56.000 Stellen gerechnet hatten. In der Folge stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September laut Marktbeobachtern auf rund 57 bis 58 Prozent. Für Konsumgüterwerte wie McDonald’s stellt dieses Szenario eine Herausforderung dar: Zum einen könnten höhere Zinsen die Finanzierungskosten beeinflussen, zum anderen wächst der Druck auf die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte.

Zusätzlich warnen Experten vor einer drohenden Rezession in den USA. Der Ökonom Gary Shilling bezifferte die Wahrscheinlichkeit für einen wirtschaftlichen Abschwung in den kommenden zwölf Monaten zuletzt auf 60 bis 70 Prozent. Er verwies dabei auf schwächelnde Einzelhandelsumsätze im Juli und eine niedrige Sparquote der Haushalte von lediglich 3 Prozent.

Michael Lasser, Analyst bei der UBS, zeigte sich ebenfalls zurückhaltend gegenüber dem Konsumsektor und betonte, dass Verbraucher zunehmend selektiver bei ihren Ausgaben agieren.

Operative Stärke trotz Kursverlusten

Trotz des schwierigen Marktumfelds und einer Performance von minus 16 Prozent seit Jahresbeginn lieferte das Unternehmen operativ zuletzt solide Ergebnisse ab. Im zweiten Quartal konnte McDonald’s ein Ergebnis je Aktie (EPS) von 3,38 US-Dollar ausweisen und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die mit 3,32 US-Dollar gerechnet hatten. Die jährliche Dividende wird mit 7,44 US-Dollar angegeben, was einer Rendite von etwa 2,9 Prozent entspricht.

Das Gros der Analysten behält für die Aktie derzeit ein moderates Kaufvotum bei. Das durchschnittliche Kursziel wird in Medienberichten mit 321,35 US-Dollar beziffert.

Während die langfristigen Aussichten oft positiv bewertet werden, spiegeln die aktuellen Kurse die Skepsis wider, ob die Preiserhöhungen der letzten Monate die Nachfrage im Fast-Food-Segment dauerhaft dämpfen könnten, während gleichzeitig preisgünstigere Wettbewerber wie Dollar Tree an Boden gewinnen.

Fokus auf digitale Vertriebskanäle

Um die Kundenbindung zu stärken und die Nutzung der eigenen App voranzutreiben, setzt McDonald’s verstärkt auf gezielte Marketingaktionen. Für den kommenden Donnerstag, den 10. September, wurde ein spezieller digitaler Aktionstag angekündigt. Bei diesem sogenannten „Digital Day of Giving“ fließen zehn Prozent der über die mobile App getätigten Bestellungen an die Ronald McDonald House Charities. Kunden haben zudem die Möglichkeit, ihren Rechnungsbetrag zugunsten der Hilfsorganisation aufzurunden.

Diese Initiative unterstreicht die wachsende Bedeutung des digitalen Geschäfts für den Konzern. In einem Marktumfeld, das von hoher Preissensibilität geprägt ist, bieten mobile Bestellsysteme nicht nur effizientere Abläufe, sondern ermöglichen es dem Unternehmen auch, durch personalisierte Angebote direkt auf das veränderte Konsumverhalten zu reagieren.

Anleger dürften in den kommenden Wochen genau beobachten, ob diese Maßnahmen ausreichen, um den Abwärtstrend der Aktie oberhalb der psychologisch wichtigen Marke des Jahrestiefs zu stoppen.

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