Mercedes-Benz Aktie: 21,82 Prozent Minus seit Jahresbeginn
Neue EU-Quoten für E-Dienstwagen belasten Mercedes-Benz zusätzlich zu sinkenden Umsätzen und Gewinnen.

- EU plant Quoten für emissionsfreie Dienstwagen
- Umsätze deutscher Hersteller brechen ein
- Gewinne internationaler Wettbewerber steigen
- Mercedes-Aktie fällt auf Jahrestief
Heute berät der EU-Ministerrat über die „Clean Corporate Vehicles Regulation“ – und setzt damit die angeschlagene deutsche Autoindustrie weiter unter Druck. Mercedes-Benz trifft der Vorstoß inmitten struktureller Probleme und eines schwachen Chinageschäfts.
Die geplante Verordnung sieht verbindliche Quoten für emissionsfreie Dienstwagen großer Unternehmen vor. Ab 2030 sollen Neuzulassungen nur noch emissionsfrei erfolgen, und bereits ab 2028 würde die staatliche Förderung auf reine E-Dienstwagen beschränkt. Der VDA lehnt die Pläne ab. Präsidentin Hildegard Müller verweist auf die unzureichende Ladeinfrastruktur und hohe Stromkosten, die einen künstlichen Zwang zum Elektroauto konterkarieren.
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Deutsche Hersteller verlieren Anschluss
Die Krise der heimischen Autoindustrie bestätigt die Beratungsgesellschaft EY mit aktuellen Zahlen. Im ersten Quartal 2026 brachen die Umsätze der deutschen Hersteller um vier Prozent ein. Die Gewinne fielen um 23 Prozent.
Internationale Wettbewerber legten dagegen zu – um 83 Prozent. Die durchschnittliche Marge der 19 größten Autokonzerne sank auf 3,5 Prozent, den niedrigsten Stand seit 2020. China erweist sich weiter als Belastung: Der Absatz deutscher Autobauer brach dort um 16 Prozent ein. EY-Experte Constantin M. Gall erwartet für die Branche ein weiteres „Krisenjahr“.
Lichtblicke im Rennsport und auf dem deutschen Markt
Indes gab es am Wochenende einen sportlichen Erfolg. Der 19-jährige Kimi Antonelli gewann den Großen Preis von Monaco – sein fünfter Sieg in Folge. Der Rennstall Mercedes führt die Fahrerwertung mit 66 Punkten Vorsprung vor Ferrari an.
Auf dem deutschen Markt zeigen sich punktuelle Fortschritte bei Elektromodellen. Der Mercedes GLC EQ verdoppelte seine Neuzulassungen auf 604 Einheiten. Das meistverkaufte elektrische Modell der Marke blieb der CLA EQ mit 1.647 Neuzulassungen.
Aktie auf Talfahrt
Der Aktienkurs spiegelt die Stimmungslage wider. Die Mercedes-Benz Aktie verlor in der vergangenen Woche 6,68 Prozent und schloss bei 48,20 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 21,82 Prozent. Der RSI von 35,5 signalisiert überverkaufte Niveaus. Das Papier notiert knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 47,66 Euro.
Die nächsten Weichen stellt Brüssel. Der Fortschrittsbericht im EU-Ministerrat wird zeigen, ob die Industrie mit weiteren Belastungen rechnen muss.
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