Melexis Aktie: 217,1 Millionen Euro übertreffen Konsens
Melexis übertrifft im Q2 die Umsatzprognosen, verzeichnet aber einen Gewinnrückgang. Die begrenzte Auftragssichtbarkeit und Analysten-Skepsis drücken den Aktienkurs.

- Umsatzplus von 3 Prozent im Jahresvergleich
- Gewinnrückgang um 19 Prozent zum Vorjahr
- Neue Design-Wins im Robotik-Bereich
- Zwischendividende von 1,30 Euro angekündigt
Der Halbleiterspezialist Melexis hat am 29. Juli seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und dabei die Erwartungen des Marktes beim Umsatz übertroffen. Das Unternehmen verzeichnete Erlöse in Höhe von 217,1 Millionen Euro, was einem Zuwachs von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und einem Anstieg von 7 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Analysten waren im Vorfeld im Konsens lediglich von 210 Millionen Euro ausgegangen. Auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) lieferte das Unternehmen mit 0,76 Euro ein Ergebnis ab, das über der Marktschätzung von 0,72 Euro lag.
Operative Stärke im Automotive-Sektor
Das Wachstum wird maßgeblich durch die starke Positionierung im Automobilmarkt getrieben, der im abgelaufenen Quartal 89 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. Besonders in den Bereichen Lenkung, Bremsysteme und thermisches Management konnte Melexis Zuwächse erzielen. Parallel dazu trieb das Management die Diversifizierung voran und verkündete vier neue Design-Wins im Bereich Robotik für seine „Sense and Drive“-Produkte. Zudem wurden drei neue Anwendungen für die Automobilindustrie eingeführt, darunter ein digitaler Stromsensor für elektrifizierte Antriebe sowie ein Wandler für Beleuchtungssysteme.
Trotz des operativen Umsatzwachstums ging der Nettogewinn im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 30,8 Millionen Euro zurück. Diese Entwicklung sowie Aussagen der Unternehmensführung zur kurzfristigen Geschäftsentwicklung dämpften die Stimmung am Markt. Obwohl das Unternehmen die Umsatzprognose für das dritte Quartal auf eine Spanne zwischen 220 Millionen und 225 Millionen Euro festlegte und damit über dem Analystenkonsens von 218 Millionen Euro blieb, reagierte das Papier empfindlich auf die begrenzte Visibilität bei den Auftragseingängen.
Unsicherheit bei der Auftragslage belastet
Analyst Javier Correonero von Morningstar wies am 30. Juli darauf hin, dass die Sichtbarkeit der Aufträge derzeit lediglich auf vier bis fünf Monate begrenzt sei. In der Folge verharrte die Einstufung des Analysehauses auf einer neutralen Bewertung. Bereits am 10. Juli hatte die Deutsche Bank das Papier von „Buy“ auf „Hold“ herabgestuft und dies mit strukturellen Risiken bei der Monetarisierung von Künstlicher Intelligenz sowie möglichen Kürzungen der Investitionsausgaben bei großen Technologiekonzernen begründet. Dennoch wurde das Kursziel in diesem Zuge von 65,00 Euro auf 75,00 Euro angehoben. Medienberichten zufolge liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten aktuell bei 75,00 Euro, was höhere Margenerwartungen widerspiegelt.
Im deutschen Handel notiert die Melexis-Aktie heute bei 70,40 Euro, was einem Rückgang von 1,54 Prozent entspricht. Seit Beginn des Jahres hat der Titel jedoch eine positive Performance von 22,22 Prozent erzielt.
Dividende und strategische Neuausrichtung
Das Unternehmen setzt weiterhin auf eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik. Der Verwaltungsrat kündigte eine Zwischendividende von brutto 1,30 Euro pro Aktie an. Der Ex-Kupon-Tag wurde auf den 13. Oktober festgelegt, die Auszahlung soll zwei Tage später erfolgen. Flankiert wird die Kapitalstrategie durch ein laufendes Aktienrückkaufprogramm über bis zu 850.000 Anteile, das noch bis zum 10. Dezember dieses Jahres fortgeführt wird.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 bestätigte das Management die Prognose eines Umsatzes zwischen 445 Millionen und 455 Millionen Euro. Dabei wird eine Bruttogewinnmarge von rund 41 Prozent sowie eine operative Marge von etwa 18 Prozent angestrebt. Besonders die Region China stach im zweiten Quartal positiv hervor; Melexis rechnet hier aufgrund der lokalen Kundennachfrage mit Rekordumsätzen im dritten Quartal. Weitere Details zur operativen Entwicklung werden am 28. Oktober erwartet, wenn das Unternehmen seinen Bericht zum dritten Quartal veröffentlicht.
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