Mercedes-Benz: 58 Millionen Aktien bis April 2027
Mercedes-Benz beginnt ein Rückkaufprogramm über bis zu eine Milliarde Euro, während sinkende China-Auslieferungen und ein niedrigeres Kursziel belasten.

- Rückerwerb von bis zu 58 Millionen Aktien
- Programmvolumen erreicht maximal eine Milliarde Euro
- China-Auslieferungen sinken um 30 Prozent
- DZ Bank senkt Kursziel auf 55 Euro
Mit dem gestrigen Handelsstart hat Mercedes-Benz ein neues Kapitel in seiner Kapitalallokation aufgeschlagen. Der Stuttgarter Automobilkonzern begann am Dienstag mit dem Erwerb eigener Anteile im Rahmen eines umfangreichen Rückkaufprogramms, das bereits am Montag angekündigt worden war.
Bis zum 6. April 2027 plant das Unternehmen, bis zu 58 Millionen eigene Aktien über die Börse oder ein multilaterales Handelssystem zurückzuerwerben. Das Gesamtvolumen dieser Maßnahme beläuft sich auf bis zu eine Milliarde Euro.
Am heutigen Mittwoch zeigt sich die Aktie von dem Programmstart zunächst unbeeindruckt. Das Papier notiert bei 46,25 Euro und verzeichnet damit einen Rückgang von 1,2 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus im Kurs auf 23 Prozent, was den Abstand zu früheren Bewertungshöhen verdeutlicht. Das Management nutzt die aktuelle Schwächephase, um durch die Verknappung des Aktienangebots den Wert für die verbleibenden Anteilseigner zu stützen.
Herausforderndes Marktumfeld in China belastet Bilanz
Der Start des Rückkaufprogramms erfolgt vor dem Hintergrund eines operativ schwierigen Jahresverlaufs. Medienberichten zufolge verzeichnete der Konzern im zweiten Quartal 2026 einen Rückgang des Konzernumsatzes auf 32,06 Milliarden Euro.
Zwar verbesserte sich das operative Ergebnis (EBIT) im selben Zeitraum auf 1,55 Milliarden Euro, doch besonders der Kernmarkt China bereitete Sorgen. Dort brachen die Auslieferungen um 30 Prozent ein, was die allgemeine Kaufzurückhaltung in der Region widerspiegelt.
Infolge dieser Entwicklung passte das Unternehmen am 28. Juli seine Prognose für das Gesamtjahr an. Statt eines Umsatzes auf dem Niveau des Vorjahres stellt der Vorstand nun einen Wert in Aussicht, der leicht darunter liegen dürfte. Diese Korrektur unterstreicht die abgekühlte Stimmung im globalen Automobilsektor, der zunehmend von geopolitischen Risiken und einem intensiven Preiswettbewerb geprägt wird.
Die Analysten der DZ Bank reagierten am 30. Juli auf die gedämpften Erwartungen und reduzierten ihr Kursziel von 60,00 Euro auf 55,00 Euro. Trotz der Anpassung nach unten bestätigten die Experten ihre Kaufempfehlung für das Papier. Bereits Ende Juni hatte das Analysehaus Jefferies die Aktie von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft, korrigierte jedoch gleichzeitig das Kursziel von 60 auf 52 Euro.
Strategischer Fokus auf Elektrifizierung und Kapitalrendite
Trotz der aktuellen Absatzschwierigkeiten in Asien gab es in anderen Regionen zuletzt positive Signale. Mercedes-Benz meldete für das erste Quartal des laufenden Jahres einen Anstieg des Absatzes vollelektrischer Fahrzeuge (BEV) in Europa um 34 Prozent.
Elektrifizierte Modelle, die sogenannten xEV-Fahrzeuge, machten in diesem Zeitraum bereits 41 Prozent der europäischen Verkäufe aus. Insgesamt verkaufte die Sparte Mercedes-Benz Cars im ersten Quartal weltweit 419.400 Fahrzeuge.
Der Konzern versucht nun, die Balance zwischen hohen Investitionen in die elektrische Transformation und einer attraktiven Beteiligung der Aktionäre am Erfolg zu halten. Das neue Rückkaufprogramm ist dabei ein zentraler Baustein, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.
Ob die Maßnahme ausreicht, um den seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend der Aktie nachhaltig zu brechen, wird maßgeblich von der weiteren Nachfrageentwicklung in den kommenden Monaten abhängen.
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