MDAX-Dividenden für die Rente: Hannover Rück, Porsche SE und Fraport im Check

Hannover Rück erhöht Dividende deutlich, Porsche SE lockt mit hoher Rendite, Fraport kehrt zur Ausschüttung zurück.

Die Kernpunkte:
  • Hannover Rück mit Rekordausschüttung
  • Porsche SE mit über sechs Prozent Rendite
  • Fraport zahlt erstmals wieder Dividende
  • Drei Branchen fürs Altersvorsorgedepot

Das neue Altersvorsorgedepot kommt 2027 — und mit ihm die Möglichkeit, Aktien und ETFs staatlich gefördert in die private Vorsorge einzubinden. Wer schon jetzt nach passenden Bausteinen sucht, wird nicht nur im DAX fündig. Der MDAX beherbergt einige der interessantesten Ausschütter des deutschen Marktes. Drei davon verdienen einen genaueren Blick: einen Rückversicherer mit Rekordausschüttung, eine Beteiligungsholding mit hoher Rendite und einen Flughafenbetreiber, der nach langer Pause erstmals wieder Dividende zahlt.

Hannover Rück: Neue Dividendenpolitik sorgt für Rekordausschüttung

Die Hauptversammlung Anfang Mai brachte eine klare Botschaft: 12,50 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Das entspricht einem Anstieg von knapp 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Sprung kommt nicht aus dem Nichts. Der Vorstand hat die Dividendenpolitik grundlegend neu ausgerichtet. Die Ausschüttungsquote liegt nun bei rund 55 Prozent des IFRS-Nettokonzerngewinns. Die bisherige Praxis regelmäßiger Sonderdividenden gehört damit der Vergangenheit an — sie fließen direkt in die reguläre Dividende ein.

Unterfüttert wird diese Großzügigkeit durch ein starkes erstes Quartal 2026. Das Konzernergebnis erreichte 711 Millionen Euro, ein Plus von fast 48 Prozent zum Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite lag bei 21,2 Prozent — weit über dem eigenen Zielwert. Die Großschäden blieben deutlich unter Budget, die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich auf 83,6 Prozent. Am Jahresziel von mindestens 2,7 Milliarden Euro Konzernergebnis hält das Management fest.

Bei einem Kurs von 226,80 Euro notiert die Aktie allerdings rund elf Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn hat der Titel knapp 13 Prozent verloren. Neun Analysten sehen den fairen Wert im Schnitt bei rund 295 Euro — das wären gut 30 Prozent Aufwärtspotenzial.

Für ein Vorsorgedepot spricht die Kombination aus:

  • Dividendenrendite von über 5,5 Prozent
  • 14 Jahre ohne Dividendenkürzung
  • Top-Ratings von S&P (AA-) und A.M. Best (A+)
  • Klar formulierter Wachstumspfad bei den Ausschüttungen

Das Risiko liegt in der Natur des Geschäfts. Naturkatastrophen, steigende Baukosten und neue Bedrohungen wie Cyberangriffe können die Ergebnisse sprunghaft belasten. Die jüngste Kursschwäche zeigt, dass auch erstklassige Rückversicherer nicht immun gegen Marktstimmungen sind.

Porsche SE: Hohe Dividendenrendite mit doppeltem Boden — und doppeltem Risiko

Auf den ersten Blick wirkt die Porsche Automobil Holding wie ein Schnäppchen für Dividendenjäger. Bei einem Kurs von 30,77 Euro und einer erwarteten Dividende von 1,91 Euro je Aktie für 2025 ergibt sich eine Rendite von über sechs Prozent. Die Hauptversammlung am 25. Juni wird über die endgültige Höhe entscheiden. Wer die Ausschüttung mitnehmen will, muss die Aktie spätestens an diesem Tag im Depot halten.

Hier lohnt ein genauer Blick hinter die Kulisse der hohen Rendite. Der Aktienkurs hat seit Jahresbeginn rund 24 Prozent verloren und bewegt sich nahe am 52-Wochen-Tief. Die optisch üppige Dividendenrendite ist also vor allem ein Spiegelbild des Kursrückgangs — kein Signal operativer Stärke. Analysten rechnen für das laufende Geschäftsjahr sogar mit einer Dividendensenkung von knapp zehn Prozent.

Das Geschäftsmodell der Holding ist denkbar konzentriert: Sie hält rund 53 Prozent der VW-Stimmrechte und ist mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Porsche AG beteiligt. Die Dividendenpolitik orientiert sich eng an den Erträgen dieser beiden Beteiligungen. Was VW und Porsche AG verdienen, bestimmt letztlich die Ausschüttung der Holding.

Diese Abhängigkeit ist Chance und Bürde zugleich. Die strukturellen Umwälzungen in der Automobilindustrie — Elektrifizierung, chinesischer Wettbewerb, Margendruck — schlagen unmittelbar auf die Ertragsströme durch. Im Fünfjahresdurchschnitt lag die Dividendenrendite bei rund 3,9 Prozent, was zeigt: Die aktuelle Rendite ist historisch betrachtet ein Ausreißer nach oben. Für ein Vorsorgedepot eignet sich der Titel eher als Beimischung. Wer hier investiert, setzt bewusst auf eine Erholung des deutschen Automobilsektors.

Fraport: Dividendenrückkehr nach Jahren der Enthaltsamkeit

Nach der pandemiebedingten Durststrecke hat Fraport Mitte Mai erstmals wieder eine Dividende gezahlt: 1,00 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Die Rendite von 1,47 Prozent reißt niemanden vom Hocker. Der eigentliche Wert dieser Zahlung liegt in dem, was sie signalisiert.

Der Finanzvorstand hat eine Rückkehr zur regulären Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des Nettoergebnisses für das Geschäftsjahr 2026 in Aussicht gestellt. Wenn die großen Infrastrukturprojekte am Frankfurter Flughafen fertiggestellt sind, dürften sich die Free-Cash-Flow-Perspektiven deutlich verbessern. Die Dividende steht am Anfang eines Wachstumspfads — nicht an seinem Ende.

Mit einem Kurs von 67,85 Euro notiert die Aktie gut 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, hat aber seit dem Tief im vergangenen Sommer rund 15 Prozent zugelegt. Bei einem durchschnittlichen Analysten-Kursziel von 84,88 Euro ergibt sich ein Aufwärtspotenzial von knapp 25 Prozent. Fünf von acht Analysten empfehlen den Kauf.

Fraport bietet als Infrastrukturwert eine andere Art von Stabilität als klassische Dividendentitel. Der Frankfurter Flughafen ist ein natürliches Monopol im wichtigsten deutschen Luftverkehrsdrehkreuz. Gleichzeitig ist das Geschäft kapitalintensiv und anfällig für Streiks, geopolitische Verwerfungen und konjunkturelle Schwankungen. Die erhöhte Volatilität von über 35 Prozent auf Monatsbasis unterstreicht dieses Risikoprofil.

Drei Branchen, ein Ziel — MDAX-Dividenden als Rentenbaustein

Hannover Rück, Porsche SE und Fraport bedienen drei völlig unterschiedliche Segmente: Versicherung, Automobilbeteiligung und Infrastruktur. Genau darin liegt der Reiz einer Kombination.

Hannover Rück liefert die defensive Ertragskraft — hohe, verlässliche Ausschüttungen mit klarem Wachstumspfad. Porsche SE bietet die höchste aktuelle Rendite, bringt aber auch das größte Klumpenrisiko mit. Fraport steht für einen Neuanfang bei der Dividende mit erheblichem Steigerungspotenzial.

Für langfristig orientierte Anleger zählt dabei ein oft unterschätzter Faktor: Dividendenwachstum schlägt auf Sicht von zwei Jahrzehnten eine hohe Anfangsrendite ohne Steigerung. Eine Aktie mit drei Prozent Einstiegsrendite und acht Prozent jährlichem Dividendenwachstum kann über 20 Jahre den statischen Sechs-Prozent-Zahler weit hinter sich lassen.

Ab 2027 soll das neue Altersvorsorgedepot die bisherige Riester-Rente ablösen. Sparer können dann mit Zuschüssen von bis zu 540 Euro pro Jahr plus 300 Euro pro Kind auch in Aktien und ETFs investieren. MDAX-Dividendenwerte wie diese drei könnten genau die Ertragsquelle sein, die solche Depots brauchen — als persönliche Ergänzung zum staatlichen Generationenkapital, das erst Mitte der 2030er Jahre seine Wirkung entfaltet. Wer die eigene Rente selbst in die Hand nimmt, braucht keine Einzelwette. Drei verschiedene Bausteine aus drei verschiedenen Branchen sind ein solider Anfang.

Hannover Rueck-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hannover Rueck-Analyse vom 8. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Hannover Rueck-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hannover Rueck-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Hannover Rueck: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Hannover Rueck