McDonald’s Aktie: Skye Anderson neue US-Präsidentin
McDonald's verfehlt Umsatzerwartungen im US-Markt und tauscht die Führung aus. Der Gewinn übertrifft die Prognosen, während Analysten den Ausblick senken.

- Umsatzprognose verfehlt, Gewinn übertrifft Erwartungen
- Neue US-Präsidentin Skye Anderson ernannt
- Analysten senken Kursziel und Wachstumsprognose
- Restaurant-Expansion verzögert sich bis 2028
Der Fast-Food-Riese McDonald’s hat am Dienstag enttäuschende Wachstumszahlen für seinen Heimatmarkt vorgelegt und unmittelbar personelle Konsequenzen gezogen. Während der Konzern beim Gewinn je Aktie die Erwartungen übertraf, blieb die Umsatzentwicklung hinter den Prognosen zurück. Vor allem der US-Markt, das wichtigste Segment des Unternehmens, verzeichnete mit einem Plus von 0,8 Prozent bei den flächenbereinigten Umsätzen das schwächste Wachstum seit über einem Jahr. Als Reaktion wurde die langjährige Managerin Skye Anderson mit sofortiger Wirkung zur neuen Präsidentin von McDonald’s USA ernannt.
Gewinn schlägt Erwartungen trotz Umsatzschwäche
Im zweiten Quartal 2026 erwirtschaftete McDonald’s einen bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) von 3,38 US-Dollar und lag damit über dem Konsens der Analysten, die im Schnitt mit 3,32 US-Dollar gerechnet hatten. Der Quartalsumsatz stieg zwar um 4 Prozent auf 7,10 Milliarden US-Dollar, verfehlte jedoch die Marktschätzung von 7,14 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis legte um 3 Prozent auf 3,34 Milliarden US-Dollar zu. Weltweit stiegen die vergleichbaren Umsätze um 1,3 Prozent, wobei Märkte wie Deutschland und Australien eine starke Performance zeigten, während Frankreich und China schwächelten.
An der Börse wurde die Nachricht gestern mit einem Kursplus von 1,93 Prozent aufgenommen, womit das Papier bei 237,30 Euro aus dem Handel ging. Dennoch bleibt die Bilanz seit Jahresbeginn mit einem Minus von 9,48 Prozent belastet. Die Investoren reagierten damit zunächst erleichtert auf die personelle Neuaufstellung, nachdem das Papier zuvor unter Druck geraten war.
Fehler in der Preisstrategie und Führungswechsel
CEO Chris Kempczinski räumte ein, dass das Unternehmen im zweiten Quartal bei der Umsetzung der Strategie Fehler gemacht habe. Er betonte, es handele sich nicht um ein grundsätzliches Strategieproblem, sondern um Defizite in der operativen Ausführung. Insbesondere die Promotion der Wertangebote („Value Meals“) und die Kürzung digitaler Rabatte hätten die Kundenfrequenz negativ beeinflusst. Dem Management zufolge seien diese Faktoren für rund zwei Drittel des Rückgangs im Kundenverkehr verantwortlich. Zudem habe die uneinheitliche Umsetzung des Menüs mit zehn Artikeln unter drei US-Dollar durch die Franchisenehmer zu Verwirrung bei den Gästen geführt.
Um den Trend im US-Geschäft umzukehren, übernimmt Skye Anderson die Leitung von Joe Erlinger, der dem Konzern noch bis Anfang 2027 als Berater erhalten bleibt. Anderson blickt auf eine 26-jährige Karriere im Unternehmen zurück und war zuletzt als Chief Operating Officer tätig. In ihrer früheren Rolle als Leiterin der West-Region erzielte sie ein vergleichbares Umsatzwachstum von über 30 Prozent. Sie soll nun die neue Strategie „McDonald’s > NEXT“ vorantreiben.
Analysten senken Ausblick für das restliche Jahr
Trotz der personellen Neuaufstellung zeigen sich Marktbeobachter vorsichtig. Die Analysten von Morgan Stanley senkten ihre Prognose für das US-Wachstum im dritten Quartal auf 0,3 Prozent und reduzierten ihr Kursziel auf 319 US-Dollar. Ein Grund zur Sorge ist der Blick auf den Juli, in dem die vergleichbaren Umsätze in den USA bereits leicht negativ ausfielen. Zudem teilte das Management mit, dass das Ziel, weltweit 50.000 Restaurants zu betreiben, erst im Jahr 2028 und damit ein Jahr später als ursprünglich geplant erreicht werden soll.
Das Konsumumfeld bleibt laut Finanzchef Ian Borden herausfordernd, da insbesondere Haushalte mit niedrigen Einkommen ihre Ausgaben für Fast Food reduziert haben. Während McDonald’s in der Vergangenheit von Preissteigerungen profitierte, scheint die Grenze der Zahlungsbereitschaft in vielen Märkten erreicht zu sein. Die neue US-Chefin Anderson steht nun vor der Aufgabe, die Preisarchitektur zu vereinfachen und die Kundenfrequenz über digitale Kanäle wieder zu steigern, um den Marktanteil gegen wachsende Konkurrenz im Geflügel-Segment zu verteidigen.
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