Mercedes-Benz Aktie: 18,4% Sonderzahlung auf 2027 verschoben

Mercedes-Benz verschiebt Sonderzahlung und plant längere Arbeitszeiten. Die Aktie fällt auf ein neues Jahrestief und nähert sich dem 52-Wochen-Tief.

Die Kernpunkte:
  • Sonderzahlung für 90.000 Mitarbeiter verschoben
  • Diskussion über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich
  • Aktie fällt um über 3 Prozent auf 43,27 Euro
  • Technische Indikatoren signalisieren überverkaufte Lage

Mercedes-Benz verschärft den Sparkurs in Deutschland. Der Konzern verschiebt eine Sonderzahlung für rund 90.000 Beschäftigte und diskutiert längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich. Die Aktie reagiert entsprechend — und notiert nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief.

Sonderzahlung fällt vorerst weg

Konkret geht es um den sogenannten „Transformationsbaustein“. Er entspricht 18,4 Prozent des monatlichen Entgelts und war ursprünglich für Juli geplant. Mercedes-Benz verschiebt die Zahlung nun auf 2027.

Reuters berichtete am 26. Juni, der Konzern wolle Beschäftigte zudem zu mehr Arbeit bei gleicher Bezahlung bewegen. Einzelne Produkte und Verwaltungsfunktionen sollen ins Ausland verlagert werden. Als Begründung nennt das Unternehmen zu hohe Produktionskosten, Handelsbeschränkungen und eine anhaltende Absatzflaute in China.

Der Gesamtbetriebsrat kritisierte die Verschiebung als einseitige Entscheidung. Auch die Debatte über längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich stößt auf Widerstand.

Aktie unter Druck

Die Zahlen sprechen für sich. Die Aktie schloss am Freitag bei 43,27 Euro — ein Minus von 3,23 Prozent. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Verlust auf knapp 30 Prozent. Das 52-Wochen-Tief liegt bei 43,01 Euro, markiert ebenfalls am 26. Juni. Der Abstand dazu beträgt weniger als ein Prozent.

Der RSI liegt bei 29,2 und signalisiert eine überverkaufte Lage. Technisch bleibt das Bild angeschlagen: Der Kurs liegt mehr als 21 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Die neue Kostendebatte trifft die Aktie in einer ohnehin angespannten Phase. Der Markt gewichtet bisher vor allem Margendruck, China-Schwäche und Handelskonflikte.

Q1 zeigt den Rahmen

Ende April meldete Mercedes-Benz für das erste Quartal einen Konzernumsatz von 31,6 Milliarden Euro und ein EBIT von 1,9 Milliarden Euro. Die bereinigte Umsatzrendite in der Pkw-Sparte lag bei 4,1 Prozent — innerhalb der Prognosespanne von 3 bis 5 Prozent für 2026.

Der Absatz in Europa und den USA stieg, Rückgänge in China konnten nur teilweise ausgeglichen werden. Elektrofahrzeuge liefen besser: In Europa kletterten die BEV-Verkäufe um 34 Prozent, in Deutschland sogar um 36 Prozent.

Die Jahresprognose bestätigte der Konzern Ende April. Der Umsatz soll auf Vorjahresniveau bleiben, das EBIT deutlich darüber liegen. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts soll leicht unter dem Niveau von 2025 liegen.

Zwei Termine im Juli

Am 14. Juli 2026 findet ein Pre-Close Call zum zweiten Quartal statt. Den vollständigen Q2-Zwischenbericht und den Analyst Conference Call hat Mercedes-Benz für den 28. Juli angesetzt.

Bis dahin muss der Konzern zeigen, dass die Sparmaßnahmen greifen — ohne den Betriebsfrieden dauerhaft zu belasten. Und im Premiumsegment braucht es genug operative Dynamik, um die bestätigte Jahresprognose zu untermauern.

Anzeige

Mercedes-Benz-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mercedes-Benz-Analyse vom 28. Juni liefert die Antwort:

Die neusten Mercedes-Benz-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mercedes-Benz-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Mercedes-Benz: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Mercedes-Benz