Mercedes-Benz Aktie: 23,3 Prozent Gewinneinbruch in Q1

Deutsche Hersteller verlieren im globalen Vergleich an Boden. Mercedes-Benz kämpft mit Margendruck und China-Schwäche bei solider Finanzbasis.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzminus bei deutschen Autokonzernen
  • Mercedes-Benz mit stabiler Jahresprognose
  • Aktienkurs nahe 52-Wochen-Tief
  • China-Geschäft bleibt Belastungsfaktor

Deutsche Autobauer haben ein Wettbewerbsproblem — und neue Zahlen machen es unübersehbar. Eine EY-Analyse zu den weltweit 19 größten Autokonzernen zeigt, dass Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW im ersten Quartal 2026 als einzige Gruppe beim Umsatz zurückfielen, während US- und japanische Rivalen zulegen konnten.

Deutsche Hersteller verlieren Boden

Die Zahlen sind eindeutig. Der gemeinsame Umsatz der drei deutschen Hersteller sank um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal — während alle 19 untersuchten Konzerne zusammen ein Plus von 1,7 Prozent erzielten. Noch deutlicher fällt der Gewinnvergleich aus: Das operative Ergebnis der deutschen Gruppe brach um 23,3 Prozent ein. Ford, General Motors und Tesla steigerten ihren operativen Gewinn im selben Zeitraum um 82,9 Prozent.

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Beim Blick auf die Margen relativiert sich das Bild etwas. Mercedes-Benz landet in der EY-Rangliste der profitabelsten Autokonzerne mit 6,0 Prozent auf Platz sechs, BMW mit 6,5 Prozent auf Platz vier. Volkswagen kommt mit 3,3 Prozent nur auf Platz 13. Der Branchenschnitt aller 19 Konzerne liegt bei 3,5 Prozent — dem niedrigsten Wert seit dem Corona-Jahr 2020.

Mercedes-Benz im Quartal: Solide Basis, aber China bleibt Bremse

Die eigenen Q1-Zahlen von Mercedes-Benz fügen sich in dieses Bild ein. Der Konzern erzielte einen Umsatz von 31,6 Milliarden Euro und ein EBIT von 1,9 Milliarden Euro. Im Pkw-Geschäft lag die bereinigte Umsatzrendite bei 4,1 Prozent — bei einem Absatz von 419.400 Fahrzeugen. Zuwächse in Europa von 7 Prozent und in den USA von 20 Prozent konnten die Rückgänge in China nur teilweise ausgleichen.

Mercedes-Benz bestätigte Ende April seine Jahresprognose: Konzernumsatz auf Vorjahresniveau, EBIT deutlich über Vorjahr, Free Cashflow des Industriegeschäfts leicht darunter. Das zeigt eine stabile Finanzlage — ändert aber nichts daran, dass der Margendruck im globalen Vergleich sichtbar bleibt.

Kurs nahe Jahrestief, Erholung braucht Katalysator

Der Markt hat die Gemengelage bereits eingepreist. Mit einem Minus von 21,82 Prozent seit Jahresanfang gehört die Aktie zu den schwächsten Werten im Premiumsegment. Der Schlusskurs von 48,20 Euro liegt nur 1,13 Prozent über dem 52-Wochen-Tief und rund 13 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 35,5 signalisiert eine schwache, aber noch nicht extrem überverkaufte Lage.

Ein konkreter Impuls könnte am 28. Juli 2026 kommen: Dann veröffentlicht Mercedes-Benz den Zwischenbericht für das zweite Quartal — inklusive Analyst Conference Call. Bis dahin richtet sich der Blick auf die Margenentwicklung im Pkw-Geschäft und darauf, ob sich das China-Geschäft stabilisiert.

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