MDAX-Dividendenkönige: United Internet, Freenet und Evonik zahlen am meisten
United Internet und Freenet führen die MDAX-Rendite-Rangliste an. Evonik, Porsche und TRATON bieten ebenfalls attraktive Ausschüttungen mit unterschiedlichen Risikoprofilen.

- United Internet führt mit 7,3 Prozent
- Freenet knapp dahinter bei 7,2 Prozent
- Evonik bietet 6,7 Prozent Rendite
- Porsche und TRATON ergänzen Top 5
Wer im MDAX auf Ausschüttungen setzt, kommt an fünf Namen nicht vorbei. United Internet und Freenet liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die höchste Dividendenrendite, während Evonik, Porsche AG und TRATON ebenfalls mit überdurchschnittlichen Renditen locken. Ein Blick auf die aktuelle Top 5 zeigt, wo sich Cashflow-Stärke mit attraktiver Bewertung trifft — und wo Risiken lauern.
| Rang | Unternehmen | Dividendenrendite |
|---|---|---|
| 1 | United Internet | 7,3 % |
| 2 | Freenet | 7,2 % |
| 3 | Evonik | 6,7 % |
| 4 | Porsche AG | 5,4 % |
| 5 | TRATON | 5,2 % |
United Internet: 7,3 % Rendite — Spitze mit Schönheitsfehler
Mit 1,90 Euro Jahresdividende bei einem Kurs von 26,14 Euro sichert sich United Internet den ersten Platz. Die Rendite von 7,3 % ist im gesamten MDAX derzeit unerreicht.
Die Basis dafür sind die wiederkehrenden Vertragseinnahmen der Marken 1&1, GMX und WEB.DE. Monat für Monat fließen stabile Erlöse, die den Spielraum für Ausschüttungen schaffen. Das Management hält an der attraktiven Dividendenpolitik fest — trotz enormer Investitionen in das eigene 1&1-Mobilfunknetz.
Genau hier liegt der Haken. Der Netzausbau verschlingt Kapital, und der Markt preist dieses Risiko in den Kurs ein. Seit Jahresanfang hat die Aktie rund 7 % verloren und notiert deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 27,17 Euro. Für künftige Dividendenerhöhungen bleibt der Spielraum eng, solange die Netzinfrastruktur nicht ausreichend monetarisiert wird. Die hohe Rendite ist also auch ein Spiegelbild der Unsicherheit.
Freenet: Der Cashflow-Spezialist mit 7,2 %
Nur hauchdünn dahinter reiht sich Freenet ein. Bei 27,48 Euro Kurs und 1,97 Euro Dividende ergibt sich eine Rendite von 7,2 %. In absoluten Zahlen schüttet Freenet sogar mehr pro Aktie aus als der Erstplatzierte.
Das Erfolgsrezept ist schlank und effektiv: Kein eigenes Netz, keine milliardenschweren Infrastrukturprojekte. Als Mobilfunk-Wiederverkäufer und Betreiber von waipu.tv hält Freenet die Investitionsausgaben niedrig. Ein Großteil des freien Cashflows steht direkt für Ausschüttungen bereit. Diese Struktur macht die Aktie zum Liebling konservativer Dividendenanleger.
Die Kehrseite: Nach dem Jahreshoch von 33,72 Euro im Februar hat die Aktie knapp 18,5 % eingebüßt. Verschärfter Preiswettbewerb im deutschen Mobilfunkmarkt könnte die Margen belasten. Die niedrige Volatilität von rund 15 % zeigt allerdings, dass der Markt das Geschäftsmodell als vergleichsweise berechenbar einstuft. Für Investoren, die regelmäßige Zuflüsse suchen, bleibt Freenet ein defensiver Anker im MDAX.
Evonik: Spezialchemie bietet 6,7 % — nach starker Kurserholung
Evonik überrascht in diesem Ranking. Mit 1,17 Euro Dividende bei 17,39 Euro Kurs ergibt sich eine Rendite von 6,7 %. Bemerkenswert ist der Kontext: Die Aktie hat seit Jahresbeginn über 30 % zugelegt und sich damit deutlich vom Januartief bei 12,63 Euro gelöst. Selbst nach dieser Erholung bleibt die Rendite weit über dem MDAX-Durchschnitt.
Evonik setzt bewusst auf Kontinuität bei der Ausschüttung. Das Portfolio an Spezialchemikalien — oft weniger preissensibel als Basischemie — verleiht den Margen eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen konjunkturelle Schwankungen. Die Dividende von 1,17 Euro signalisiert Verlässlichkeit.
Allerdings warnt der RSI von 69,3 vor einer möglichen kurzfristigen Überhitzung. Die Aktie handelt fast 9 % über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Wer jetzt einsteigt, kauft nach einer kräftigen Rallye. Das Grundrisiko bleibt zyklischer Natur:
- Schwache Industriekonjunktur drückt auf die Nachfrage
- Volatile Rohstoff- und Energiepreise belasten die Margen
- Globale Handelsströme beeinflussen das Exportgeschäft
Solange die Bilanzstruktur solide bleibt, dürfte Evonik die Ausschüttung aber halten können.
Porsche AG: Premium-Dividende von 5,4 %
Für einen Luxusautobauer ist eine Dividendenrendite von 5,4 % ein starkes Statement. Porsche zahlt 2,31 Euro pro Aktie — der höchste absolute Betrag im gesamten Ranking. Bei einem Kurs von 42,46 Euro ergibt sich daraus der vierte Platz.
Die Rendite speist sich aus zwei Quellen. Zum einen die überdurchschnittlichen Margen pro verkauftem Fahrzeug, die im Premiumsegment weit über denen von Volumenherstellern liegen. Zum anderen eine Kursbewertung, die seit dem Börsengang spürbar nachgegeben hat — seit Jahresanfang steht ein Minus von gut 10 %.
Die vergangene Woche brachte Erholung: Der Kurs legte über 3 % zu und notiert nun wieder über dem 100-Tage-Durchschnitt. Die E-Mobilitäts-Transformation verschlingt zwar erhebliche Entwicklungsbudgets. Porsches Kundschaft zeigt sich aber auch in wirtschaftlich raueren Zeiten weniger preissensibel, was dem Unternehmen einen Puffer verschafft, den günstigere Marken nicht haben. Die Kombination aus Wachstumsfantasie im Elektrosegment und solider Cash-Generierung aus dem Verbrenner-Portfolio macht die Dividende für die nahe Zukunft belastbar.
TRATON: Nutzfahrzeug-Riese zahlt 5,2 %
Mit 1,70 Euro Dividende und einem Kurs von 32,92 Euro rundet TRATON das Ranking mit 5,2 % Rendite ab. Die Holding hinter Scania, MAN und Navistar hat sich in den vergangenen Jahren operativ deutlich verbessert — Synergien zwischen den Marken treiben die Profitabilität.
Seit Jahresanfang steht ein Kursplus von knapp 5 %. Im Zwölfmonatsvergleich sind es über 12 %. Diese Entwicklung zeigt, dass der Markt die Konsolidierungserfolge honoriert. Mit einem RSI von 48,3 bewegt sich die Aktie in neutralem Terrain — weder überkauft noch überverkauft.
Die Risiken liegen im Geschäftsmodell selbst. Nutzfahrzeuge sind ein Frühindikator der Konjunktur. Sinken die globalen Frachtvolumina, bricht die Nachfrage nach neuen Lkw ein. Die hohe Volatilität von fast 38 % annualisiert spiegelt diese Unsicherheit wider. Gleichzeitig positioniert sich TRATON mit dem Fokus auf die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs für langfristiges Wachstum. Die Dividende von 1,70 Euro bietet einen spürbaren Puffer gegen kurzfristige Kursschwankungen.
Fünf Dividendentitel, fünf unterschiedliche Risikoprofile
Die Top 5 der MDAX-Dividendenrenditen vereint ein gemeinsamer Nenner: Alle fünf Unternehmen generieren ausreichend Cashflow, um ihre aktuellen Ausschüttungen zu finanzieren. Die Unterschiede liegen im Detail.
United Internet und Freenet dominieren die Spitze mit Renditen über 7 %, stehen aber beide vor der Herausforderung, in einem wettbewerbsintensiven Telekommunikationsmarkt ihre Margen zu verteidigen. Evonik besticht durch die stärkste Kursdynamik im laufenden Jahr, bringt aber zyklische Risiken mit. Porsche AG kombiniert Luxus-Margen mit Transformationskosten. Und TRATON liefert als einziger Industriewert im Ranking eine Rendite über 5 %, ist dabei aber am stärksten von der Weltkonjunktur abhängig.
Entscheidend für die Nachhaltigkeit dieser Renditen wird sein, ob die operative Ertragskraft die Ausschüttungen auch in einem potenziell schwierigeren Konjunkturumfeld trägt. Die Dividendenrendite allein erzählt nur die halbe Geschichte — Ausschüttungsquote und Bilanzqualität liefern den Rest.
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